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Kompetenzraster – eine neue Form der LeistungsbewertungInhaltsverzeichnis1. Kontext, Begründungen, ZieleDas Institut Beatenberg, eine private Schule mit Internatsbetrieb, wurde im Jahr 1945 gegründet. Es liegt im gleichnamigen Ort auf einer Sonnenterasse des Berner Oberlandes (oberhalb Interlaken/Schweiz) mit unvergleichlichem Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Diese guten Aussichten sollen auf das Lernen übertragen werden. Seit Jahren setzt die Schule deshalb auf die Karte Innovation. Unser Lernverständnis geht von persönlichen Wachstumsprozessen aus. Das heißt: Bei uns steht der Lernende mit seinen Ressourcen und Fähigkeiten im Zentrum der „Ent-Wicklung“. Denn: Jeder Mensch ist einmalig. Und entsprechend einmalig gestaltet er vor diesem biografischen Hintergrund sein Lernen. Der Schule kommt die Aufgabe zu, dieser Individualität Rechnung zu tragen. Je maßgeschneiderter die Programme sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie passen („tailor made learning“). Und je besser sie passen, desto wohler fühlt man sich. Erfolg und Wohlbefinden lassen sich nicht trennen ( Die Straße zum Erfolg stellt sich als Dauerbaustelle dar („The road to success”, sagen die Amerikaner, „is always under construction”). Mit anderen Worten: Erfolgreiches Lernen setzt die Bereitschaft voraus, sich mit den Dingen, mit anderen Menschen und mit sich selbst kontinuierlich auseinanderzusetzen und sich verantwortlich für das eigene Lernen zu fühlen. Der Schlüssel zum Erfolg steckt innen. Wer etwas tut, um eine Belohnung zu erhalten oder eine Strafe zu vermeiden, begibt sich in entsprechende Abhängigkeiten und delegiert die Verantwortung an andere. Und das ist das Gegenteil dessen, wohin Lernen eigentlich führen sollte: von der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit. Am Institut Beatenberg verlagern wir entsprechend unserem Lernverständnis die Gestaltung der Lernprozesse hin zu den Lernenden. Persönliche Lernwege gehen zu können, setzt Settings voraus, in denen selbstgesteuertes Lernen überhaupt möglich ist. An der Weiterentwicklung von selbstgesteuerten Lernprozessen haben wir verstärkt seit Anfang der neunziger Jahre gearbeitet. Ideen, Verwirklichung und Verbesserung der dazu gehörenden Lernformen und Instrumente waren meist Ergebnis unserer regelmäßig durchgeführten Kollegen-Workshops ( s. z. B. Es braucht eine Kultur, in der Selbstorganisation mit Überzeugung weit oben auf der Prioritätenliste steht. Und es braucht ein unterstützendes Coaching, eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Unser Lernansatz macht einen Wechsel erforderlich von kollektiven zu individuellen Verbindlichkeiten. Als Pendant zum individuellen Spielraum stehen Orientierungsrahmen – Kompetenzraster -, die die Anforderungen eines Kompetenzbereichs oder Fachgebiets transparent machen. Damit verbunden sind individuell formulierte Selbstverpflichtungen. Ein Aufbruch zu einer neuen Lernkultur verlangt auch und gerade nach neuen Modellen der Leistungsbeurteilung. Unser methodischer Ansatz heißt: Referenzieren. Mit dem Referenzieren wollen wir folgende Ziele erreichen:
Orientieren und Referenzieren mit dem Kompetenzraster als Instrument steht in unmittelbarem Zusammenhang mit weiteren Instrumenten, mit denen Lernnachweise erfolgen. Diese sind: „Smarties“ (Antizipieren, Partizipieren mit Hilfe „smarter“ Zielformulierungen), „Layout“ (Organisieren, Bilanzieren mit Hilfe einer besonders gestalteten Agenda), „Portfolio“ (Dokumentieren, Reflektieren von Lernergebnissen). Zum Zusammenhang der Instrumente s. z. B.: » http://www.institut-beatenberg.ch/xs_daten/home/artikel_selbstgestaltungSCREEN.pdf 2006) Unser Ansatz entspricht der Forderung des internationalen PISA-Verantwortlichen: „Schüler müssen in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Ziele zu bestimmen, ihr Lernen selbst zu organisieren, Lernfortschritte zu bewerten und ihre Lernstrategien sich verändernden Bedürfnissen anzupassen.“ (Schleicher, Andreas, 2002) |
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