Portfolio Berufswahl
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Schüler zu beruflicher Reife zu führen ist eines der drei Leitziele unserer Schule. Maßnahmen, die sich an diesem Leitziel orientieren, und ganz allgemein die Unterstützung unserer Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf sind Bestandteile unseres
Schulprogramms.
So arbeiten wir mit einem umfassenden
Berufswahlkonzept von Klassenstufe 8 bis 10, das schließlich zur Berufsreife führen soll. Einer der Schwerpunkte dieses Konzepts sind regelmäßige Kontakte zu Unternehmen und anderen Einrichtungen in der Region. Mehrwöchige Praktika in den Klassen 8 bis 10, seit neuestem (Schuljahr 2002/03) ergänzt um ein wöchentlich eintägiges Betriebspraktikum mit mindestens halbjähriger Dauer in der 10. Klasse, bieten unseren Schülern Lerngelegenheiten in Situationen des Arbeitslebens. Doch trotz dieser intensiven Beschäftigung mit der gezielten und wirklichkeitsnahen Vorbereitung unserer Schüler auf das Berufsleben haben wir weiteren Verbesserungsbedarf gesehen und wollen mit dem Portfolio Berufswahl einen weiteren Knoten in das Netz unseres
Berufswahlkonzepts einziehen.
So haben wir z.B. bei unseren Abschlussschülern und Schulabgängern beobachtet, dass sie ihre spezifische Leistungsfähigkeit häufig nicht selbstständig erkennen und im Rahmen des beruflichen Bewerbungsverfahrens in adäquater Form zum Ausdruck bringen können. Ihre Berufswahlentscheidungen entsprechen zum Teil eher gesellschaftlichen oder gruppenabhängigen Leitbildern als den tatsächlichen eigenen Fähigkeiten. Diese Diskrepanz kann zum Abbruch der Ausbildung führen. Auch gelang es den Schülern noch zu wenig, die geeigneten Unterlagen und Urkunden rechtzeitig zusammenzustellen, zumal wenn die Vorlage einer aussagekräftigen Bewerbung kurzfristig erbeten wurde. Mit einem Portfolio Berufswahl würden die Schüler alle erforderlichen Unterlagen sofort zur Hand haben.
Wir nahmen weiterhin an, das Portfolio Berufswahl könne durch die sichtbare und jederzeit nachweisbare Sammlung von erbrachten Leistungen und nachgewiesenen Kenntnissen das Selbstwertgefühl der Schüler stärken und sie frühzeitig an die für die Berufswahlorientierung bedeutsamen Fragen der beruflichen Interessen, der persönlichen Leistungsstärken, Eignungen und Fähigkeiten heranführen. Für konkrete Bewerbungssituationen würde es den Mangel der geringen Aussagekraft der Zeugnisnoten ausgleichen können.
Die Entwicklung eines solchen Portfolios ist eingebettet in die Arbeit im Lernnetzwerk „BEHMO“ der Bertelsmann Stiftung, in dem wir durch Portfolios anderer Schulen zu anderen Unterrichtsbereichen Anregungen erhalten, unsere ausgewiesenen Erfahrungen mit dem Berufswahlkonzept selbst eingebracht und gemeinsam mit den Lernnetzwerkschulen eine Struktur für ein Portfolio Berufswahl erarbeitet haben (1999).
Mit dem Portfolio Berufswahl wollen wir folgende konkrete Ziele erreichen:
- Schüler sollen Fähigkeiten zur selbstständigen Arbeitsorganisation weiter entwickeln.
- Sie bereiten sich auf die konkrete Bewerbungssituation vor, indem
sie alle erforderlichen Zeugnisse und die aussagekräftigen Unterlagen
in qualitativ angemessener Form in der aktuellen Bewerbungssituation
zur Verfügung haben.
- Wir wollen Schüler langfristig auf die Berufswahl vorbereiten und
den Prozess der Berufswahl in ihrem Bewusstsein wecken und/oder
wachhalten.
- Die Schüler entwickeln bei der Sichtung und Sammlung von
Zertifikaten eine wachsende Sensibilität für die eigenen Interessen und
Fähigkeiten und nutzen diese Erkenntnisse für eine angemessene
Berufswahlentscheidung.