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Praxistag zur Berufswahlorientierung der Klasse 10a

Inhaltsverzeichnis

1. Kontext, Begründungen, Ziele

Mit unseren kontinuierlichen Bestandsaufnahmen zum Schuljahresende erfassen wir die Bildungswege unserer Entlassschüler statistisch.
Mitte der 90er Jahre zeigte sich eine deutlich abnehmende Tendenz bei der Zahl der direkt in eine Ausbildung vermittelten Schüler. Neben der allgemeinen Ausbildungsplatzmisere, von der in erster Linie die so genannten gering qualifizierten Schüler betroffen waren, kam in Herten erschwerend hinzu, dass mit dem wegbrechenden Bergbau ein wichtiger Arbeitgeber verschwand. Dies traf die Hertener Hauptschüler (Abgänger der Klasse 10A) besonders. Der Besuch einer weiteren Schule war für viele nur eine ungeliebte Alternative und aufgrund der Schulmüdigkeit vieler auch nur wenig erfolgversprechend. Die Abgänger der Klassen 10B hingegen (Abgänger mit Fachoberschulreife) entschieden sich oft bewusst für den Besuch einer weiterführenden Schule. Auch besaßen sie auf dem Arbeitsmarkt noch immer einen Vorsprung, so dass bei ihnen weniger aktueller Handlungsbedarf bestand.

Zu Beginn des Jahres 1997 begannen wir im Rahmen der Berufswahlvorbereitung nach geeigneten Maßnahmen für Abgänger mit Hauptschulabschluss zu suchen, um deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Aus unserer Unterrichtserfahrung und aus Kontakten zu anderen Schulen z.B. aus dem GÖS-Programm (Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule) in NRW wussten wir, dass sich Betriebspraktika sowohl auf Schüler als auch auf die aufnehmenden Betriebe positiv auswirken. Für die Schüler bedeuten diese Praktika: Einblick in die reale Arbeitswelt, Berufs- und Berufswahlvorbereitung, Gelegenheit, sich einem Betrieb als zukünftiger Auszubildender zu empfehlen. Für den Betrieb bedeuten sie: Anerkennung praktischer Fähigkeiten und Begabungen und die Bereitschaft, bekannte Schüler bei Ausbildungsverträgen zu bevorzugen. Daran galt es anzuknüpfen. Es galt aber auch, Problemen zu begegnen, z.B. dem Problem, dass die im Blockpraktikum geknüpften Kontakte im weiteren Schuljahresverlauf oft wieder einschlafen oder durch Betriebspraktikanten anderer Schulen überlagert werden. Auch die Integration der Praxiserfahrungen der Schüler in den Unterricht gelang oft nicht konsequent genug.

Daher schien ein Praxistag eine geeignete Lösung zu sein. Er ordnet sich als weiterer Baustein in unser Konzept zur Berufswahlvorbereitung ab Klasse 5 ein. Einmal wöchentlich gehen die Schüler der Klasse 10A - möglichst im Anschluss an das Blockpraktikum in Jahrgang 10 - ein ganzes Schuljahr lang in einen ausgewählten Betrieb. Während die üblichen Blockpraktika hauptsächlich die Funktion haben, dass Schüler Betriebe kennenlernen und erste Einblicke in Arbeitsabläufe erhalten, soll den Schülern der Klasse 10 A mit dem wöchentlichen Praxistag vorrangig der Einstieg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erleichtert werden – dies vor allem im Wettbewerb mit Schülern anderer Schulformen.

Konkret wollen wir mit diesem Ansatz für unsere Schüler folgende Ziele erreichen:

  • eine realistische, schülergemäße Berufswahlorientierung, die durch ein differenziertes Beratungssystem unterstützt wird
  • eine größere Sicherheit in der Berufswahl, die u.a. durch modifizierte Lehrpläne aufgebaut wird
  • eine konkrete Berufs- und Ausbildungsplatzfindung, die in enger Kooperation mit Schule und Betrieb erfolgt.

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pdf-Download

Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:   Praxistag_Herten.pdf

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