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Sprachförderung in der Schuleingangsphase für Schüler und Eltern - Das „Styrumer Modell“

Inhaltsverzeichnis

1. Kontext, Begründungen, Ziele

Seit Jahren steigt an der GGS Schlägelstraße der Anteil der Schülerinnen und Schüler aus Familien mit Migrationshintergrund (von 1996 mit knapp über 40% auf 68% in 2003). Obwohl die Kinder teilweise schon in der dritten Generation in Deutschland leben, stellten die Lehrerinnen und Lehrer Mitte der 90er Jahre fest, dass die Sprachkompetenz (besonders der türkischen Schüler) sowohl in der Erstsprache als auch in der Zweitsprache Deutsch von Jahrgang zu Jahrgang schlechter wurde. Das hatte unter anderem zur Folge, dass relativ viele Schulanfänger in den Schulkindergarten zurückgeführt und in den höheren Klassen überdurchschnittlich viele Kinder für den Besuch einer Förderschule vorgeschlagen wurden. Ein weiteres Problem war die soziale und kulturelle Distanz zwischen der Schule und den Eltern dieser Schüler. Sie standen der Schule oft misstrauisch gegenüber, da sie wenig von dem, was in der Schule geschah, nachvollziehen konnten. Umgekehrt gab es auch auf Seiten der Lehrer eine große Unwissenheit über die soziale und kulturelle Situation der türkischen Familien. Manche Kolleginnen und Kollegen sahen sich kaum noch in der Lage, ihren Beruf ihren eigenen Ansprüchen gemäß auszuüben. Die Fluktuation in der Lehrerschaft stieg.

Der daraus entstandene Leidensdruck war der entscheidende Auslöser für die Suche nach Veränderungsmöglichkeiten. Mitte der 90er Jahre wandte sich die Schule Hilfe suchend an ein externes Unterstützungssystem: die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien – RAA Mülheim an der Ruhr (RAA).

Mit dem in Kooperation zwischen der RAA und unserer Schule entwickelten „Styrumer Modell“ wollen wir die folgenden Ziele erreichen:

Für die Kinder: Wir wollen

  • die Chancen für einen erfolgreichen Schulstart verbessern und damit einen positiven Einfluss auf die weitere Schullaufbahn bewirken.
  • die Bildungschancen der Kinder aus Zuwandererfamilien erhöhen und in der Schuleingangsphase Defizite ausgleichen.

Für die Lehrer: Wir wollen

  • die Lehrer für ihr Arbeitsfeld weiterqualifizieren (u.a. interkulturelle Sensibilisierung, Theorie und Praxis des Erst- und Zweitsprachenerwerbs, interkulturelle Ausgestaltung der Unterrichtsarbeit, Grundsätze der Arbeit mit ausländischen Eltern, Stadtteil- und Lebensweltorientierung, Verzahnung von Elementar- und Primarbereich).
  • die Evaluation und Dokumentation verbessern, indem wir Kriterien zur Erfolgsbeurteilung formulieren, ein angemessenes Methodenrepertoire ausarbeiten und anwenden, Materialhandreichungen erstellen bzw. solches den Kollegen zur Verfügung stellen.

Für die Eltern: Wir wollen

  • von Anfang an eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern anbahnen.
  • die vorhandenen Hemmschwellen in Bezug auf kulturelle Unterschiede und Verständigungsschwierigkeiten der Schule gegenüber schrittweise abbauen.
  • Einblick in das Schulleben geben und Eltern als Partner innerhalb der Schulgemeinde gewinnen.

Zur Zeit (2003/04) befindet sich im Land NRW die gesamte Schuleingangsphase in einem Umstrukturierungsprozess. Wir hoffen, dass wir in diesem Zusammenhang den von uns eingeschlagenen Weg weitergehen können.

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pdf-Download

Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:   StyrumerModell.pdf

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