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Arbeit mit einem Methodencurriculum in der Grundschule

Inhaltsverzeichnis

1. Kontext, Begründungen, Ziele

Kernelemente der Schulentwicklung an der Thomas-Mann-Grundschule haben ihren Ursprung in der Mitarbeit im Berliner Schulversuch „Verlässliche Halbtagsgrundschule“ (seit 1998), in der Erarbeitung eines Methodencurriculums sowie in der Einführung der Jahrgangsmischung zunächst in der Schulanfangsphase in den Klassenstufen 0/1/2 (seit 1999). Unserem Ziel, der Ausweitung der Jahrgangsmischung auf alle Klassenstufen (0 bis 6), sind wir im Jahr 2004 ein großes Stück näher gekommen: Ab Schuljahr 2004/05 werden auch die 3. und 4. Klassen zunächst als Lernstufe 3/4 jahrgangsübergreifend unterrichtet. Diese Gruppe wird dann erstmals in die Lernstufe 5/6 übergehen können. Bis zum Sommer 2004 haben wir mit zwei Organisationsformen – der Arbeit in Lernstufen in 0/1/2 sowie der in Klassenstufen in den Klassen 3, 4, 5 und 6 - parallel gearbeitet, aber bereits integrativ gedacht.

Durch den jahrgangsübergreifenden Ansatz erhielt der Prozess der Unterrichtsveränderung neue Impulse und nahm seit 1999 eine rasante Entwicklung. Die Kinder, die in jahrgangsgemischten Lerngruppen selbstständig arbeiten sollen, müssen über entsprechende Fähigkeiten verfügen. Dies stellte neue Anforderungen an Unterricht, Lehrer und Schüler. Wir begannen 1998 in allen Jahrgangsgruppen nicht nur Sachkompetenz zu vermitteln, sondern auch zunehmend Wert auf die Vermittlung von Methodenkompetenz zu legen.

Ausgangspunkt der Entwicklung des Methodencurriculums waren drei Erkenntnisse aus der täglichen Arbeit und dem Austausch in Team- und Gesamtkonferenzberatungen: Erstens musste für die veränderte Lernkultur in der Schuleingangsphase ein Anschluss durch einen entsprechenden Unterricht in den folgenden Jahrgängen gewährleistet sein. Zweitens fehlte eine Systematik in der Entwicklung der Kompetenzen. Drittens gab es beim Klassenlehrerwechsel zwischen den Kollegen zu wenig konkrete Absprachen beim Übergang der Schüler in die 3. bzw. 5. Klassenstufe. Dieser Übergang ist an unserer Schule jeweils mit einem Klassenleiterwechsel verbunden. So wurden manche Methoden gar nicht und andere doppelt mit den Kindern im Unterricht erarbeitet.

Diesen Erkenntnissen wollten wir im Jahr 2000 durch Aufbau und Überarbeitung eines schulinternen Kompetenz-Curriculums sowie durch abgestimmte Jahrespläne Rechnung tragen. Mit unserem Schulkonzept verfolgen wir das Ziel, möglichst alle Schüler bis zum Ende der sechsjährigen Grundschulzeit zum eigenverantwortlichen Lernen und Arbeiten befähigt zu haben ( Informationen zum Schulkonzept). Hierzu zählen für uns die Stärkung und Steigerung von Sach-, Methoden-, Sozial-, Selbst- und Medienkompetenz gleichermaßen ( Schaubild Schulprofil von 2001). Da den Kollegen recht schnell bewusst wurde, dass Lernkompetenzentwicklung eine sehr komplexe Angelegenheit ist, wollten wir diese Komplexität reduzieren und haben die Methodenkompetenzentwicklung als unseren Einstieg in die schulweite Veränderung der Lernkultur gewählt.

Bei den ersten Schritten zur Umsetzung des Methodencurriculums haben die Kollegen der 5. und 6. Klassen sehr bald erkannt, dass für die Realisierung des selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens der Schüler bereits zu Beginn eines Schuljahres grundlegende Methodenkompetenzen wiederholt und gefestigt werden müssen. Seit dem Schuljahr 2002/2003 haben wir deshalb für die 5. und 6. Klassen jeweils zu Schuljahresbeginn eine Komplexwoche zur Methodenkompetenzentwicklung eingeführt.

Bei der Arbeit an und mit einem Methodencurriculum verfolgen wir folgende konkreten Ziele:
Die Schüler

  • sollen in der Lage sein ihren Lernprozess selbstständig organisieren zu können.
  • sollen dafür über geeignete Hilfsmittel verfügen, die sie sich zum Teil individuell erarbeiten (Handreichungen).
  • sollen durch Selbstwirksamkeitserfahrungen („ich kann das allein“) ihr Selbstwertgefühl stärken.
    Die Kollegen
  • sollen über ein gemeinsames Planungsinstrument verfügen, das ihnen hilft, die Kompetenzvermittlung zeitlich und thematisch so zu strukturieren, dass die Kinder auf die Anforderungen der nächst höheren Klasse gut vorbereitet sind.
  • sollen kooperativ gemeinsame Zielrichtungen und verbindende methodisch-didaktische Aufgaben verfolgen. 
  • sollen mehr Zeit, Gelegenheit und Aufmerksamkeit zur Verfügung haben, um individueller mit kleinen Gruppen bzw. einzelnen Kindern arbeiten zu können, während der übrige Teil der Lerngruppe selbstständig arbeitet.

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Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:  Methodcurriculum.pdf

 

 

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