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„Kommunikation und Sozialkompetenz“ als Unterrichtsfach

Inhaltsverzeichnis

1. Kontext, Begründungen, Ziele

Der Begabungsförderzweig „Sir-Karl-Popper-Schule“ (SKPS ) wurde 1998 am Wiedner Gymnasium in Wien als „Schulversuch“ mit zunächst 29 Schülern eröffnet. Gegründet wurde er als gemeinsames Projekt vom damaligen Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg und dem damaligen Amtsführenden Präsidenten des Stadtschulrats für Wien, Dr. Kurt Scholz. (Zum Begabungsbegriff s. auch den Artikel zu einer  begabungsfreundlichen Lernkultur sowie  Begabungsförderung an der SKPS.) 

Der Schulversuch befindet sich jetzt (2004) im 6. Jahr mit nunmehr 140 Schülern und betrifft die Schulstufen 9 bis 12. Die SKPS versteht sich als "Labor", in dem in einer quasi geschützten Umgebung in homogenen Gruppen Hochbegabter experimentiert und gelernt werden darf und soll. Die gewonnenen Erkenntnisse werden laufend evaluiert, gefiltert und disseminiert, damit auf diese Weise dem Regelschulwesen für die viel schwierigere Aufgabe der integrativen Begabungsförderung „Werkzeuge“ geliefert und „Leerkilometer“ erspart werden können. Ziel bleibt die integrative Begabungsförderung, d.h. das Erkennen und Fördern von Begabungen in ihrer natürlichen, heterogenen Umgebung. 

In der SKP-Schule geht es bei der (Hoch-) Begabungsförderung um die Förderung der Gesamtpersönlichkeit nach dem Ganzheitlichkeitsprinzip. Die Personalisierung von Lernprozessen steht im Vordergrund. Darunter verstehen wir eine Orientierung des Lernens (der Inhalte, Verfahren und Instrumente) auf die spezifische Person des Lernenden in seiner Eigenschaft als Lerntypus einerseits und als einzigartiges Individuum andererseits (Individualisierung, Differenzierung). Die Schüler werden zur aktiven Gestaltung ihrer "Person" (im psychologischen Sinn) angeleitet. 

Einen dominanten Stellenwert hat die Förderung der Sozialkompetenz. Wir sind aus Überzeugung bereit, mehr Ressourcen in die Kunst des „Miteinander-Lebens“ zu investieren. Die Sozialkompetenz sehen wir ihrerseits als Ergebnis einer systematischen Schulung der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Eine der profilgebenden Säulen dieser Schule ist bereits seit 1998 das Coachingsystem ( Artikel „Coaching“). Für die Schüler geht es im Coaching im Wesentlichen um die Reflexion der eigenen Arbeit und um die Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen, Leistungen, Vermeidungsmustern, Motivations- und Arbeitsstrategien. Daran arbeiten in den Schulstufen 9 und 10 jeweils 3 bis 5 Schüler (Coachees) mit Unterstützung durch ihren Coach und ihre Peers. Der Coach gehört zum Lehrkörper der SKPS (unterrichtet aber seine Coachees möglichst nicht selbst). Jede Gruppe hat eine Wochenstunde zur Verfügung, die fest im Stundenplan verankert ist ( Bsp. Stundenplan). Die Lehrer, die als Coach eingesetzt sind, haben entsprechende Trainings durchlaufen und reflektieren auch ihrerseits – sowohl geleitet als auch informell – ihre Tätigkeit. 

Um den Anspruch der ganzheitlichen Förderung (in der Balance zwischen der Förderung kognitiver und nicht-kognitiver Fähigkeiten) konkret umzusetzen, wurde als zweite Säule solcher Förderung das Fach „Kommunikation und Sozialkompetenz“ (KoSo) eingeführt, anderen Pflichtfächern gleichgestellt und als profilgebend für die SKPS entwickelt (zum Profil der SKPS s. Homepage). Dieses Bekenntnis zur Wichtigkeit von sozialer Reflexion muss sich unserer Überzeugung nach immer auch in den Strukturen abbilden (z.B. im  Stundenplan, in der Lehrfächerverteilung etc.).

Mit der Einführung des Faches KoSo verfolgen wir in der SKPS konkret folgende Ziele:

  • Das Wissen um die Abhängigkeit unserer Wahrnehmung von unseren Erfahrungen und unseren Erwartungen, um die Wirksamkeit von systemischen Bezügen, um das Zustandekommen von Wissen und um die Komplexität menschlicher Kommunikation fördert die Bereitschaft, in der Begegnung mit dem Anderen die Chance zum Austausch über die verschiedenen Wirklichkeiten zu sehen und daher auch Anderes gelten zu lassen.
  • Die Reflexion der eigenen Beobachtung ermöglicht eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Einstellungen, Werten und Bedürfnissen und führt zu selbstverantwortetem Handeln. Die Interdependenz zwischen Individuum und Gesellschaft und somit auch das eigene gesellschaftliche Handeln können bewusster wahrgenommen werden. 
  • In zweiter Linie befähigt dieser Prozess zu einem reflektierten Umgang mit Information in allen Kontexten und zu jenen Schlüsselkompetenzen, die in der Berufswelt immer mehr gefragt sind.

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Kontakt

› Sir-Karl-Popper-Schule
0043-1-505-33-43

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