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Lehren, lernen und evaluieren mit Portfolios (Akademisches Gymnasium Innsbruck)

Inhaltsverzeichnis

1. Kontext, Begründungen, Ziele

Der Einsatz von Portfolios im Unterricht bei uns am Akademischen Gymnasium Innsbruck (AGI) ist 1996 als Einzelaktivität im Fachunterricht entstanden. Die inspirierende Idee ist auf ein Postgraduate Studium der Verfasserin des Schulentwicklungsbausteins am CUNY (City College der City University of New York) zurückzuführen, das in der Zeit von 1996 bis 1998 in Innsbruck angeboten wurde. Dank des offenen Klimas für erweiterte Lehr-, Lern- und Bewertungsformen am AGI hat sich der Ansatz bald verbreitet. Portfolios werden mittlerweile an allen unseren vier Schulzweigen in jeweils ein oder mehreren Klassen entweder fachbezogen als Fachportfolios oder fachübergreifend als Netzfolios eingesetzt. Die vier Schulzweige am AGI sind:

  • Netzwerkklassen (NW-Klassen), ein Sonderzweig unseres Schulprofils, mit dem Unterrichtsschwerpunkt: fächerübergreifendes, vernetztes und soziales Lernen
  • Bilinguale Klassen mit Englisch als Unterrichtssprache vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern
  • Französisch-Klassen, die Französisch als erste lebende Fremdsprache anbieten, mit dem Schwerpunkt: Sprachkompetenz, interkulturelles Lernen und Förderung der kreativen Ausdrucksfähigkeit
  • Gymnasiale Klassen mit einer breit gefächerten ausgewogenen humanistischen Allgemeinbildung.

In dem Maße wie sich unsere Schule erweiterten und auch offenen Lehr- und Lernformen öffnete (Freiarbeit, Wochenplanarbeit, fächerverbindendes Arbeiten, Methodentraining, bilingualer Unterricht), war ein Bedarf an adäquaten Verfahren der Leistungsfeststellung entstanden. Fachliche, methodische und soziale Kompetenz, Reflexionskompetenz und (Selbst-) Bewertungskompetenz, wie sie bei Formen selbstständigen Lernens gefordert sind, können bei den Schülern nicht vorausgesetzt und im Portfolio angewandt werden. Vielmehr sollen Lernprozesse, die zu diesen Kompetenzen führen, von Beginn der Gymnasialzeit an aufgebaut und in den Portfolios dokumentiert und reflektiert werden.

Mit der Portfolioarbeit verfolgen wir konkret die folgenden Ziele. Portfolios sollen:

  • an der Schule als Alternative zu traditionellen Formen der Leistungsfeststellung einen wichtigen und adäquaten Beitrag zur Veränderung von Lehr- und Lernformen leisten und zu einer lernfördernden Lehr-, Lern- und Bewertungskultur führen. 
  • bei Schülern die Reflexion ihres Lernens und Arbeitens bewirken, Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, Selbst-Erarbeitung der Inhalte und die Fähigkeit zur bewussten Wahrnehmung eigener und fremder Lernbedürfnisse und -prozesse verstärken. 
  • bei Lehrerinnen und Lehrern die Bereitschaft fördern Lernende an Bewertungsprozessen zu beteiligen, Lernverantwortung mit ihnen zu teilen und von ihnen Rückmeldungen über den Unterricht als Hinweis auf Veränderungsbedarfe entgegen zu nehmen.
  • bei den Schulbehörden über die Beantragung eines Schulversuchs die offizielle Genehmigung für die Einführung einer alternativen Form der Leistungsbewertung erwirken, um durch die offiziell genehmigte Reduktion von standardisierten Klassenarbeiten und Tests die Verankerung von Portfolios als Bewertungsalternative innerhalb der Schule zu erreichen

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Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:          LehrenLernenEval.pdf

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