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Kooperatives Lernen ("Cooperative Learning") - Einführung und Implementierung mit Hilfe eines schulinternen Unterstützungssystems an der IGS SchaumburgInhaltsverzeichnisKooperationsstrukturen an der IGS - Die IGS hat seit ihrer Gründung eine kollegiale Schulleitung (Schulleiter, stellvertretender Schulleiter, didaktische Leiterin). Die Verantwortungsbereiche der drei Leitungspersonen sind vereinbart (
Aufgabenverteilung Schulleitung). - Ebenfalls seit Schulgründung gibt es Jahrgangsteams (Jg.-Team). Ein Team von acht bis zehn Lehrern unterrichtet gemeinsam einen vierzügigen Jahrgang (Jg.). Eine Lehrerin und ein Lehrer betreuen als Klassenlehrer/in gemeinsam eine Klasse (
Klassenlehrerkonzept). Fachlehrer können jahrgangsübergreifend eingesetzt sein, sind jedoch einem Jg. zugeordnet. Der Jahrgangsleiter regelt alle Belange im Jg. Jedes Jg.-Team erstellt einen detaillierten Jahresarbeitsplan, um Unterrichtsthemen, Inhalte, fächer- und jahrgangsübergreifende Vorhaben und Arbeitstechniken aufeinander abzustimmen ( Bsp. Jahresarbeitsplan). Sitzungen der Jg.-Teams liegen in der Hand der Teams. Sie werden meist in monatlichem Turnus durchgeführt. In der Regel wird dafür der an unserer Schule übliche Konferenztag gewählt. - Die Jahrgangsleiterrunde tagt wöchentlich. Ihre Leitung liegt beim Schulleiter.
- Die im jeweiligen Fach unterrichtenden Lehrer tagen einmal pro Halbjahr in ihren Fachkonferenzen.
- Zweimal pro Halbjahr tagt die Gesamtkonferenz als oberstes beschlussfähiges Gremium der Schule. Stimmberechtigte Mitglieder sind alle Lehrer, die Schulleitung, die 14 Elternsprecher/innen und die 14 Schülervertreter/innen.
- Nach Bedarf findet die Dienstbesprechung als Konferenz der Lehrkräfte statt. Sie ist nicht beschlussfähig.
- Unsere derzeitige Steuergruppe setzt sich zusammen aus einem Vertreter der Schulleitung, 3 Lehrern und unserem Sozialpädagogen. Sie steuert die Schulentwicklungsprozesse, definiert klare Ziele auf Basis der Ergebnisse der Selbstevaluation, ist verantwortlich für die Begleitung und Auswertung von Evaluationsprozessen und erarbeitet Implementierungsstrategien. Aus der Beteiligung an einer Arbeitsplatzuntersuchung (APU) des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (» www.dipf.de/) im Jahr 1999 hatten wir unsere erste Steuergruppe entwickelt. Während der Mitarbeit im INIS II-Projekt (
Kurzinformation INIS und SEIS) wurde daraus die zwölfköpfige "INIS-Gruppe" - ebenfalls mit Steuerungsfunktion. Sprecherin war die Verfasserin des Schulentwicklungsbausteins und Initiatorin des Kooperativen Lernens an der IGS. - In Projekten arbeiten Kollegen an aktuellen Themen der Unterrichts- bzw. Schulentwicklung. Sie ergeben sich aus unseren Ergebnissen der INIS- bzw. SEIS-Befragungen und werden systematisch von den zuständigen Kollegen verfolgt. Andere Projekte - wie z. B. die Einführung des CL sind "organisch" gewachsen, d.h. die Kollegen arbeiteten zunächst ohne Auftrag und Mandat. Interessierte Kollegen fanden sich, die sich mit einem Thema intensiver auseinandersetzten. Später, als schon erste Arbeitsergebnisse und weitere Planungen vorlagen, gab es eine formale Entscheidung der Schulgemeinde ein solches Projekt auch strukturell einzurichten (s. z. B.
Projektarchitektur).
Aktueller Schwerpunkt der Unterrichtsentwicklung (2006) ( Projektarchitektur) - Unterrichtsentwicklung steht an unserer Schule seit 2005 unter der Zielsetzung "Individualisierung des Lernens".
- Zu diesem Schwerpunkt haben wir mit Beschluss der Gesamtkonferenz vom 14.03.2006 vier Projekte eingerichtet. Bei all diesen Projekten legen wir Wert auf eine Vernetzung mit unseren schulinternen Kooperationspartnern. Es handelt sich um folgende Projekte:
- Kooperatives Lernen (systematische Implementierung seit Aug. 2004)
- Dokumentation der individuellen Lernentwicklung (implementiert seit Aug. 2005)
- Förderung leistungsschwacher Schüler (implementiert seit 2003)
- Bewertung von Schülerleistungen; Erstellen von Kompetenzrastern (seit Nov. 2006).
Mitarbeit im INIS-Projekt: Der Funke für Kooperatives Lernen springt über - Während der Laufzeit von INIS II (
Kurzinformation INIS und SEIS) nahmen drei Mitglieder der INIS-Gruppe (2 Schulleitungsmitglieder und die Verfasserin) als Vertreter unserer Schule an den INIS-Konferenzen teil. Aus diesen Konferenzen kamen vielfältige und die Schulentwicklung der IGS befördernde Impulse. - Auf einer INIS-Konferenz im September 2002 in Toronto, Kanada, lernte die Verfasserin das "Cooperative Learning" ("CL") in einem Workshop kennen. Sehr praxisnah konnten dort die CL-Methoden selbst ausprobiert werden. Dieser eintägige Workshop bei Norm und Kathy Green (» http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/) entfachte "Begeisterung" für diesen Lernansatz. Der "passende Schlüssel zum Schloss" schien gefunden. Denn durch die bereits vorher durchgeführte Selbstevaluation der IGS (s. u.) war der Verbesserungsbedarf bereits erkannt und benannt worden.
- Norm Green war während INIS II der zuständige Fortbildner für die IGS und zwei weitere Schulen. Mittlerweile hat er viele Fortbildungen in Deutschland zum Thema CL angeboten.
Ergebnisse der Selbstevaluation - Das INIS-Instrumentarium für Selbstevaluation haben wir für Befragungen jeweils im Februar 2002, 2003 und 2004 genutzt (
Kurzinformation INIS und SEIS). - Die Auswertungen der Evaluationsergebnisse im Mai 2002 hatten ergeben, dass zum Einen die Schüler unserer Schule Defizite in der Methodenkompetenz und zum Anderen unsere Schule Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Methodenvielfalt hatten: Nur 67% der Schüler meinten, dass die Lehr- und Lernmethoden an ihre Bedürfnisse angepasst seien.
Die Initiative zur Einführung Kooperativen Lernens an der IGS - Überzeugt, Kooperatives Lernen sei für Unterrichtsentwicklung an der IGS ein bedeutsamer Ansatz, blieb die Verfasserin "am Ball" (
Begründung für CL). Im Rahmen von INIS II nahm sie an Folgelehrgängen bei Norm Green teil ( persönliche Fortbildungen). In einer Kollegin der INIS-Gruppe fand sie eine engagierte Unterstützerin und Kooperationspartnerin. Beide verstanden sich in der Initiativphase von November 2002 bis Frühjahr 2003 als "Kümmerer-Team" für das CL. - Weitere Kollegen aus der "INIS-Gruppe" begannen sich intensiver für das CL zu interessieren.
- Als uns bekannt wurde, dass Norm Green Fortbildungsangebote für November 2002 und März 2003 in Niedersachsen plante, wurde er vom Kümmerer-Team gewonnen dem Kollegium im November 2002 das Kooperative Lernen vorzustellen. Auch eine Fortbildungsteilnahme für sechs Kollegen konnte mit ihm vereinbart werden.
Einbeziehung der Schulgemeinde - Seit Beginn der Mitarbeit bei INIS II wurden das Kollegium bzw. die Schulgemeinde regelmäßig von der INIS-Gruppe über Ergebnisse und Prozesse der internationalen Zusammenarbeit auf dem Laufenden gehalten.
- Auf einer Dienstbesprechung am 31.10.2002 wurde dem Kollegium und anwesenden Vertretern der Schüler- und der Elternschaft über die Konferenz in Toronto (Kanada, Sept. 2002) berichtet. Über eine Präsentation und eine anschauliche Übung erfuhr die Schulgemeinde vom CL. Ein Meinungsbild, ob dieses Thema weiter verfolgt werden sollte, ergab: keine Gegenstimme, einige Enthaltungen. Wie bei uns üblich, wurden die Teilnahme an Fortbildungen und der bevorstehende Studientag am 26.11.02 im Kollegium zur Debatte gestellt. Den Studientag dem CL zu widmen stieß auf Interesse. Spontan interessierten sich 28 von 64 anwesenden Kollegen intensiver für CL-Methoden. Für eine Fortbildung bei Norm Green im November 2002 und März 2003 wurden sechs von ihnen ausgewählt.
- Durch die kontinuierlichen Besprechungspunkte zu INIS und den CL-Aktivitäten auf den Sitzungen der schulischen Gremien fühlten sich offenbar alle Schulangehörigen ausreichend gut informiert und einbezogen. Weitere Impulse zur Entwicklung von CL an der IGS lagen im Konsens. Der im Frühsommer 2003 von der Initiatorin erarbeitete
Umsetzungsplan für weitere Aktivitäten wurde in der Gesamtkonferenz am 03.07.03 vorgestellt. Die Methodenvielfalt im Unterricht vergrößern und den Methodeneinsatz optimieren zu wollen wurde zum verbindlichen Ziel erklärt: Möglichst viele Kollegen sollten durch Fortbildungen und Hospitationen mit den CL-Methoden vertraut gemacht und das CL ab Schuljahr 2004/05 mit Jahrgangsteam 5 beginnend systematisch eingeführt werden. - Eltern und Schüler der über die Jg. verteilten Klassen, in denen das CL erprobt und eingeführt wurde, wurden ab Ende 2003 über die Einführung informiert (
Bsp. Elternbrief). Auch bei unseren Tischgruppenelternabenden wurde darüber diskutiert.
Erste Fortbildungsaktivitäten während der Initiierungssphase - Die ausgewählten sechs Kollegen - pro Jg. einer, darunter auch die Initiatorin - nahmen am 25.11.02 sowie vom 03. bis 05.03.2003 an CL-Fortbildungen in Niedersachsen bei Norm Green teil. Die Vorstellung war, dass diese Kollegen dafür sorgen würden, dass CL in der IGS wie "ein Stein, der ins Wasser geworfen wird, Kreise ziehen" würde. Weitere Fortbildungen gab es in der Gesamtschule Haspe (Hagen). Diese Schule hatte bereits vor dem INIS II-Projekt Erfahrungen mit CL gesammelt, setzte diese Methoden ein und ließ Kollegen im Unterricht hospitieren.
- Am Studientag nahmen alle Kollegen an der als "Schnupper-Kurs" angelegten halbtägigen schulinternen Lehrerfortbildung (SchiLf) mit Norm Green teil. Aus unseren INIS-Kooperationspartner-Schulen - der Grundschule Niedernwöhren und dem Theodor-Heuss-Gymnasium in Wolfsburg - kamen einige Kollegen hinzu, so dass wir insgesamt ca. 80 Teilnehmer waren.
Beginnender Aufbau eines schulinternen Unterstützungssystems für die Arbeit mit CL-Methoden ( Aktivitätenübersicht CL) - Das Kümmerer-Team wurde im April 2003 um eine Person erweitert und zur Projektgruppe Cooperative Learning (CL-PG) umgewidmet. Als Initiatorin und am weitesten qualifizierte Kollegin wuchs der Verfasserin die verantwortliche Zuständigkeit zu. Der Dritte im Bunde - ebenfalls "CL-begeistert" - und sie begannen 2003 eine intensive Zusammenarbeit und bilden den "harten Kern" der CL-PG.
- Aus den sechs geschulten CL-Lehrern bildete sich im März 2003 das Multiplikatorenteam zur Unterstützung von Lehrern (
Umsetzungsplan). Seitdem haben die Multiplikatoren die Aufgabe CL-Methoden in ihren jeweiligen Jg.-Teams einzuführen, Schulungen für ihre Jg.-Teamkollegen anzubieten (erstmals im Mai 2003) und für sie als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Die Multiplikatoren waren frei darin, wie sie Wissen und Erfahrungen weitergeben wollten. - Die Initiatorin richtete für interne und externe Kollegen im Dezember 2002 einen monatlichen Gesprächskreis zu Fragen und Austausch "rund um CL" ein.
Ressourcen - Die Kosten für Fortbildungen bis Herbst 2004 waren durch das Budget für INIS II und durch das Kultusministerium abgedeckt.
- Personalressourcen: Seit August 2005 erhält die Initiatorin für die Implementierung des CL an der IGS eine Lehrerwochenstunde aus dem Personalbudget der Schule. Diese von der Gesamtkonferenz jeweils zu beschließende Regelung gilt jeweils für ein Schulhalbjahr. Durch Landesschulbehörde und Kultusministerium erhielt sie für das Schuljahr 2005/06 ein Stundenbudget von 4 Lehrerwochenstunden für die Durchführung interner wie auswärtiger CL-Fortbildungen.
- Sachmittel: Wegen der vom Land gewährten Personalressourcen war bislang die Fortbildungsteilnahme für Schulen der Region Hannover kostenlos. Seit 2007 entrichten auswärtige Teilnehmer einen Beitrag von 15,- € pro Person als "Honorar" für die beiden Fortbildungsleiter aus der CL-PG sowie für die kopierten Handouts. Bei Fortbildungen in anderen niedersächsischen Schulen bezieht die Verfasserin nun ein jeweils ausgehandeltes Honorar.
- Raum- und Ausstattungsbedarf für Fortbildungen: ein Raum in Klassenraumgröße, Tische für 4er Gruppen, ein Flipchart (oder Tafel), Tageslichtprojektor, Beamer und Laptop (für Präsentationen), große Papierbögen (z. B. Flipchart-Papier), Moderationsmaterial wie z. B. dicke und dünne Filzstifte, kleinere Papierbögen, Klebepunkte. Bislang kommt die IGS für Material- und Raumgestaltungskosten auf.
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