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Projektunterricht im Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" in Klasse 3 und 4InhaltsverzeichnisSchulinterne Kooperationsstrukturen - Die Schulkonferenz ist das oberste beschlussfassende Gremium der Schule. Zu ihren 13 Mitgliedern zählen 6 Elternvertreter, 6 Lehrer sowie die Schulleiterin. Grundschüler sind in BW nicht als Mitglieder vorgesehen (s. » www.kultus-und-unterricht.de/schulgesetz_20.pdf).
- Die Gesamtlehrerkonferenz (GLK) ist das beschlussfähige Gremium der Lehrer.
- Im Elternbeirat sind zwei Eltern aus jeder Klasse vertreten. Sie haben die Funktion von Multiplikatoren ohne eigenes Beschlussrecht.
- Die Kollegen arbeiten in folgenden Lehrerteams zusammen: Team der Klassen 1/2, Team der Klassen 3/4. Die Teams tagen in der Regel wöchentlich. Ihnen obliegt auch die professionelle Weiterentwicklung.
- Die Verfasserin des Schulentwicklungsbausteins hat im September 2000 die Leitung der Paul-Hindemith-Schule übernommen. Zuvor war sie 10 Jahre Schulleiterin an zwei verschiedenen Grundschulen in Niedersachsen.
Strukturen und Leitvorstellungen zur Schulentwicklung - Wir arbeiten seit Ende des Schuljahres 2001/02 daran eine neue Lernkultur zu entwickeln und an unserer Schule zu etablieren. Das bedeutet für uns das einzelne Kind in den Mittelpunkt des Unterrichts zu stellen. Dazu haben wir unsere Jahrgangsklassen 1 und 2 zu jahrgangskombinierten Klassen 1/2 zusammengelegt. Der Unterricht muss sich hier zwangsläufig am Kind orientieren. Erst in diesem Zusammenhang haben wir hautnah erfahren, was "innere Differenzierung" und "Öffnung des Unterrichts" wirklich bedeuten. Das selbstständige Lernen der Kinder und damit das "Lernen lernen" bestimmen nun unseren Unterricht.
- Impulse für Schulentwicklungsprozesse gehen bei uns eher von neu an die Schule gekommenen Kollegen oder von der Schulleitung aus.
- Seit Januar 2007 gibt es bei uns eine Steuergruppe für Schulentwicklung. Zu ihren vier Mitgliedern zählen drei Lehrer sowie die Schulleiterin. Ihr Aufgabenbereich umfasst: Schulentwicklungsfragen, Evaluation sowie die Umsetzung von Evaluationsergebnissen in neue Schulentwicklungsimpulse - wie z. B. aus der SEIS-Umfrage. Die Gruppe besucht seit Januar 2007 eine Fortbildungsreihe zur Schulentwicklung (s. Punkt ' Externe Kooperationspartner).
- Schulprogramm und Leitbild unserer Schule sind zurzeit in Arbeit und haben noch Entwurfsstatus. Die Steuergruppe, aber auch eine aus Lehrern und Eltern bestehende Arbeitsgruppe "Leitbild" arbeiten daran. Die neue Lernkultur und unser Schulprofil werden Bestandteile des Leitbilds sein.
- Seit einigen Jahren haben wir die Möglichkeit, neu zu besetzende Stellen selbst auszuschreiben und die Bewerberauswahl zu treffen. Diese Regelung gilt in BW u. a. für Schulen mit besonderen Profilen - bei uns: jahrgangskombinierte Eingangsklassen. So können wir Kollegen an die Schule holen, die zu Schulprofil und Schulentwicklungsvorstellungen passen. Unsere gute Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt ermöglicht es uns auch bei der Verteilung der durchaus zahlreichen Lehrer, die aufgrund eines Versetzungsantrags Freiburg zugeteilt werden, Wünsche zu äußern, sofern sie für unsere Schule in Frage kommen (s. » www.kultusportal-bw.de; hier: LEHREREINSTELLUNGEN-BW).
Externe Kooperationspartner - Das Forschungs- und Beratungsunternehmen MTO bildet unsere Steuergruppe fort (MTO - Mensch Technologie Organisation; psychologische Forschung und Beratung GmbH, Tübingen; » www.mto.de/ bzw. » http://www.mto.de /content/oebm/ Schulentwicklung/Qualitaetszentrierte_Schulentwicklung
- Das Regionale Bildungsbüro unterstützt Freiburger Schulen bei der Schulentwicklung (s. » www.freiburg.de/bildungsbuero).
- Das Amt für Schule und Bildung ist das für die Schulen zuständige Amt des Schulträgers / der Gemeinde (Stadt Freiburg).
- Die Ökostation des B.U.N.D. hält Angebote für Schulen in Form von Einzelprojekten und Projekttagen im "Grünen Klassenzimmer" bereit (s. » www.oekostation.de/).
- Das Forstamt Freiburg-Mooswald bietet Waldführungen mit Schülergruppen sowie einen Naturlehrpfad an.
- Studierende der PH Freiburg absolvieren Praktika an der Schule und sind so auch ein Bindeglied zwischen Schule und Hochschule.
Neuer Bildungsplan und Einführung eines Fächerverbunds in Baden-Württemberg ( Bildungsplanreform 2004; Kernelemente Bildungsplan 2004) - Die Schulen erhielten die überarbeiteten Bildungspläne für die Fächer, mit denen ab Schuljahr 2004/05 begonnen werden sollte, via Internet und CD-ROM im September 2003, um sich ein Schuljahr lang auf die neuen Bildungspläne vorbereiten zu können. Sie sollten ein Jahr später zum September 2004 in Klasse 1 und 2, ein weiteres Jahr später (2005) in Klasse 3 verbindlich eingeführt werden. Vom Staatlichen Schulamt Freiburg wurden eine Entwurfsfassung der Bildungspläne (Stand: 2002/03) sowie eine einsetzbare Präsentation (
Bildungsplanreform 2004) zur Verfügung gestellt. - Die Neuerung gegenüber dem bisherigen Bildungsplan von 1994 besteht u. a. darin, dass zuvor recht kleinteilig vorgegeben wurde, welche Bildungsinhalte in welchen Zeitfenstern Unterrichtsgegenstand sein sollten. Der Bildungsplan 2004 basiert nun auf Standards. Es werden Kompetenzen benannt, über die Kinder am Ende der 2. sowie am Ende der 4. Klasse verfügen sollen (s. z. B.
Themenfelder). Ca. zwei Drittel des Bildungsplans gelten als verbindliche staatliche Vorgabe für alle (Grund-)Schulen, ein weiteres Drittel ist durch die Schule selbst in einem schulinternen Curriculum zu vereinbaren (s. Punkt "Zur Erarbeitung eines schulinternen Curriculums"). In 22 Eckpunkten sind Bedingungen förderlichen Lernens von Grundschulkindern als weitere Reformelemente der "Grundschule der Zukunft" dargelegt (s. » www.bildung-staerkt-menschen.de/unterstuetzung/schularten/GS/bildungsstandards oder: » www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Bildungsstandards/GS/GS_MeNuk_bs.pdf). - Als Element der
Bildungsplanreform 2004 sind für Grundschulen in BW sowohl Fächerverbünde auf der Grundlage einer Kontingentstundentafel als auch themenorientierte Projekte vorgesehen (s. auch » http://www.bildung-staerkt-menschen.de/unterstuetzung/schularten/GS/kontingentstundentafel). Der Fächerverbund MeNuK (Mensch, Natur und Kultur) wurde landesweit im Schuljahr 2004/05 für die 1. und 2. Klassen, in 2005/06 für die 3. Klassen und ein Jahr später (2006/07) für die 4. Klassen eingeführt. In MeNuK gehen die vorherigen Fächer Musik, Textiles Werken, Bildende Kunst sowie Heimat- und Sachunterricht auf.
Die Initiative - Die Initiative für das Lernen in Projekten im Fächerverbund ging von der Schulleiterin aus. Sie hatte im Herbst 2002 während einer Schulleitungsfortbildung den Rektor der Grund- und Hauptschule Neuenstein, Matthias Wagner-Uhl, kennengelernt, der dort den Projektunterricht im Hauptschulbereich vorgestellt hatte (» www.schule-neuenstein.de). Von der Schülerfirma der Schule hat die Verfasserin eine Daten-CD erworben, die Vordrucke und Formulare des dortigen Projektunterrichts enthält.
- Bei ihren Überlegungen, wie ein solcher Ansatz auf eine Grundschule, insbesondere konkret auf unsere, übertragbar sein könnte, entwickelte sie erste Modellideen. Lernen in klassenübergreifenden Projekten schien folgende Vorteile zu versprechen:
- Orientierung an persönlichen Stärken und Interessen bei Schülern wie Lehrern,
- Einbeziehung von Experten,
- sanfterer Übergang von den jahrgangskombinierten Eingangsklassen zu den Klassen 3 und 4,
- herstellbarer Bezug zu den neuen Kompetenzfeldern.
- Als Schulleiterin stand sie kurz darauf im Sommer 2003 vor der Situation keine bzw. nicht genügend Fachlehrer zu haben. Es war das Problem zu lösen, wie Lehrkräfte auch ohne entsprechende fachwissenschaftliche Ausbildung die Kompetenzen - u.a. im Fach Musik - vermitteln könnten. Stärken und Interessen der Kollegen sind "Ressourcen", die mit Nutzen für die Kinder eingesetzt werden könnten.
Der Pädagogische Tag ( Pädagogischer Tag TO) - Während des Pädagogischen Tages am 2.7.2003 haben wir uns ausführlich mit dem Bildungsplanentwurf befasst. Die Kernelemente der Bildungsplanreform wurden an Hand der vom Staatlichen Schulamt Freiburg zur Verfügung gestellten Präsentation vorgestellt (
Bildungsplanreform 2004). Unser Schwerpunkt lag auf dem neuen Fächerverbund. Die Moderation lag bei der Schulleiterin. Sie hat dem Kollegium die Idee des "Lernens in Projekten im Fächerverbund" vorgestellt. - Im Anschluss an eine Diskussion wurden bereits erste Projekte in Gruppenarbeit erarbeitet. Insgesamt hatten die Kollegen die Ideen sehr positiv aufgenommen, allerdings in Nuancen abgewandelt. So z. B. sollten die Kinder nicht aus mehreren Projekten auswählen können sondern "Pflichtprojekte" durchlaufen. Im Ergebnis hatten wir Vorstellungen gewonnen, wie an unserer Schule Projekte laufen könnten. Wir hatten Themen und eine Reihenfolge festgelegt, in der die Kinder bei der Bearbeitung der Projekte rotieren würden (
Projektreihenfolge 2003-04).
Einbeziehung der Schulgemeinde und des Staatlichen Schulamts - Zum Ende des Pädagogischen Tages entschied sich die die GLK einstimmig dafür, nach den Sommerferien 2003 die ersten klassenübergreifenden Projekte zu starten.
- Die Schulkonferenz stimmte in ihrer Sitzung am 21.07.2003 ebenfalls einer Erprobungsphase dieses Unterrichtsmodells zu.
- Auch der Elternbeirat wurde noch vor den Sommerferien 2003 unterrichtet und unterstützte das Vorhaben. Die Eltern der 3.- und 4.-Klässler wurden im September 2003 per
Elternbrief benachrichtigt. Auf den Klassenpflegschaftssitzungen (Elternabenden) wurden sie zu Schuljahresbeginn von den Klassenlehrern, die die Projekte selbst durchführen würden, ausführlich mit dem Vorhaben vertraut gemacht. - Das Staatliche Schulamt haben wir im Juli 2003 informiert, um uns abzusichern (
Antrag MeNuK). Dabei haben wir uns auf den Bildungsplan berufen und argumentiert, dass wir auf der Grundlage unserer Erfahrungen in den Klassen 3 und 4 bereits zum Schuljahr 2003/04 - also vor dem offiziellen Beginn (2005 bzw. 2006) - mit Projektunterricht in MeNuK starten möchten. Es gab keine Einwände. - Alle beteiligten Lehrer haben die Verteilung der Projekte untereinander während mehrerer Teamsitzungen bis zu Beginn der Sommerferien 2003 gemeinsam vorgenommen. Auf Zuruf konnte jeder sich äußern, welche Projekte den eigenen Fähigkeiten und Interessen entsprechen und was er sich zutraut. Die Abstimmung der einzelnen Projekte und die Zuordnung der Lehrkräfte war ein länger dauernder Prozess, der immer wieder inhaltliche und organisatorische Anpassungen erforderte.
- Wir verständigten uns im Kollegium zu Beginn des Schuljahres 2003/04 darauf, wie wir die
Stundenverteilung auf klassenübergreifende Projekte und klasseninterne Themen aufsplitten wollten. - Als die Schüler von ihren Klassenlehrern von den beabsichtigten Projekten und ihren eigenen Entscheidungsmöglichkeiten erfuhren, waren sie begeistert.
- Verbindliche Rahmenbedingungen haben wir im Anschluss an die Erprobungsphase am 24.06.2004 auf unserem zweiten Pädagogischen Tag zum Thema Lernen in Projekten in MeNuK vereinbart (s. Pkt. "Organisationsstrukturen für die Projekte").
Zur Erarbeitung eines schulinternen Curriculums: Festlegung von Projekten und Kompetenzen - Im Prozess der Erarbeitung der Projekte hat das Team 3/4 gemeinsam sowohl am Pädagogischen Tag (2.7.2003) als auch in verschiedenen nachfolgenden Teamsitzungen die neun einzelnen Kompetenzfelder des Bildungsplans (
Themenfelder) näher betrachtet und überlegt, welche Projekte die Herausbildung der formulierten Kompetenzen abdecken könnten. Dabei wird mit einem Projekt ( Projekte in 3 und 4) oft mehreren Kompetenzfeldern gleichzeitig entsprochen. Stand der folgenden Beispiele und Materialien ist Schuljahr 2005/06: - Bei der Erarbeitung wurde uns klar, dass sich einige Kompetenzfelder nicht für den Projektunterricht eigneten. Diese sollten klassenintern im Unterricht der jeweiligen Jahrgangsklasse "bearbeitet" werden (s. die als "Klassenlehrer-Unterricht" angegebenen Themen im Material
Stundenverteilung). - Schulen in BW haben die Auflage, ergänzend zu den vorgegebenen Standards für jedes Fach ein schulinternes Curriculum zu entwickeln. Für MeNuK wird es zurzeit von einer Kleingruppe erarbeitet. Das Curriculum wird in einer aktuellen Fassung zum Beginn des Schuljahres 2007/08 fertig gestellt sein. Es basiert auf den für die Klassen 3 und 4 entwickelten Projekten (s. z. B.:
Projekte in 3 und 4; Schuljahr 2005/06). Die oben angeführten "Kompetenzmaterialien" werden fester Bestandteil sein. Bei veränderten schulischen Rahmenbedingungen, bei Lehrerwechsel, bei neuen interessanten Projektideen und Kooperationsmöglichkeiten wird es jeweils prozessual angepasst werden (s. im Vergleich: Projektreihenfolge 2006-07 zu Projektreihenfolge 2003-04).
Ressourcen - Das Geld für Sachmittel und Materialien kommt aus unserem "Schuletat für Lehr- und Lernmittel". Eintrittsgelder - ca. 3 Euro in einigen Projekten - übernehmen die Eltern selbst.
- Zusätzliche Lehrerwochenstunden stehen nicht zur Verfügung. Im Falle einer Erkrankung kann das Projekt von einer fachfremden Lehrkraft weitergeführt werden, da es entsprechend vorbereitet ist und die Schüler selbstständiges Arbeiten gewohnt sind.
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