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Selbstständiges Lernen in der Klasse als LernwerkstattInhaltsverzeichnis Pilotteam: - Nach Überzeugung eines Teams der künftigen Klassenlehrer des 5. Jahrgangs sollte dieser in das
Schulprogramm
aufgenommene Schwerpunkt zum selbstständigen Lernen und Arbeiten mit
Beginn des Schuljahres 1999/2000 in dem neuen Jahrgang der Klassenstufe
5 eingeführt werden. - Das entsprechende Klassenlehrerteam begann im Mai 1999 mit den
konzeptionellen Überlegungen und den konkreten Vorbereitungsarbeiten.
- Zum Team des neuen Jahrgangs gehörte der Pädagogische Leiter der Schule, der die inhaltliche Koordination übernahm.
- Das Team selbst hatte eine hohe Eigenmotivation, da alle hinter der
Überzeugung zur Veränderung des herkömmlichen Unterrichts standen.
Begleitende Unterstützungsmaßnahmen: - Der
Pädagogische Leiter der Schule und Teamkoordinator des Pilotteams
engagierte in der Vorbereitungsphase eine professionelle externe
Moderatorin zur Prozesssteuerung.
- Begleitet wurde die Innovation durch die schulinterne Fortbildung
in einer so genannten Pädagogischen Werkstatt (acht
Nachmittagssitzungen im Schuljahr).
Eckpunkte für ein Konzept „Lernwerkstatt Klassenraum“: - Das
Ziel, jeden Schüler seinem Lernvermögen entsprechend optimal zu
fördern, kann unserer Meinung nach nur mit Lern- und Unterrichtsformen
erreicht werden, die sich am „Prinzip der inneren Differenzierung“
orientieren und somit die individuellen Lernvoraussetzungen der
jeweiligen Schüler berücksichtigen und dem unterschiedlichen
Lernvermögen der Schüler besser entsprechen.
- Derartige Lern- und Unterrichtsformen bilden das Gegenstück zum
herkömmlichen Unterricht, bei dem meist alle Schüler zur gleichen Zeit
das Gleiche tun. Die traditionellen Unterrichtsformen der
Stoffdarbietung durch den Lehrervortrag und das fragend-entwickelnde
Unterrichtsgespräch verlieren stark an Bedeutung gegenüber einer
Unterrichtsorganisation, in der das selbstständige Erarbeiten des
Unterrichtsstoffes durch die Schüler im Vordergrund stehen sollte
(Reader selbstständiges Lernen M 14). - Informelle Abstimmungen einzelner Kollegen über gemeinsame Ziele
und Absichten der Arbeit in einem Jahrgang führen rechtzeitig vor den
Sommerferien (ab April spätestens) zu der Teamzusammensetzung und einer
ausführlichen Vorbereitung in mehreren Vorbereitungssitzungen und einer
Klausurtagung.
- Es erfolgt eine Verständigung innerhalb des Jahrgangsteams der
neuen Klassen 5 auf die verschiedenen inhaltlichen Veränderungen, die
die Einführung der Lernwerkstattarbeit mit sich bringt. So müssen (auch
bereits bestehende) Unterrichtseinheiten so aufbereitet und an die
neuen Lernformen angepasst werden, dass Schüler sich die Inhalte
weitgehend selbstständig erschließen können. Außerdem treffen die
Kollegen inhaltliche Absprachen für den Erziehungsbereich und einigen
sich auf gemeinsam zu vertretende Regeln.
- Das unterrichtende Lehrerteam verständigt sich auf gute, den neuen
Lernformen entsprechende Lehrwerke, die für den Jahrgang dann beschafft
werden. Dies muss für einen Durchgang von Klassenstufe 5 bis 10
jährlich mit Aufstieg der Klassenstufe in den nächst höheren Jahrgang
neu erfolgen.
- Das Ergebnis dieser Überlegungen zur Neugestaltung der Arbeit mit dem neuen 5. Jahrgang ist in einem Rahmenkonzept
(Rahmenkonzept M 0) festgehalten worden.
Finanzierung: - Zunächst
sollten die vier neuen Klassen 5 als Lernwerkstätten ausgestattet
werden. Mit Hilfe des Elternbeirats, des Fördervereins der Schule und
schulischen Mitteln wurden in jeder Klasse vier Computerarbeitsplätze
mit Internetanschluss eingerichtet.
- Drucker und Verbrauchsmaterial werden von den einzelnen Klassen selbst finanziert.
- Der Jahrgang führt in einem unweit der Schule gelegenen
Lebensmittelmarkt regelmäßig an zwei Wochenenden im Jahr
Waffelback-Aktionen durch, die etwa 1600 Euro jährlich einbringen.
Davon wird der Lexikabestand in den Klassen des Jahrgangs erweitert.
- Die Eigenfinanzierung und nachhaltige Pflege der in den Klassen
vorgehaltenen Arbeitsmittel durch die Schüler selbst ist eine wichtige
Voraussetzung für die Identifizierung der Schüler mit ihrer Werkstatt
(Werkstattstunde M 12).
Ausstattung der Lernwerkstatt Klassenraum: - Zur
funktionalen Ausstattung der Lernwerkstätten gehören: Büromaterialien
(z.B. Ablagesystem), Moderationsmaterialien, PC-Arbeitsplätze mit
entsprechender Hard- und Software sowie Internetanschluss, Lexika,
geeignetes Mobiliar (z.B. Regale, Tischgruppen), Pflanzen (
Ausstattung M 1; Einrichtungsskizze M 9).
Kooperation mit der Universität: - Mit dem Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Kassel wurde eine Zusammenarbeit vereinbart, die noch andauert.
- So ergab sich die Möglichkeit, Studenten in Rahmen von
Sonderpraktika, die durch langfristige Beobachtungsaufgaben (ein
Semester lang) mit anschließender Auswertung im Seminar gekennzeichnet
waren, als Prozessbegleiter zu gewinnen.
- Die Abschlussberichte der Studenten werden immer mit den betroffenen Klassenlehrern des Jahrgangs besprochen.
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