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Beratungsgespräche zur Auswertung und Planung von Lernprozessen

Inhaltsverzeichnis

2. Voraussetzungen für die Einführung bzw. Durchführung

Zur Bildungsform der "Stadt-als-Schule" ( Konzeption Bildungsansatz)

  • Der Bildungsansatz "Praxislernen" der S-a-S ist auf individualisiertes, weitgehend selbst gesteuertes Lernen in komplexen Lernsituationen ausgerichtet. "Ressourcen", die die Stadt Berlin zu bieten hat, werden in Form außerschulischer Lernorte mit den ihnen innewohnenden "Ernstsituationen" von den Schülern für ihre Lernprozesse genutzt.
  • Der Bildungsansatz gliedert sich in drei Bildungsteile, denen wiederum Bildungsbereiche zugeordnet sind: in das "Lernen in der Stadt" mit dem Bildungsteil 1 "Praxislernprojekt" und in das "Lernen im Schulprojekt" mit den Bildungsteilen 2 "Kommunikationsgruppe" und 3 "Lernbereich" ( Struktur Bildungsangebot).
  • In den kontinuierlich stattfindenden mehrmonatigen (individuellen) Praxislernprojekten werden die Schüler in Berliner Betrieben, Verwaltungen, sozialen und kulturellen Einrichtungen aktiv. Sie nutzen diese Situation - unter Anleitung der sie begleitenden und beratenden Lehrer sowie ihrer Praxismentoren vor Ort - als  Weg zur Allgemeinbildung. Die Bildungsbereiche (Tätigkeit, Erschließung, Definition und Bewältigung einer selbstständigen Aufgabe, Dokumentation) strukturieren den Lernprozess. Sie sind mit dem "Lernen im Schulprojekt" verbunden.
  • Die Kooperation zwischen der S-a-S und dem Praxisplatz wird über eine Vereinbarung ( Praxisplatzvertrag) geregelt.

Konzeptioneller Rahmen für die Durchführung von Beratungsgesprächen

  • Im Rahmen der Teambeschlüsse zur Schuljahresorganisation 2001/2002 wurden für die einzuführenden Beratungsgespräche für alle Lehrer verbindliche Eckpunkte (bei ansonsten weitgehendem Gestaltungsfreiraum) festgelegt:
    • In der Mitte jedes Halbjahres findet zu langfristig festgelegten Terminen ein Einzelgespräch mit jedem Schüler zum Stand und zum Fortgang der Lern- und Leistungsentwicklung in allen Bildungsteilen und -bereichen statt.
    • Verantwortlich für Vorbereitung, Durchführung und Auswertung ist die bzw. der für die Begleitung des Praxislernprojekts zuständige Lehrer.
    • Teilnehmen können weitere Lehrer, Eltern, Betreuer, Mentoren und Mitschüler (als teilnehmende Beobachter oder als "reflecting teams").
    • Die Schüler erhalten Gelegenheit, sich auf das Gespräch vorzubereiten.
    • Über das Gespräch wird ein Protokoll angefertigt, das in der Schule aufbewahrt wird und von allen Beteiligten jederzeit eingesehen werden kann.
  • Die Gespräche sollten nicht defizitorientiert geführt werden. Vielmehr sollten sie - bezogen auf Persönlichkeit, Kompetenzen und Leistungen des Jugendlichen - wertschätzend und - bezogen auf Probleme, noch zu schließende Lücken und nicht beendete Vorhaben - ziel- und lösungsorientiert ausgerichtet sein.

Ressourcen

  • Der "Lehrer-Schüler-Schlüssel" ist um ca. 0,5 Stunden gegenüber der Regelschule erhöht. Er liegt bei 2,3 Lehrerwochenstunden pro Schüler. Lehrerarbeitszeit, die nicht Unterrichtszeit im üblichen Sinne ist, wird mit einem höheren Arbeitszeitfaktor belegt.
  • Ein Lehrer betreut bis zu 11 Schüler im Praxislernen.
  • Für die Lernbegleitung und -beratung des Praxislernprojekts steht eine Unterrichtsstunde (umgerechnet in Arbeitszeit) pro Schüler zur Verfügung. Aus diesem Zeitbudget sind folgende Aufgaben abzudecken: das Beratungsgespräch, kontinuierliche Besuche und Gespräche am Praxisplatz, Kontaktpflege mit bzw. Suche von Praxismentoren, kurz-, mittel- und langfristige Lernplanung, regelmäßige Beratung mit dem Schüler, Gespräche mit Erziehungspartnern, Dokumentation der Lernbegleitung und -beratung, Bildungsberichte.
  • Ein Lehrer führt mit mindestens den Schülern, für deren Praxislernprojekte er als Lernbegleiter und -berater zuständig ist, das Beratungsgespräch durch.
  • Ko-Beratung wird als entlastend erfahren. Deshalb nehmen einige Kollegen den Mehraufwand für diese Tätigkeit gern auf sich, obwohl es keine Ressourcen dafür gibt.

Kompetenzen/ Fortbildungen

  • Alle Pädagogen der S-a-S sind ausgebildete Lehrer mit unterschiedlichsten Fächern. 
  • Über die traditionelle Lehrerrolle hinaus gehende Beraterkompetenzen wurden in der von den meisten mindestens achtjährigen Mitarbeit in der S-a-S erworben. Auch wurden Beraterkompetenzen aus früheren Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung oder aus individuellen Fortbildungen (z. B. zur non-direktiven und systemischen Beratung) bei gemeinsamen Fortbildungen und Auswertungstagen ins Team eingebracht. Auch Inter- und Supervisionen (mit zahlreichen "Fall"-Besprechungen) waren sehr hilfreich für eine Professionalisierung.

Kooperationsstruktur

  • An der S-a-S wechseln "team-teaching" in größeren Lerngruppen, Teilungsunterricht in kleineren Lerngruppen durch eine Person und individuelle Lernbegleitung.
  • Die für die einzelnen Lerngruppen zuständigen Kleinteams (aus 2 bis 5 Lehrern) haben weitgehende Spielräume zum Experimentieren und Gestalten der pädagogischen Arbeit.
  • Lern- und Beratungsangebote (Lernwerkstatt, Atelierraum, PC-Raum sowie Mediation, Schulstation, Beratung durch einen Sozialpädagogen in Krisen- und Konfliktfällen) stellen gleichzeitig Kooperationsangebote für die jeweils über ihre Schüler beteiligten Lehrer dar.
  • Teamarbeit gibt es auf allen Ebenen. Wöchentlich finden Teamsitzungen bzw. Fach- oder Gesamtkonferenzen statt. Die Schulleitung ist kooperativ-partizipativ organisiert.

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