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Arbeit mit einem Methodencurriculum in der GrundschuleInhaltsverzeichnisKooperationsstrukturen - Die Kollegen arbeiten seit 1998 in drei Teams, denen Lehrer und Erzieher angehören. Sie sind für die Lernstufe 0/1/2, für die Klassenstufen 3 und 4 bzw. 5 und 6 zuständig.
- Jedes Team 0/1/2, 3/4 und 5/6 wählt einen Teamleiter.
- Die drei Teamleiter bilden gemeinsam mit der Schulleitung eine Steuergruppe für Schulentwicklung. Diese Steuergruppe tagt wöchentlich einstündig zu einem festgelegten Zeitpunkt. Eine Jahresplanung strukturiert die gemeinsame Arbeit.
- Im Anschluss an den Termin der Steuergruppensitzung treffen sich die drei Teams. Sie machen in der Regel eine Halbjahresplanung und bearbeiten sowohl selbst vereinbarte als auch durch Beschlüsse an sie übertragene Themen. Sie treffen inhaltliche und organisatorische Absprachen zur Gestaltung des Schulalltags.
- Für die Kooperationszeiten sind keine zusätzlichen Zeitressourcen vorhanden.
Initiative zur Entwicklung eines Methodencurriculums - Anstoß für unsere Arbeit war das Positionspapier „Grundschulreform 2000“ der damaligen Senatorin Stahmer, welches im Frühjahr 1998 erschien.
- Es wurde dem Kollegium von der Schulleitung auf der Gesamtkonferenz am Ende des Schuljahres 1997/98 vorgestellt. Das Positionspapier bestätigte eigene Erfahrungen, die Lehrkräfte in ihrer Rolle als Eltern gemacht hatten: Der Bedarf, dass Schulkinder beim Übergang in die Oberschule über entsprechende Kompetenzen verfügen müssen, und die diesbezügliche Verantwortung der Grundschule waren erkannt.
- Die Teilnahme am Schulversuch „Verlässliche Halbtagsgrundschule (VHG)“ wurde beschlossen. Die Organisationsform einer VHG und die damit verbundenen Inhalte und Veränderungsprozesse schienen eine günstige Voraussetzung für das sich abzeichnende Vorhaben zur Kompetenzentwicklung zu sein. Der Schulversuch hat im Schuljahr 1998/99 begonnen.
Entwicklung und Überarbeitung des Methodencurriculums - Im Jahr 2000 haben Lehrer und Erzieher aller drei Teams mit Vorarbeiten für einen ersten Entwurf eines Methodencurriculums begonnen. Leitfrage war: Welche Kompetenzen benötigen Kinder für einen gelingenden Übergang vom Primarbereich in den Sekundarbereich? Durch Literaturrecherche machten die Kollegen sich sachkundig. Anschließend stellten sie geeignet erscheinende Methoden für die bereits existierende Lernstufe 0/1/2 sowie für die projektierten Lernstufen 3/4 und 5/6 zusammen.
- Dieser Methodenfundus wurde analysiert und in gemischten Arbeitsgruppen (Lehrer und Erzieher aus verschiedenen Jahrgangsteams) inhaltlich aufbereitet. Prüfkriterium war für sie die Anschlussfähigkeit über die drei Lernstufen hinweg und ob damit ein kumulativer Aufbau zu erreichen war. Dieser wurde später im Ergebnis durch die Rasterform des Curriculums abgebildet.
- Auf mehreren Gesamtkonferenzen wurden diese Vorarbeiten aufbereitet und im Mai 2001 als Erstfassung mit zunächst fünf Methodenschwerpunkten und als verbindliche Arbeitsgrundlage beschlossen.
- 2001 begann die für zwei Jahre vereinbarte Erprobungsphase.
- Sie endete im Mai 2003 mit Auswertung, Überarbeitung, Ergänzung, Veränderung und Beschluss des Methodencurriculums im Rahmen eines Studientages und einer Gesamtkonferenz. Das Ergebnis war die Neufassung des schulinternen
Methodencurriculums mit nun vier Methodenschwerpunkten. - Im Sommer 2003 wurde mit der Entwicklung eines Sozialkompetenz-Curriculums begonnen.
- Durch die gewählten Gremienvertreter wurden Eltern, wie bei anderen Schulentwicklungsvorhaben auch, in die Entwicklung und Arbeit mit dem Methodencurriculum einbezogen.
Rahmenplansituation in Berlin - Die bis 2003/04 geltenden Rahmenpläne für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule enthalten zur Kompetenzentwicklung nur wenige Aussagen. Diesen Freiraum nutzten wir und nahmen die Gestaltung dieses wichtigen Bereiches selbst in die Hand.
- Die neuen Rahmenpläne, die ab 2004/2005 gültig sind, fordern nun die Entwicklung aller Kompetenzbereiche in allen Fächern gleichermaßen. Dadurch erfuhr unsere Arbeit der vergangenen Jahre ihre Bestätigung.
Unterrichtsorganisation für die 3. bis 6. Klassen - Wir haben unsere Unterrichtsstruktur so verändert, dass Wochenplan-, Projekt-, Freiarbeit, Stationenlernen und Frontalunterricht in einem sinnvollen Verhältnis miteinander kombiniert werden.
- 2001 wurden verbindliche Zeiten für diese Formen selbstständigen Lernens eingeführt. In den Klassenstufen 3 und 4 sind wöchentlich 8 Unterrichtsstunden als Wochenplanarbeits-Zeiten ausgewiesen. In den Klassenstufen 5 und 6 gibt es insgesamt 9 Unterrichtsstunden als „selbstständige Lernzeiten“ (SLZ) mit 6 Wochenplanstunden und 3 Projektstunden.
- Der Schultag für die jahrgangsgemischten Lerngruppen ist rhythmisiert (rhythmisierter Schultag).
Fortbildung - Um die selbst formulierten Anforderungen – z. B. die Umsetzung des Methodencurriculums oder die Individualisierung und Differenzierung des Lernens – besser bewältigen zu können, besuchten Kollegen vielfältige Fortbildungen. Zu Themen wie „Methodenkompetenzentwicklung“ oder „Teamentwicklung“ beispielsweise nutzten sie u.a. die Angebote im Rahmen der Schulversuche „Verlässliche Halbtagsgrundschule“ und „Jahrgangsübergreifendes Lernen (JÜL)“ oder nahmen an Veranstaltungen anderer Schulen zum Methodenansatz nach H. Klippert teil.
- Außerdem besuchten Kollegen Tagungen und hospitierten an mehreren Schulen in anderen Bundesländern.
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