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Förderung von Lernkompetenz durch ein fächerübergreifendes Curriculum "Lernkompentenz"

Inhaltsverzeichnis

2. Voraussetzungen für die Einführung bzw. Durchführung

Gründungsteam und Ausbau der Schule

  • Das Gründungsteam der Realschule Enger bestand 1995 aus drei Lehrern. Ihnen war eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Arbeits- und pädagogischen Alltag an den Herkunftsschulen gemeinsam. Das Thema „Wie können Schüler besser lernen lernen“ wurde zum gemeinsamen Arbeitsschwerpunkt erklärt. Ein Gründungsteammitglied, der Verfasser des Schulentwicklungsbausteins, hatte bereits Erfahrungen in der Erarbeitung von Lehrplänen.
  • Jährlich kamen etwa vier bis sechs neue Kollegen und ca. 90 Schüler hinzu.
  • Der geplante Ausbau der Schule war 2001 erreicht.

Materialsuche 

  • Der erste Schritt zur Konkretisierung der gemeinsamen Vision bestand 1995 darin, nach Materialien und Hilfen zu suchen, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen konnten. Da es zum „Lernen lernen“ damals keine Fortbildungsangebote gab, mussten wir uns auf vorhandene  Literatur beschränken.
  • Zwar fanden wir Mitte der 90er Jahre einige anregende Publikationen zu konkreten Inhalten (u.a. Endres 1991, Endres 1994, Klippert 1996), in denen bestimmte lernmethodische Inhalte mehr oder weniger unterrichtsbezogen dargestellt werden. Bis auf Klippert (1996) gab jedoch keine der Publikationen Hilfen, wie eine Umsetzung und damit Implementierung dieses neuen Arbeitsbereiches an einer Schule erfolgen konnte.
  • Nach Sichtung der Literatur haben wir uns bereits im ersten Monat nach Beginn des Schulbetriebs (1995) entschieden, uns letztendlich selbst auf den Weg zu machen, entsprechende „Bausteine“ (zunächst zur Methodenkompetenz) zu entwickeln.

Leitgedanken für die Entwicklung von Bausteinen zur Methodenkompetenz

  • Bausteine zur Methodenkompetenz wollten wir in systematischer Form in der Schule etablieren. Dabei musste insbesondere berücksichtigt werden, dass in den Folgejahren ständig neue Kollegen hinzu kommen würden. Ein solches Baustein-System sollte mehrere Forderungen erfüllen:
  • leichte Einarbeitung und Umsetzung des Ansatzes auch für neue Kollegen
  • Verbindlichkeit für alle 
  • Einbindung aller Schüler, aller Lehrer sowie aller Fächer
  • Nachhaltigkeit 
  • Rahmensetzung für nicht-fachbezogene Aspekte 
  • Struktursetzung (inhaltlich, zeitlich, organisatorisch) 
  • Verschriftlichung
  • schnelle, sichtbare Erfolge

Die schulinterne Arbeitsgruppe „Lernkompetenz“

  • Bereits 1995 haben wir zum ersten Mal mit den Schülern einen Schwerpunkttag zu Lern- und Arbeitstechniken durchgeführt. Da wir unsere Arbeit jedoch systematischer gestalten wollten, haben wir im Schuljahr 1996/97 eine schulinterne Arbeitsgruppe zum Thema „Das Lernen lernen“ gebildet. Sie bestand aus den Gründungsteammitgliedern sowie den zwei neuen Kollegen des neuen Jahrgangs. In den Folgejahren haben wir für Teilvorhaben weitere Kollegen um Mitarbeit gebeten.
  • Unseren Auftrag haben wir darin gesehen Bausteine zu einem schulinternen Curriculum zu entwickeln und zu konkretisieren.
  • Als durch die Entwicklung weiterer Bausteine deutlich wurde, dass die Förderung von Lernkompetenz weit mehr beinhaltete als die bloße Vermittlung von Lerntechniken und –strategien haben wir 1998 die AG umbenannt in AG „Förderung von Lernkompetenz“.
  • Wir haben ergebnisorientiert gearbeitet und um dies zu erreichen, einen Arbeitsplan aufgestellt. Für unsere Arbeitsweise waren Kenntnisse aus dem Projektmanagement und der Lehrplanarbeit hilfreich.
  • Während uns unsere Arbeitsweise in den ersten Jahren der Aufbauphase der Schule gestattete auf formale Beschlüsse zu verzichten, erhalten mittlerweile Kollegen, die in einer AG an der inhaltlich-praktischen Erarbeitung einzelner Lernkompetenz-Bausteine arbeiten wollen, durch Schulleitung, Steuergruppe und Lehrerkonferenz den entsprechenden zeitlich und inhaltlich definierten Arbeitsauftrag.

Die Steuergruppe

  • Seit 1997 gibt es eine Steuergruppe. Seitdem wird auch die Weiterentwicklung von Bausteinen für das Kompetenz-Curriculum von der Steuergruppe organisiert.
  • Mitglieder der Steuergruppe sind ebenfalls Mitglied einer Projektgruppe und als solche verantwortlich und Ansprechpartner für das Projekt. So sind zwei Kollegen zurzeit zuständig für die Pflege und Verbesserung der Bausteine.

Entwicklung eines schulinternen Curriculums

  • Unsere ersten Umsetzungsschritte zur Entwicklung eines schulinternen Curriculum Lernkompetenz entlang der o.g. Leitgedanken zielten ab auf die Entwicklung von methodischen Kompetenzen bei Schülern. Damit setzten wir uns selbst einen zeitlichen, inhaltlichen und methodischen Rahmen für eine systematische Unterrichtsentwicklung.
  • Die Arbeit war bis zum Schuljahr 1999/2000 geleistet, das Curriculum veröffentlicht. Elemente von Kommunikations- und Teamtraining waren darin nur implizit berücksichtigt. Auch blieb die Sachkompetenz zunächst ausgeklammert, da wir davon ausgegangen waren, dass Lehrer hierzu als (fachliche) Experten ausgebildet sind.
  • Für eine wirksame Umsetzung in der Unterrichtspraxis hat die AG in Zusammenhang mit der Publikation Kriterien formuliert, die das schulinterne Curriculum erfüllen soll ( Kriterien schulinternes Curriculum).
  • Das „kooperative Lernen“ - maßgeblich basierend auf dem von Johnson/Johnson als Cooperative Learning entwickelten Ansatz ( Literatur), der vor allem jedoch durch Norm Green (Durham Board of Education, Kanada) populär gemacht wurde - kam als weitere Kompetenzdimension im Schuljahr 2000/2001 hinzu und geht über die bisherigen Formen der „Gruppenarbeit“ hinaus. Vielfältige kooperative Lernformen unterstützen die Förderung der Teamfähigkeit im Besonderen sowie die Entwicklung und den Ausbau von Sozialkompetenz im Allgemeinen.
  • Zum Schuljahr 2002/2003 wurden zudem erste Bausteine zur Förderung von Kommunikationskompetenz ins Curriculum Lernkompetenz integriert.

Ressourcen

  • Beim Landesinstitut für Schule in Soest (NRW) haben wir für den Förderbereich „Neue Formen des Lehrens und Lernens“ im Rahmen des GÖS-Projekts (Gestaltung und Öffnung von Schule) Fördergelder beantragt und bewilligt bekommen. Hieraus konnte Literatur angeschafft und konnten Fortbildungen organisiert werden.
  • Die im Rahmen des Projektes „Schule & Co“ gewährten, zeitlich limitiert erhöhten Stellenanteile zur Schulentwicklung, wurden u.a. dazu genutzt, interessierten Kollegen Freiräume für die Weiterentwicklung bzw. unterrichtliche Konkretisierung unserer Projekte zu ermöglichen. 
  • Ebenfalls über das Projekt „Schule & Co“ war eine Teilnahme an für uns hilfreichen Fortbildungen möglich (wie z.B. „Projektmanagement“, „Evaluationsberatung“, „Team- und Kommunikationsentwicklung“, „Qualifizierung von Schulleitern“).
  • Die wichtigste personelle Ressource war jedoch die Freiwilligkeit verbunden mit einem hohen Grad an Engagement der Kollegen!

Kooperationsstrukturen

  • Die Klassenleitungen der jeweiligen Jahrgangsstufe bilden ein Klassenleitungsteam.
  • In Sitzungen eines Klassenteams koordinieren sich die Klassenleitung und die verschiedenen Fachlehrer einer einzelnen Klasse.
  • Jahrgangsteams setzen sich aus allen in einer Jahrgangsstufe unterrichtenden Lehrern zusammen.
  • Fachteams sind die im jeweiligen Fach unterrichtenden Fachkollegen unserer Schule. Sie treffen sich etwa monatlich zu Fachteamsitzungen, um Unterrichtsentwicklung fachspezifisch voran zu bringen, z.B. durch die gemeinsame Erarbeitung von schulinternen Curricula ( Bsp. Fachcurriculum Geschichte), Materialien, Unterrichtseinheiten,  Planungsrastern etc.
  • Fachkonferenzen sind durch das Schulmitwirkungsgesetz definierte Fachgruppen, an denen neben Lehrern auch Eltern und Schüler partizipieren.
  • Seit 1997 koordiniert eine Steuergruppe (s. o.) mit Einzelverantwortlichkeiten für jeweils bestimmte Projekte die schulischen Arbeitsgruppen.
  • Arbeitsgruppen werden an der Schule jährlich zusammengestellt bzw. bekommen auf Vorschlag der Steuergruppe, der Schulleitung oder auch aufgrund von Eingeninitiative ein Votum von der Lehrerkonferenz zur Neubearbeitung eines Projekts bzw. zur Weiterarbeit an einem bestehenden. Sie arbeiten ergebnisorientiert und sind dem Kollegium gegenüber rechenschaftspflichtig (Bericht).
  • Für die schulinterne Fortbildung zu den Bausteinen des Lernkompetenz-Curriculum sind jeweils einzelne „ Bausteinexperten“ zuständig (s. Pkt. 3 „Begleitende Lehrerfortbildung“).

Seit 1999 gibt es eine Arbeitsgruppe zur systematischen Evaluation. Ein Mitglied wurde als „Evaluationsberater” geschult. Zur Bearbeitung jährlicher Evaluationsschwerpunkte – bzw. wenn das spezifische Know how gefragt ist – tritt diese AG in Aktion.

SUCHE

Kontakt

› Realschule Enger
05224-978034

pdf-Download

Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:  Fachuebergreif_curric.pdf

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