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„Kommunikation und Sozialkompetenz“ als Unterrichtsfach

Inhaltsverzeichnis

2. Voraussetzungen für die Einführung bzw. Durchführung

Anmerkung 1: Der SKP-Schule sind die 5. bis 8. Klasse AHS (allgemein bildende höhere Schule in Österreich) an KoSo beteiligt. Diese werden synonym auch als 9. bis 12. „Schulstufe“ bezeichnet, was deutscher Einteilung entspricht. Zum besseren Verständnis werden im folgenden Text die deutsche Zählweise und die Bezeichnung „Schulstufe“ verwendet, während in den beigefügten Materialien die im Original verwendete Bezeichnung beibehalten wird (5. Klasse = 9. Schulstufe, ... 8. Klasse = 12. Schulstufe).
Anmerkung 2: Dieser Text wurde im Jahr 2004 verfasst und dokumentiert dem zufolge den Stand des Jahres 2004.

Adressatengruppe

  • Aufgenommen werden Kinder aus allen Schulformen, bei denen unabhängig von ihren Schulnoten bildungs- und sprachunabhängige (APM) und bildungs- und sprachabhängige Intelligenztest (IST 2000) anerkannt definierte Werte für Hochbegabung ergeben haben. Diese standardisierten Testverfahren werden durch externe Psychologen durchgeführt.

Ressourcen

  • Der Besuch dieser öffentlichen Schule ist nicht an Schulgeldzahlungen gebunden.
  • Für besondere pädagogische Angebote erhält die Schule Zuwendungen vom „Verein der Freunde der Sir-Karl-Popper-Schule“, der von Eltern selbst verwaltetet wird.
  • An der SKPS werden derzeit 12 Lwstdn. für den KoSo-Unterricht eingesetzt (2stündig in je zwei 9. und 10. Schulstufen, 2stündig in je einem Kurs der 11. und 12. Schulstufe). Zur Einführung des Faches KoSo wurde die Stundentafel für die beteiligten Schulstufen erhöht. Diese Stunden werden von der Verfasserin des Schulentwicklungsbausteins sowie – in geringerem Umfang – von einer weiteren Lehrerin erteilt.
  • Jede österreichische Schule hat eine staatlicherseits vorgegebene Anzahl von Schulstunden, in deren Rahmen sie durch Verschiebung der Anzahl von Stunden pro Fach über deren Einsatz selbst verfügen und damit z.B. ein neues Fach einführen kann. Die SKPS hat diesen Rahmen genutzt. Darüber hinaus steht diesem Schulversuch ein geringer Anteil zusätzlicher Stunden zur Verfügung. 
  • In der 9. und 10. Schulstufe ist für jeweils 3 bis 5 Schüler eine diese i.d.R. nicht unterrichtende Lehrkraft einstündig als Coach tätig ( Bsp. Stundenplan). 15 Lehrpersonen sind mit insgesamt ca. 20 Lwstdn. dafür eingesetzt.

Die Initiative

  • Die Verfasserin des Schulentwicklungsbausteins hat im Schuljahr 1999/00 als Fachlehrerin im Fach „Französisch“ Lernarrangements so gestaltet, dass Schüler sich mit der Meta-Ebene des Lernens auseinander gesetzt und dabei auch das Miteinander in einer Lerngruppe reflektiert haben. Damit hat sie ihre Auffassung von Lernprozessen (s.  Artikel „Lernen lernen“) fachimmanent umgesetzt und das interaktive Geschehen im System Unterricht ebenfalls zum Gegenstand der Beobachtung gemacht.
  • Bei den Lernenden entstand der Wunsch, diese Art der Reflexion auch in anderen Unterrichtsfächern umzusetzen.
  • In einem „bottom up-Prozess“ wurde ein entsprechender Vorschlag von dieser Lehrerin und von Kindern und Eltern an das Kollegium und an die Schulleitung herangetragen. Die Schulleitung war für diese Idee empfänglich. Im Kollegium gab es zunächst durchaus auch Skepsis. 
  • Von der Initiatorin wurde noch im Schuljahr 1999/00 ein Konzept entwickelt. Es wurde der Schulleitung vorgelegt und der Lehrerkonferenz zur Information vorgestellt.

Eckpunkte des Konzepts und Grundlagen des Faches KoSo

  • Strukturell sollte es ein zweistündiges Pflichtfach mit „normaler“ Beurteilung (Noten) sein.
  • Inhaltlich sollte die Methodik der „Beobachtung der Beobachtung“ durchgehend im Zentrum stehen, 
  • es sollten verschiedene „Schulen“ mit ihren theoretischen und methodischen Grundlagen von Kommunikation und Kooperation nebeneinander gestellt und im Vergleich betrachtet werden,
  • der Bogen sollte vom „Ich“ zum „Du“ über die Kleingruppe zur Organisation und zur Gesellschaft führen.
  • Theoretische und methodische Grundlagen des Faches KoSo sind (s.  Literatur):
    • ein kommunikationstheoretischer Ansat
    • die Gruppendynami
    • die Transaktionsanalys
    • ein systemischer Ansatz (systemische Beratung, zirkuläres Fragen, Lösungsorientierung, Systemtheorie
    • der Konstruktivismu
    • weitere philosophische Ansätze
    • die Neurobiologie
    • die Methode der Supervision

Einführung des Faches KoSo

  • Der Status eines „Schulversuchs“ hat der SKPS die Einführung des Faches KoSo erleichtert dank des gegenüber Regelschulen größeren Gestaltungsspielraums sowie einiger zusätzlicher Lehrerstunden. 
  • Im Sommersemester 2000 wurde durch den Direktor ein Pilotsemester für das Fach KoSo genehmigt, das im Herbst 2000 durchgeführt werden sollte. 
  • Die sehr positiven Erfahrungen mit dem Pilotsemester ließen bei der Schulleitung, den Kindern und Eltern gleichermaßen den Wunsch entstehen daraus ein Unterrichtsfach der SKPS zu machen. Zum Ende des Pilotsemesters wurde dazu vom Direktor, mit starker Unterstützung durch Schüler und Eltern eine Entscheidung getroffen. 
  • Der zunächst vorhandenen Skepsis und leichten Abwehr im Lehrkörper („Kuschelecke“) durch mangelnde Information konnte durch gezielte Information und durch Hospitationsangebote im KoSo-Unterricht erfolgreich begegnet werden.
  • Die Kinder selbst hatten die größte Überzeugungskraft, weil von ihnen das Fach so gut angenommen wurde. Durch die Erfahrungen der Kinder animiert entstand im Kollegium der Wunsch nach Fortbildung zu den Feldern „Kommunikation“ und „Sozialkompetenz“.

Organisationsstruktur

  • Das Unterrichtsfach KoSo wird seit dem Schuljahr 2000/01 in den Schulstufen 9 und 10 als Pflichtfach mit einer Doppelstunde pro Woche unterrichtet ( Bsp. Stundenplan)  
  • In den Schulstufen 11 und 12 können Schüler KoSo als Wahlfach innerhalb des Kurssystems wählen.
  • Seit diesem Jahr (2003/04) gehört KoSo zu den wählbaren Gegenständen für die mündliche Reifeprüfung.
  • Für alle Fragen (konzeptioneller oder organisatorischer Art), die das Fach KoSo betreffen, ist derzeit die Initiatorin zuständig.

Qualifikationen und Fortbildungsangebote

  • Die Initiatorin verfügt über ihre Qualifikation als Lehrkraft hinaus über Kompetenzen und einschlägige nebenberufliche Erfahrungen (Supervisionsausbildung, Ausbildung als Kommunikationstrainerin; Kenntnisse in verschiedenen Gebieten wie Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP), Gruppendynamik, Themenzentrierte Interaktion (TZI)).
  • Eine weitere Lehrkraft hat eine abgeschlossene TZI-Ausbildung, Fortbildungen in NLP absolviert und vor ihrem Eintritt in die SKPS über ca. zehn Jahre Erfahrungen mit dem“ Projekt „Soziales Lernen“ an Wiener Schulen gemacht.
  • Von der Initiatorin werden sowohl schulintern als auch bundesweit verschiedene Fortbildungen angeboten. Seit Herbst 2003 wird ein 90stündiger Ausbildungslehrgang „Kommunikation und Sozialkompetenz“ unter ihrer Leitung über das Pädagogische Institut der Stadt Wien“ durchgeführt (» www.pi-wien.at) ( KoSo Ausbildung).
  • Die schulinternen Fortbildungen wurden – aus Akzeptanzgründen vor allem in der Anfangszeit – durch externe Referenten ergänzt.
  • Mitglieder des Lehrkörpers, die nicht selbst KoSo unterrichten, aber Interesse an den Inhalten haben, erhalten halbtägig in einem „ Fortbildungspuzzle“ ein vergleichbares Lernangebot (Bsp.  Angebot schulinterne Fortbildung) wie die Schüler in gekürzter Form. Ihre diesbezüglichen Wünsche werden erfragt.

SUCHE

Kontakt

› Sir-Karl-Popper-Schule
0043-1-505-33-43

pdf-Download

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