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Sozialtraining als Baustein einer umfassenden Kompetenzvermittlung an der Staudinger-Gesamtschule

Inhaltsverzeichnis

2. Voraussetzungen für die Einführung bzw. Durchführung des Ansatzes

Strukturen für Schulentwicklung und Kooperation

  • Aus Anlass der im Schuljahr 2002/03 in BW eingeführten Bildungsstandards bildeten sich auf Vorschlag des Schulleiters drei Arbeitskreise: Einer beschäftigte sich mit dem Ganztagesbereich, ein zweiter mit den künftigen Stundentafeln und ein dritter wollte, ausgehend von dem, was sich an unserer Schule als Profil herausgebildet hatte, ein Schulkonzept erstellen. Das Schulkonzept wurde im Schuljahr 2004/05 durch einen Beschluss der Gesamtlehrerkonferenz (GLK) verbindliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Systematische Kompetenzentwicklung sollte Bestandteil sein ( Schulkonzeptentwicklung;  Schulkonzept; aktuelle Fassung  » http://www.staudi.fr.schule-bw.de/?page_id=8).
  • Der Arbeitskreis Schulentwicklung (AKSE) koordiniert den Prozess der Schulentwicklung seit 1995. Er ist über die Jahre auf 20 bis 30 Personen angewachsen. Teilnehmer sind: Mitglieder der Schulleitung, 8 bis 10 Lehrer, 6 bis 8 Elternvertreter, 1 bis 2 Schulsozialarbeiter und 2 bis 6 Schülervertreter. Die Mitglieder erhalten kein Mandat. Jeder, der Interesse hat, kann teilnehmen. Wenngleich es durch Schulzugehörigkeit und das Prinzip Freiwilligkeit bedingt einen gewissen Wechsel gibt, besteht der AKSE doch aus einem relativ festen Stamm von Mitgliedern. Für seine Tätigkeit und Stellung hat er von der GLK ein Mandat erhalten, das am 11.12.2006 erneuert wurde ( Arbeitskreis Schulentwicklung). Er tagt fünf- bis sechsmal pro Schuljahr. Zwischen den Sitzungen wird der feste Stamm zu einer Vorbereitungssitzung des bevorstehenden Treffens eingeladen.
  • Aus dem AKSE hat sich im Schuljahr 2000/2001 ein AK Sozial- und Methodentraining gebildet. Ab dem Schuljahr 2004/2005 war es wegen der wachsenden Arbeitsaufgaben notwendig, getrennte Arbeitskreise für Sozialtraining und Methodentraining arbeiten zu lassen.
  • Der AK Sozialtraining besteht aus ca. 5 Mitgliedern, Lehrer und zeitweise Eltern. Zu seinen Aufgaben zählen u. a. die Ausformulierung des Sozialtrainingcurriculum sowie dessen ständige Überarbeitung. Weiterhin gilt es, Fortbildungsmodule zu organisieren, Überzeugungsarbeit für Fortbildungsteilnahme zu leisten sowie auf Konferenzen zu informieren.
  • Im AK Methodentraining erstellen und überarbeiten 4 bis 5 Lehrer das Methodencurriculum.
  • Seit 2004/05 tagt der AK Selbstevaluation, ebenfalls ein Unterarbeitskreis des AKSE. Er bereitete die erste SEIS-Befragung 2005/2006 im Rahmen des Projekts „Regionale Bildungslandschaft Freiburg“ vor und initiierte die datengestützte Schulentwicklung.
  • Die Schulkonferenz ist das oberste Beschluss fassende Gremium der Schule. Zu ihren 13 Mitgliedern zählen der Schulleiter, 3 Elternvertreter, 6 Lehrer, 3 Schüler.
  • Die Gesamtlehrerkonferenz (GLK) ist das beschlussfähige Gremium der Lehrer.
  • Im ElternBeiRat sind zwei Eltern aus jeder Klasse vertreten. Als Besonderheit unserer Schule bilden in jeder Klasse fünf Eltern das sogenannte 5er-Gremium der Klasse. Es gehört dem Gesamtelternbeirat an. Mitglieder des ElternBeiRats sind pädagogisch-konzeptionell aktiv ( Pädagogische Elternbeteiligung).
  • Jede Klasse hat zwei Klassenlehrer. Sie nehmen an Jahrgangskonferenzen teil und tauschen sich dort mit ihren Kollegen über unterrichtliche und pädagogische Fragen und Vorhaben aus.

 

Zum Vorgehen bei der Entwicklung eines schulinternen Curriculums Sozialtraining

  • Um abzusichern, dass das Sozialtraining alle Schüler erreicht, hat der AK Sozialtraining versucht, die Lerninhalte in einer geplanten zeitlichen Abfolge und in einem sinnvollen inhaltlichen Aufbau für die verschiedenen Jahrgänge festzulegen.
  • Zu Beginn des Implementierungsprozesses (1995-1998) hatten nur wenige Kollegen eine qualifizierte Ausbildung zum Sozialen Lernen. In den verschiedenen Ausbildungsgängen der bei uns vertretenen Berufsqualifizierungen war auf diese Thematik allenfalls oberflächlich eingegangen worden. Eine Unterrichts- und Curriculumentwicklung erforderte zunächst Recherchetätigkeit und Fortbildung (vgl. Pkt 3 „Fortbildung der Lehrkräfte zum Sozialen Lernen“).
  • Zunächst hatten wir uns bemüht, selbständig Materialien und das Curriculum zu entwickeln. Nach relativ kurzer Zeit erkannten wir aber, dass es neben der unterrichtlichen Belastung kaum möglich war, diese Arbeit qualifiziert zu leisten und gaben das Vorhaben auf. Da wir es auch nicht als Aufgabe einer Einzelschule ansahen, das Rad neu zu erfinden, suchten wir nach brauchbaren Vorlagen. Folgendes half uns – zum Teil nur in Ansätzen – weiter:
  • zahlreiche Beispiele für punktuelle Übungen zum Sozialen Lernen in der pädagogischen Literatur;
  • „Systematisches Training von Gruppenarbeitstechniken und Gruppenfähigkeit“; Broschüre „Gruppentraining“ der Gesamtschulen Köln-Holweide und Sulzbach, Hrsg.: GGG (Gemeinnütziger Verband Gesamtschulen); dies entsprach in Ansätzen unseren Vorstellungen von einem langfristig angelegten Sozialtraining;
  • die Neuerscheinung „Fit und stark fürs Leben“, ein Sozialtrainingsprogramm für die Klassen 5 und 6 (Klett-Verlag; Stuttgart); im Jahr 2000 gelang uns damit ein erster Schritt in ein systematisches Sozialtraining in den 5. und 6. Klassen;
  • durch eine Empfehlung des Suchtpräventionsbeauftragten der Polizeidirektion Freiburg, Herrn Gerhard Beck, wurden wir im Jahre 2002 auf „Lions-Quest“, „Zukunftsprogramm für Jugendliche“, aufmerksam, ein aus unserer Sicht adäquates Erziehungs- und Unterrichtsprogramm zur Förderung der psychosozialen Persönlichkeitsentwicklung von 10- bis 15jährigen.
  • Nachdem im Schuljahr 2006/07 das Sozialtraining fest im Stundenplan ausgewiesen war ( Bsp. Stundenplan), arbeitete der AK für die Klassen 5 bis 7 ein „Sozialtrainingsfundamentum“ aus – ein Minimalkatalog von zu behandelnden Themen jeweils mit Literaturhinweisen versehen ( Sozialtraining Fundamentum). Dies wurde durch Beschluss der GLK vom Mai 2007 zur verbindlichen Grundlage und auf der Basis der Materialien von Lions-Quest und „Fit und stark fürs Leben“ bis Oktober 2007 weiter entwickelt zum schulinternen Curriculum ( Curriculum Sozialtraining).

 

Zum Vorgehen bei der Entwicklung eines schulinternen Curriculums zum Methodentraining

  • Der AK Methodentraining hat über die Literaturrecherche eine vergleichbare Vorgehensweise gewählt und wie der AK Sozialtraining mit folgenden Ergebnissen:
  • Zu Beginn des hier beschriebenen Schulentwicklungsprozesses gab es einige für unsere Praxiszwecke geeignete Veröffentlichungen, darunter vor allem die Bücher von H. Klippert (z. B. „Methoden-Training“);
  • eine erste Orientierungshilfe erhielten wir durch das „Pfullinger Curriculum“.
  • Über eine Schulleitertagung der Realschulen erfuhren wir von den Veröffentlichungen der Realschule Enger zur Lernkompetenz. Beide Bände „Lernkompetenz I, Klassen 5und 6“ und „Lernkompetenz II, Klassen 7-9“ (Cornelsen-Verlag 2001) schienen für unsere Vorstellungen sehr geeignet. Lernkompetenzen waren in einem u. E. sinnvollen Aufbau den einzelnen Jahrgängen zugeordnet, für jede Methodenkompetenz war eine fertige Unterrichtseinheit ausgearbeitet. Die für unsere Schule erstellten Curricula orientierten sich bis zum Schuljahr 2006/ 07 stark am „Enger-Curriculum“  ( Methodencurriculum Stand Juli 06).
  • Bei unseren Auswertungsgesprächen in den Jahrgangskonferenzen wurde aber auch häufig Kritik an den Inhalten der „Lernkompetenz“–Bände geäußert. Einheiten wurden als kleinschrittig und zu ausführlich empfunden, eine stärkere Anlehnung an Inhalte des Fachunterrichts wurde eingefordert, Kooperative Lernformen oder Kommunikationstraining wurden vermisst.
  • Der AK nahm seine Recherche wieder auf, untersuchte Fachbücher unserer Schule der 5. bis 7. Klassen im Schuljahr 2006/07 auf Einheiten zum Methodenlernen, nahm gelungene Beispiele zur Anwendung in das Methodencurriculum auf, behielt eine fächerunabhägige Einführung von vielen grundlegenden Methodenkompetenzen bei, berücksichtigte den 2005 erschienenen Lernkompetenz-Band III aus Enger und weitere Veröffentlichungen, die das Kooperative Lernen einbezogen haben, und überarbeitete das Methodencurriculum ( Methodencurriculum Stand Juli 07).

Da das Methodencurriclum einer kontinuierlichen Überarbeitung bedarf, betrachten wir es als Orientierungshilfe und haben bislang davon abgesehen, es durch einen Konferenzbeschluss verbindlich zu machen.

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