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Die Webbasierte Schulplattform S i L - ein Arbeitsmittel für individualisierenden Unterricht

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

Die Webbasierte Schulplattform wurde im August 2004 in Betrieb genommen und seit dieser Zeit kontinuierlich bearbeitet und erweitert.

An zentraler Stelle steht das Modul "Lernjob-Bibliothek" mit gegenwärtig ungefähr 2000 "Lernjobs" auf drei unterschiedlichen Leistungsniveaus, die nach Aussage der Schule das "Herzstück" der Webbasierten Plattform darstellt. Die Lernjobs werden, orientiert an den geltenden Rahmenlehrplänen, von den Lehrern im Rahmen ihrer Arbeitszeit erstellt und vor ihrer Freigabe von einem hierfür zeitlich entlasteten Fachadministrator auf inhaltliche Konsistenz, Copyright, Quellenangaben, Gewährleistung methodischer und graphischer Standards geprüft. Die "Lernjobs" entstehen in der "Lernjob-Factory", einem großen, offenen, technisch sehr gut ausgestatteten Lehrerarbeitsraum, der allen Lehrern sowohl individuelles als auch gemeinschaftliches Arbeiten ermöglicht. Die Qualität der Arbeit jedes Einzelnen wird auf diese Weise sichtbar, transparent und dokumentierbar. Die befragten Lehrer beschreiben diese Arbeitskultur als hohe Anforderung, die aber, je entwickelter sie ist, desto stärker auch als Unterstützung und Entlastung erfahren wird. Die zeit- und ortsunabhängigen Zugriffsmöglichkeiten der Lehrer auf die in der Lernjob-Bibliothek gesammelten vielfältigen und niveaudifferenzierten Lernaufgaben setzen maßgeblich Ressourcen für das Coaching, die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler frei.

Neben unterrichtlicher Arbeit in einer geschlossenen Lerngruppe oder jahrgangübergreifenden Projekten gibt es an jedem Tag Zeiten des individuellen Lernens, in denen jeder einzelne Schüler im "Lernatelier" -Räume mit gut ausgestatteten Einzelarbeitsplätzen und Medienausstattung- selbstständig an den ihm von seinem Lehrer zugewiesenen Lernaufträgen arbeitet. Diese Lernjobs knüpfen in Anspruch und Niveau an individuelles Vorwissen und spezifische Fertigkeiten der Lernenden an. Sie werden permanent auf der Online-Plattform als individueller Arbeitsplan dargestellt und sind passwortgeschützt für die Eltern ebenso einsehbar wie der jeweils aktuelle Bearbeitungsstatus. Die Schüler entscheiden selbst die zeitliche Organisation ihrer Arbeit innerhalb der Woche. Sie wählen eines der drei Leistungsniveaus und schließen jede Unterrichtssequenz mit einem Test ab, dessen Zeitpunkt sie mit der Lehrkraft abstimmen. An den abgeschlossenen Lernjobs ist der Lernfortschritt ablesbar und im Jahresverlauf als individuelles Kompetenzraster darstellbar ( Kompetenzraster Mathematik).

Lehrer und Schüler haben auf diese Weise jederzeit Einblick in die sie betreffenden Lernvorgänge. Auch für Eltern ist der Lernfortschritt ihrer Kinder nachvollziehbar und durch die Dokumentation abgeschlossener Lernjobs wird das Kompetenzraster fortgeschrieben. Über den Link "Agenda" werden Termine für Tests, Gruppengespräche, Elterngespräche vereinbart und in der persönlichen Agenda angezeigt.

Diese Art des individuellen, selbstständigen Arbeitens erzieht die Schüler dahingehend, ihr Leistungspotenzial realistisch einzuschätzen und auszuschöpfen. Sie werden herausgefordert, sich selbst zu ordnen, ihren eigenen Beurteilungshorizont zu entwickeln, Schuld für ein Misslingen nicht bei anderen zu suchen, sondern selbst Verantwortung für die eigene Lernentwicklung zu übernehmen. Nicht der Vergleich mit anderen Schülern bildet den Maßstab, auch nicht die Anforderungen des Lehrers, sondern das Erreichen der selbst gesetzten Ziele. Die Lernjobs orientieren sich besonders in den für den Übertritt zu weiterführenden Schulen relevanten Fächern an den zentralen Anforderungen, im Fremdsprachenbereich an den Anforderungen des europäischen Fremdsprachen-Portfolios ( Beispiel für einen Lernjob, Fach Englisch). Eltern haben die Möglichkeit, sind aber auch gefordert, sich stärker mit der Lernentwicklung ihrer Kinder zu befassen.

Der Ansatz der Lernjob-Bibliothek kann auch für andere Schulen eine sinnvolle Unterstützung von Wochenplanarbeit sein, insbesondere wegen der transparenten Formulierung von Arbeitsaufträgen auf unterschiedlichen Anspruchsniveaus. Gerade heterogene Lerngruppen werden noch zu häufig eher quantitativ als qualitativ differenziert. (Leistungsstarke Schüler bearbeiten mehr vom Gleichen, nicht ein höheres Maß an Komplexität.) Die systematische Ausrichtung der Lernjobs an definierten Erwartungshorizonten macht den Lernprozess auch für Schüler transparent. Beliebigkeiten und Abhängigkeiten von Lehrerpräferenzen reduzieren sich deutlich. Die Arbeit mit der Lernjob-Bibliothek weist Parallelen zu bekannten Formen der Freiarbeit auf, befindet sich allerdings auf kommunikationstechnisch sehr hoch entwickeltem Niveau. Die methodische und graphische Qualität der Arbeitsmaterialien ist beeindruckend ( Beispiel für einen Lernjob, Fach Deutsch). Viele Module, insbesondere in den Sprachen und Naturwissenschaften, können auf die curricularen Anforderungen deutscher Schulen übertragen werden und besonders in integrierten Schulformen und heterogenen Lerngruppen sinnvoll eingesetzt werden.

Schüler und Eltern erhalten ein wöchentliches Feedback zum Arbeits- und Sozialverhalten. Die Kriterien entsprechen den Zeugnisvorgaben des Kantons Zürich, können aber an andere Zeugnisbezugsrahmen angepasst werden. Für jeden Schüler kommen auf diese Wese erhebliche Datenmengen zustande: 10 - 12 Fächer in acht Bereichen und "Kopfnoten" addieren sich innerhalb der 20 Wochen einen Schulhalbjahres zu ca. 2000 dokumentierten Informationen pro Schüler. Nach Aussage der Lehrer wird die Zeugnisbeurteilung dadurch objektiver, der Leistungsverlauf innerhalb des Schuljahres ist nachvollziehbar und die Schüler/Eltern sind beständig über die Leistungsentwicklung informiert ( Anonymisiertes Zeugnis).

Ergänzt werden diese Elemente durch ein Reihe spezifischer Module für alle relevanten Schulverwaltungsaufgaben und für die professionelle Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern und Eltern. Der passwortgeschützte Austausch von Nachrichten ist ebenso gewährleistet wie die Erfassung von Abwesenheiten und die Genehmigung von Beurlaubungen. Elterngespräche werden in abgestimmter Form dokumentiert, Notizen oder Beobachtungen können in einem "Journal" abgelegt werden und als Grundlage für "Standortgespräche" genutzt werden. Weitere Tools sind die Notenverwaltung und die Zeugniserstellung sowie ein "Anschlagbrett" des Sekretariats. Auch dieser Baustein der Webbasierten Schulplattform ist an die Belange anderer Schulen adaptierbar. Er schafft eine transparente Informationskultur, erleichtert perspektivisch die Verwaltungsarbeit und gewährleistet durch die Beachtung der Datenschutzbelange die persönliche Sphäre von Schülern, Eltern und Lehrern.

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