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Kooperatives Lernen ("Cooperative Learning") - Einführung und Implementierung mit Hilfe eines schulinternen Unterstützungssystems an der IGS Schaumburg

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

Systemisches Vorgehen

  • Von der Einführung bis zur Verankerung des CL im Unterrichtsprofil der Schule sind zwei Prozesse miteinander verwoben: Die der Unterrichts- und der Personalentwicklung. Zum Einen üben und wenden immer mehr Schüler CL-Methoden in ihren Lernprozessen an. Zum Anderen werden Lehrer systematisch unterstützt, das CL in ihr Repertoire von Lern- und Lehrstrategien aufzunehmen und ihre Kompetenz weiter zu entwickeln. Im Zentrum des Schulentwicklungsbausteins steht letzteres: der Prozess der Personalentwicklung.
  • Auch unter Schulentwicklungsaspekten laufen zwei Strategien parallel: ein (eher) unsystematischer und ein systematischer Prozess. Einzelne interessierte Lehrer setzen CL-Methoden in ihren Lerngruppen auf unterschiedlichen Jg.-Ebenen punktuell ein. Die (systematische) Implementierung dagegen beginnt bei Jg. 5, um sich so über die einzelnen Jg.-Stufen Jahr für Jahr aufzubauen.

Elemente des Unterstützungssystems für die Implementierung von Cooperative Learning

  • Dies sind:
    • Projektgruppe "CL-PG"
    • Multiplikatorenteam
    • schulinterne Kooperationen und vereinbarte Zuständigkeiten
    • regelmäßige Schulungen
    • Hinweise auf aktuelle Fachliteratur, die zum Teil an der IGS vorrätig ist
    • schulinterner CL-Arbeitsplan (Arbeitplan CL Jg. 5)
    • Gesprächskreis

Zusammenarbeit und verbindliche Einbindung schulinterner Kooperationspartner

  • Bei allen Schulentwicklungsprojekten versucht die IGS, eine Vernetzung mit den schulinternen Kooperationspartnern - u. a. Kollegen, Eltern, Experten, Pädagogischer Arbeitskreis - zu pflegen  (s. z. B.  Projektarchitektur). 
  • CL-PG, Multiplikatoren, Schulleitung, Jg.-Leiter und Fachkonferenzleiter tragen für die Durch- und Weiterführung des CL-Ansatzes jeweils eine spezifische Verantwortung.
  • Die CL-PG hat sich zur Aufgabe gemacht:
    • das Konzept zu durchdenken, es umzusetzen, es zu adaptieren und weiter zu optimieren;
    • das Konzept auf alle Jahrgänge (5-13), also auch auf die neu begonnene gymnasiale Oberstufe, zu übertragen und systematisch zu verankern;
    • das Unterstützungssystem aufzubauen und zu gewährleisten;
    • ein schulinternes Curriculum für CL zu entwickeln ( Arbeitsplan CL Jg. 5);
    • ein Fortbildungskonzept zu erarbeiten und die Fortbildungen anzubieten.

Die bestehende CL-PG aus drei Personen ist seit Februar 2007 auf fünf Mitglieder angewachsen. Als verantwortlich Zuständige behält die Initiatorin den Prozess der Implementierung im Auge, lädt zu den Sitzungen ein, setzt die Tagesordnungspunkte fest, macht die internen und externen Fortbildungs- und Unterstützungsangebote, besucht in regelmäßigen Abständen Jg.-Teamsitzungen und hält die Kontakte.

  • Die Unterstützung von Kollegen bei Einführung und Anwendung von CL-Methoden durch die Multiplikatoren ist ein seit März 2003 kontinuierlich weiterlaufendes Angebot ( Umsetzungsplan). Es richtet sich an Kollegen aller Jg.-Stufen unabhängig vom Stand der dortigen Implementation.
    In den Sitzungen seines Jg.-Teams bietet ein Multiplikator u. a. folgendes an:
    • Er übernimmt Fortbildungsfunktionen und übt mit dem Team die wichtigsten Methoden ein (z. B.  Kurzbeschreibung Methode Placemat;  Bsp. Placemat);
    • Er gibt Informationen, Materialien, Tipps zu Vorgehensweisen.
    • Er erörtert mit den Teamkollegen grundlegende Sozialziele ( Sozialfertigkeiten), die im Prinzip auf alle Alterstufen (in altersgemäßer Form) anwendbar sind, und stellt Zusammenhänge zur CL-Arbeit her. Denn Sozialkompetenz ist sowohl Ergebnis als auch Voraussetzung des Kooperativen Lernens. Ein Beispiel: Ein Lehrer kann in einer Klasse nur dann effektiv mit 8 Gruppen arbeiten, wenn alle das Sozialziel "Leise Stimmen benutzen" verinnerlicht haben.
    • Er ermuntert sie die CL-Methoden im Unterricht auszuprobieren.
  • Schulleitung: Sie bezieht zum Teil CL-Methoden in die Konferenzgestaltung mit ein (siehe Punkt 3 "Anwendung des CL im Arbeitsalltag der Schule")
  • Jahrgangsleiter: Sie sorgen für einen regelmäßigen CL-Tagesordnungspunkt bei den Teamsitzungen (mit Berichten, Erfahrungsaustausch, Fortbildungselementen). Teilweise wird ein TOP mit einer CL-Methode erarbeitet. Im Dezember 2006 wurde zwischen der CL-PG und den Jg.-Leitern eine jährliche Rückmeldung über die CL-Aktivitäten des jeweiligen Jg. vereinbart (Bsp.  Rückmeldebogen Jg. 7).
  • Fachkonferenzleiter: Gelegentlich werden CL-Methoden bei einzelnen Tagesordnungspunkten und fachbezogenen Fortbildungen auf Fachkonferenzen angewandt. Doch ist CL dort noch nicht systematisch verankert.

Implementierung des Cooperative Learning im Unterricht: Systematischer Aufbau ab Jahrgangsstufe 5 ( Implementierungsübersicht CL)

  • Grundlage für die Implementierung waren der von der Initiatorin im Frühsommer 2003 erstellte  Umsetzungsplan und die erste Schulung der Kollegen des Jg.-Teams 5 Ende des Schuljahres 2003/04 (s. u.). Das CL sollte Ende des Schuljahres 2004/05 in allen 5. Klassen eingeführt worden sein.
  • In den Folgejahren sollte das CL in der darauf folgenden Jg.-Stufe fortgeführt und in den jeweils neuen 5. Klassen eingeführt werden.
  • Seit der Erweiterung der IGS um die gymnasiale Oberstufe (2006/07) wird auch bei der Implementierung ab Jg.-Stufe 11 nach einem vergleichbaren Muster wie ab Jg.-Stufe 5 verfahren. Einige der Multiplikatoren führen dort ihre Arbeit fort.

Entwicklung eines schulinternen Arbeitsplans ( Arbeitplan CL Jg. 5)

  • Die dokumentierte eigene Planung für die CL-Arbeit im 5. Jg. (2004/05) stellte die Initiatorin nach erfolgreicher Erprobung im Juli 2005 dem darauf folgenden Jg.-Team 5 als Arbeitsgrundlage zur Verfügung. Die CL-PG ergänzte das Papier um Elemente des "Klippert-Programms" (zwei "Klippert-Tage" u. a. mit der systematischen Einübung der Mappenführung nach dem Muster der Realschule Enger; s.  Literatur).
  • Neben der Arbeit mit Schülern enthält der so entstandene  Arbeitplan CL Jg. 5 auch Hinweise auf die Einbeziehung von Eltern und auf die Arbeit in den Jg.-Teams:
    • soziale Ziele, an denen Schüler arbeiten sollten;
    • CL-Methoden, die im Unterricht eingeführt und geübt werden sollten;
    • Hinweise, wie Eltern einen praktischen Einblick in das CL erhalten können;
    • die Auflage, dass immer ein Tagesordnungspunkt auf Teamsitzungen dem CL und dem Kompetenzzuwachs der Kollegen gewidmet sein sollte.

Monatliche Treffen interessierter Kollegen als Unterstützungsangebot

  •  Die Initiatorin hat zwischen Dezember 2002 und Ende des Schuljahres 2005/06 interessierte Kollegen sowie die Multiplikatoren zu einem monatlichen Forum eingeladen. Im Zentrum dieser Foren standen Berichte und Austausch über eingesetzte CL-Methoden, Impulse durch die Initiatorin, ergänzende Fortbildung, gegenseitige Unterstützung. Bei Bedarf konnten die Foren auch von Schulen aus der Nachbarschaft wahrgenommen werden.

Organisation der Schulung der Jahrgangsteams 5

  • Von der Initiatorin und ihrer Kollegin wurde die Konzeptidee für die Fortbildungen entwickelt und schriftlich festgehalten.
  • Seit Sommer 2004 wird einmal jährlich das (zukünftige) Jg.-Team 5 an zwei Tagen in CL-Methoden geschult. Für sie ist die Schulung nach interner Vereinbarung verpflichtend. Auch neue Kollegen der IGS und Lehramtsanwärter nehmen teil.
  • Als Schulungstermin bietet sich organisatorisch die letzte Schulwoche vor Beginn der Sommerferien an: Die Schüler des 10. Jg. sind dann nicht mehr an der Schule. Das Jg.-Team 10, das zum neuen Schuljahr in dieser Zusammensetzung als Lehrerteam Jg. 5 seine Arbeit fortsetzen wird, ist nicht mehr an einen Stundenplan gebunden und in seiner Arbeitszeitgestaltung frei.
  • Neben unserem 8- bis 10köpfigen Jg.-Team 5 "in spe" nehmen seit 2004 Lehrer zweier weiterer IGS aus Niedersachsen teil. So erweitert sich der Kreis auf insgesamt ca. 35 Teilnehmer (TN). Für die Schulung in CL ist eine höhere TN-Zahl günstig, weil sich dadurch die Möglichkeiten für Gruppenarbeit vergrößern.
  • Schulungsleiter sind die Initiatorin und ein Kollege der CL-PG, der sich besonders um die technischen Aspekte kümmert.
  • Die Fortbildungen finden bei uns an der Schule statt. Interessierten externen TN bietet die IGS - vergleichbar der Gesamtschule Haspe - Hospitationsmöglichkeiten an.

Inhalte und Ziele der Schulung der Jahrgangsteams 5 ( Struktur schulinterne Fortbildung)

Übertragung auf andere Schulen

  • Seit Februar 2005 macht die Initiatorin auch  externe CL-Fortbildungsangebote. Sie geht dabei vergleichbar wie oben beschrieben vor.
  • Zur kontinuierlichen Kompetenzerweiterung erhalten die TN einen Ausblick auf Fortbildungs- und Beratungsangebote während des Einführungs- und Implementierungszeitraums.
  • Nach den Fortbildungen werden die externen TN von der Initiatorin mehrfach - erstmalig nach ca. drei Monaten - an ihrer Schule besucht und beraten.

Anwendung des Cooperative Learning im Arbeitsalltag der IGS

  • Da bei CL-Methoden die Bearbeitungszeit immer recht knapp gehaltenen wird, eignen sie sich auch für eine ergebnisorientierte Konferenzführung. Wir setzen sie zum Teil auf Dienstbesprechungen, Gesamtkonferenzen, Elternabenden, Teamsitzungen und manchmal auf Fachkonferenzen ein. 
  • So haben wir z. B. die Themen "Schulhofgestaltung" (Herbst 2004) oder "Rückblick auf 15 Jahre IGS Schaumburg" (Sommer 2006) mit CL-Methoden auf Konferenzen bearbeitet. Nach einer Anmoderation des Themas durch ein Mitglied der Schulleitung arbeiten Gruppen innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters differenzierter daran. Der Konferenz werden die Gruppenergebnisse vorgelegt. Zum Thema "15 Jahre IGS" wurde die Methode Placemat ("Platzdeckchen") eingesetzt. Als besondere Stärken unserer Schule wurden herausgearbeitet: Teamarbeit, gutes Schulklima, Weiterentwicklung von Methoden: Ein Ergebnis, auf das wir vor allem im hier dargestellten Zusammenhang stolz sein können (s. auch  Bsp. Placemat;  Methode Placemat).
  • Bei  Tischgruppenelternabenden und auf dem ersten Elternabend des 5. Jg. werden CL-Methoden genutzt. So erhalten Eltern einen Einblick in die Arbeit ihrer Kinder.
  • In der Hand der Multiplikatoren bzw. Jg.-Leiter liegt es, CL-Methoden für Team- und Arbeitsfragen in den Jg.-Teams heranzuziehen, um damit ergebnisorientiert und mit minimalem Zeiteinsatz Austausch und Meinungsbildung zu moderieren.

Evaluation und Reflexion

  • Evaluationsverfahren setzen wir seit einigen Jahren immer wieder ein; so z. B. 2001 im Rahmen der Arbeitsplatzuntersuchung (APU) des Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung; » http://www.dipf.de/).
  • Wir haben uns an den INIS-Befragungen 2002, 2003, 2004, anschließend 2005 sowie 2007 an der SEIS-Befragung beteiligt ( Kurzinformation INIS und SEIS). Dadurch konnten wir für unsere Arbeit Schlussfolgerungen ziehen und auch zur Erprobung und Weiterentwicklung des INIS-Instrumentariums beitragen (s. Beitrag der IGS Schaumburg in Stern, C. u. a.; 2006, S. 79 ff). In den Kriterien Lehr- und Lernstrategien, Sozialkompetenz, Entscheidungsfindung und Personalentwicklung sind z. B. Fragen an Schüler, Lehrer, Eltern gerichtet, die im hier dargestellten Zusammenhang aussagekräftige Ergebnisse liefern (siehe Punkt 4. "Zwischenbilanz").
  • Wir erfassen seit Ende 2006 Zeitpunkt, Klasse, Themen und Erfolg des Einsatzes von CL-Methoden. Dies tragen die Lehrer bzw. die Jg.-Leiter in vorgefertigte Formulare ein (s.  Rückmeldebogen Lehrer; Bsp.  Rückmeldebogen Jg-L 7).
  • Die CL-PG diskutiert auf der Grundlage der Gespräche mit den Kollegen und der Evaluationsergebnisse, was am CL und/oder an unserer Evaluationspraxis verbessert werden könnte.

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Kontakt

› IGS Schaumburg
05721/972801

pdf-Download

Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:   Kooperatives_Lernen.pdf

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