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Projektunterricht im Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" in Klasse 3 und 4

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

Erprobungsphase, Implementierungsphase

  • Als Erprobungsphase sehen wir das Schuljahr 2003/04 an, in dem es noch keine geltende Fassung des Bildungsplans gab. Seinerzeit war die Initiatorin Klassenlehrerin einer 3. Klasse. Mit ihr hat sie parallel zu den anderen Kollegen des Teams Klasse 3/4 ihr erstes MeNuK-Projekt - "Lebensraum Flückiger See" - erprobt. Zur Veranschaulichung wird im Folgenden exemplarisch auf dieses Projekt in seiner weiterentwickelten Form zurückgegriffen.
  • In der Gewissheit, dass unsere Idee des Projektlernens funktioniert, setzten wir die Phase der Verankerung des Projektlernens im Fächerverbund für das Schuljahr 2004/05 an. Parallel dazu trat der neue Bildungsplan für die Klassen 1 und 2, ein Jahr darauf für die Klassen 3 und 4, in Kraft.

Schulische Organisationsstrukturen für die Projekte im Fächerverbund MeNuK

  • Nach unserer verbindlich getroffenen Vereinbarung vom Juni 2004 gelten folgende Rahmenbedingungen: Von den insgesamt für MeNuK zur Verfügung stehenden 7 Unterrichtsstunden werden 4 Stunden pro Woche für klassenübergreifende Projekte genutzt. Die verbleibenden 3 MeNuK-Stunden werden im Klassenverband vom Klassenlehrer mit spezifischen Themen unterrichtet ( Stundenverteilung).
  • Jeder Klassenlehrer der Klassen 3/4 unterrichtet in der eigenen Klasse (mindestens) die Fächer Deutsch (mit 7 Unterrichtsstunden pro Woche) und MeNuK (mit weiteren 7 Unterrichtsstunden pro Woche). Diese insgesamt 14 Stunden machen es möglich, dass auch Teilzeitkräfte problemlos eine Klassenlehrer- und damit auch Projektlehrerfunktion übernehmen können.
  • Seit 2004/05 sind für jedes der klassenübergreifenden Projekte 5 Projektwochen eingeplant. Ein schulinterner Projekttag ist festgelegt ( Bsp. Zeitplan 2005-06). An diesem Tag stehen die ersten 4 Unterrichtsstunden zur Verfügung. Wegen der Feiertage, die auf den Donnerstag fallen und unseren Zeitplan durcheinander brachten, ist seit Schuljahr 2006/07 nun Dienstag Projekttag. Um diesen Tag herum ranken sich alle anderen Planungen: Schullandheimaufenthalte, Teilnahme an Fortbildungen, Fahrradtraining für die 4.-Klässler, Theaterbesuche, etc.
  • Die Klassenfrequenzen in unserer dreizügigen Grundschule liegen bei ca. 24 Schülern. Bei der klassenübergreifenden Aufteilung der Schüler auf drei Projekte pro Schulhalbjahr bleibt diese Lerngruppenfrequenz erhalten.
  • Bei pro Schulhalbjahr 3 Projekten sowohl für Klassenstufe 3 als auch für 4 ergeben sich insgesamt 12 verschiedene Projekte in MeNuK (s. z. B.  Projekte in 3 und 4).
  • Jede Lehrkraft bietet zwei Projekte an: je eines für Klassenstufe 3 und 4. Sie unterrichtet ihr Projekt im Schuljahr in jeder Klassenstufe nacheinander in drei Gruppen. Wenn es die organisatorischen Gegebenheiten zulassen und die Thematik weiterhin bedeutsam ist, werden die Projektthemen in den Folgejahren fortgeführt.
  • Für einige Projekte ist es unerlässlich, dass die Kinder gelernt haben in bzw. mit einer Gruppe zu arbeiten. Sie müssen u. a. Kenntnisse darüber erworben haben, wie man einen Vortrag hält ( Vortrag halten), ein Plakat gestaltet ( Plakat gestalten), Feedback gibt und annimmt_( Feedback) und wie Verantwortung geteilt werden kann ( Wächterrollen). Daher findet in den ersten drei Schulwochen in den Klassen 3 und 4 ein gezieltes Methodentraining (nach Klippert) statt. Dafür werden alle MeNuK-Stunden sowie auch Deutsch- und Mathematikstunden genutzt. Die Projekte beginnen erst im Anschluss daran.
  • Die Verteilung der Projekte über das Schuljahr ist im Zeitplan festgehalten ( Bsp. Zeitplan 2005-06). Er ist allen Kollegen bekannt und außerdem in unserem großen Schuljahres-Zeitplaner vermerkt.

Das Projektheft  Projektheft Deckblatt;  Formular Projektseite;  Bsp. Projektseite Flückiger See

  • Jeder Schüler bekommt für das Schuljahr ein Projektheft. Es besteht aus je einer Seite pro Projekt. Diese enthält eine Kurzbeschreibung des Projekts, besondere Durchführungshinweise und bis vor Kurzem ein Raster für die Beurteilungskriterien der Projekte ( Bsp. Projektseite Flückiger See aus dem Jahr 2005/06). Anmerkung: Die neueste zu Beginn des Schuljahres 2006/07 eingeführte Version enthält statt eines Rasters nur noch Platz für freie Formulierungen (s. Pkt. "Bewertung von Schülerleistungen").
  • Der jeweilige Projektlehrer verwahrt das Projektheft während der meisten Zeit. Nach Abschluss einer Projektphase sowie zu den Zeitpunkten der Zeugnisausgabe erhalten die Eltern das Heft zur Einsichtnahme.
  • Das Projektheft dokumentiert die Projektarbeit. Es kann als Beleg z. B. in der weiterführenden Schule vorgelegt werden.

Auswahl der Einstiegsprojekte durch die Schüler bzw. Zusammensetzung der Projekt-Lerngruppen

  • Da jeder Schüler jedes Projekt durchläuft und während des Schulhalbjahres in seiner Projekt-Lerngruppe verbleibt, lassen wir entweder von jedem ein "Startprojekt" mit einem Erst- und einem Zweitwunsch wählen, oder wir setzen ein Losverfahren ein. Z. B. zieht der Schüler eine Karte, mit der er einem der drei Projekte zugeordnet wird. In jeder Klasse gibt es acht Plätze pro Startprojekt. Sie werden zu den Projekt-Lerngruppen mit jeweils ca. 24 Schülern kombiniert.
  • In seiner Projekt-Lerngruppe durchläuft der Schüler die drei Projekte im Schulhalbjahr. Nach Abschluss eines Projekts wechselt er nach einem vorbereiteten Plan in das nächste Projekt ( Projektreihenfolge 2003-04;  Projektreihenfolge 2006-07).
  • Im folgenden Halbjahr werden die Projekt-Lerngruppen durch Wahl eines neuen Startprojekts wieder neu zusammengesetzt.

Vorbereitung der Projekte durch die Lehrkraft (Beispiel "Lebensraum Flückiger See")

  • Angesprochene Kompetenzfelder im Beispielprojekt sind: a) Mensch, Tier, Pflanze, b) Natur macht neugierig, c) Raum und Zeit erleben und gestalten (s.  Themenfelder;  Kompetenzen Lebensraum See).
  • Vorbereitungsaufwand: Die (erstmalige) Vorbereitung dieser Projekte ist sehr aufwändig. Es ist ca. eine Arbeitswoche an ganztägiger Vorbereitungszeit zu veranschlagen. Dafür eignet sich ein zusammenhängender Zeitraum, z. B. innerhalb der Sommerferien. Da jedoch jede Lehrkraft ihre Projekte mehrfach unterrichtet, muss sie "das Rad nicht neu erfinden". Die Vorbereitung beschränkt sich für die Folgeprojekte auf Dinge wie: Anpassung an die andere Projekt-Lerngruppe und an die geäußerten Bearbeitungswünsche, Einarbeitung von Neuerungen. Beim Projekt "Lebensraum Flückiger See" z. B. sind jahreszeitliche Gegebenheiten zu berücksichtigen. Es stehen jeweils andere Tiere und Pflanzen bzw. deren spezifische Entwicklungsbedingungen im Zentrum der Projektarbeit.
  • Inhaltliche Einarbeitung in das Projektthema: mit Hilfe von Büchern, Informationsmaterial, Internet, Expertenbefragung, ggf. Ortsbegehung und - wie im Beispielprojekt - Besuch des außerschulischen Lernortes Ökostation.
  • Vorbereitung inhaltlicher Schwerpunkte bzw. Fragestellungen entlang der Kompetenzfelder: z. B. Bodenerosion, Pflanzen, Wasseruntersuchung, vorkommende Tiere, Art der Einbindung des Menschen, Naherholungsgebiet u.a.m.
  • Strukturierung des Projekts: Im Beispielprojekt hat die Lehrperson die möglichen Schwerpunkte für Projekt-AGs auf gut lesbare Schriftstreifen übertragen, die in der Lerngruppe bei Bedarf (ergänzend) vorgestellt und ggf. von einzelnen Projekt-AGs übernommen werden können ( Bsp. Schriftstreifen AGs).
  • Organisatorische Vorbereitung/Vereinbarung von Kooperationen mit externen Partnern: z. B. für den Projekttag der gesamten Lerngruppe sowie für Vor-Ort-Erkundungen von einzelnen Schülern bzw. Projekt-AGs in der Ökostation.
  • Materialbeschaffung und Bereitstellung von Unterstützungsangeboten: Der Lehrer besogt oder erstellt erforderliches Material. Im Beispielprojekt bietet die Lehrkraft Prospekte, Bücher, Fotos, Arbeitsblätter, Lupen, Becherlupen, ein Mikroskop, Pipetten, Trichter, Gläser mit Schraubdeckeln sowie Materialien zum Bauen und Basteln (Holz, Säge, Leim u.a.) als Materialpool an. Darauf können Schüler bei Bedarf zurückgreifen. Vom Lehrer erfordert dies, mögliche Schwierigkeiten zu antizipieren. Der Lehrer klärt, was von den Schülern selbst mitzubringen ist: z. B. Schreib- und Bastelmaterial, wetterfeste Kleidung für Ortsbegehung, Eintrittsgeld.
  • Erarbeitung der Projektbeschreibung für die entsprechende Projektseite des Projekthefts: ( Formular Projektseite;  Bsp. Projektseite Flückiger See).

Schaffen eines lernförderlichen Rahmens für die Durchführung der Projektarbeit

  • Beteiligung von Kindern an Entscheidungen
  • Setzen einer äußeren Struktur durch Projektdauer, Projekteinstieg, Veröffentlichung von Ergebnissen, tägliches, strukturiertes Kommunikationssetting in der Projekt-Lerngruppe, "Spielregeln", Dokumentation(sinstrument) ( Projekttagebuch)
  • Impulse und Anregungen statt Arbeitsanweisungen
  • Unterstützung geben, wo sie benötigt wird
  • Lernreflexion statt Notendruck

Einbeziehung von Kindern in Projektstrukturierung, Planung und Gestaltung

  • Am ersten Projekttag macht der Lehrer mit den Kindern seiner Projekt-Lerngruppe ein Brainstorming zur Strukturierung des Projektthemas. Dazu nutzen wir verschiedene Methoden. Beispielsweise gestalten wir eine Liste oder eine Mindmap an der Tafel ( Themen der AGs Mindmap). Die Schüler nennen Stichworte, die ihnen zum Projektthema einfallen. Diese überträgt der Lehrer auf entsprechende Zweige der Mindmap. Alternativ fertigen die Kinder bei einem inzwischen häufig verwandten Verfahren selbst Moderationskarten mit ihren Stichworten an. Anschließend werden sie gemeinsam "geclustert", um zu den einzelnen Projektthemen zu kommen.
  • Sollten nicht ausreichend Stichworte gefallen oder interessante bzw. relevante Aspekte noch nicht genannt worden sein, ergänzt der Lehrer die Nennungen ( Bsp. Schriftstreifen AGs).
  • Nach Interesse können nun max. 4 Schüler ihr AG-Thema wählen. Sie bilden eine Projekt-AG. Im Beispielprojekt gibt es dann z. B. die AG Fische, die AG Enten, die AG Pflanzen, u.ä. ( Themen der AGs Mindmap). Ggf. greift der Lehrer korrigierend bei der Gruppenbildung ein, z. B. wenn bisherige Erfahrungen vermuten lassen, dass eine Konstellation nicht die gewünschte Arbeitsfähigkeit verspricht. Falls eine Gruppenbildung nicht gelingt, ein Schüler sich nicht entscheiden kann oder überbleiben sollte, werden Zufallsgruppen gebildet.

Äußere Struktur der Projekt- und Gruppenarbeit

  • An 3 bzw. 4 Projekttagen erforschen und erarbeiten die Projekt-AGs ihr Thema (selbstständiges Arbeiten).
  • An einem weiteren - 5. - Projekttag finden die Präsentationen der Projekt-AGs statt (Ergebnisorientierung).
  • Am 1. Projekttag beginnt das Projekt "Lebensraum Flückiger See" mit einer Ortsbegehung (sinnlicher Einstieg in das Projektthema).
  • Im Beispiel-Projekt verbringen die Schüler einen der Projekttage im "Grünen Klassenzimmer" in der Ökostation (Einbeziehen außerschulischer Lernorte und externer Experten).

Die tägliche Vor- und Nachbesprechung

  • Morgens zu Beginn der Projektarbeit treffen sich alle Schüler der Projekt-Lerngruppe im Sitzkreis. Sie berichten, was sie für den Tag in Projekt-AG geplant haben. Dabei kann sich jedes Gruppenmitglied frei äußern. Grundlage dieser Ausführungen ist das  Projekttagebuch der einzelnen AGs. Für jeden Projekttag ist darin eine Seite "So haben wir gearbeitet" vorgesehen.
  • Der Lehrer vergewissert sich, ob die Gruppen das von ihnen benötigte Material haben oder ob etwas ergänzt werden muss. Sobald alle Schüler sicher sind, woran sie an diesem Projekttag konkret weiter arbeiten werden, beginnt die Gruppenarbeit.
  • Zum Ende eines Projekttages treffen sich die Schüler erneut im Sitzkreis, ziehen ein Resümee ihrer Arbeit und enden mit einem Ausblick, was sie sich für den kommenden Projekttag vorgenommen haben.

"Spielregeln" und Ablaufstrukturen bei der Projektarbeit

  • Die AGs arbeiten selbstständig an ihrem Gruppenthema (z. B.  Arbeit am PC;  Wiesenblumen). Die den Schülern bekannte Abfolge von Arbeitsschritten, Instrumente wie das  Projekttagebuch, Rollenverteilungen etc. strukturieren ihre Vorgehensweise. Sie können jederzeit den Lehrer fragen, um Unterstützung oder Tipps bitten. Er unterstützt sie je nach Bedarf, gibt ggf. Impulse, hilft aus mit anregendem Material. Ggf. hilft er auch beim Schlichten von Streit.
  • Die Schüler einer AG werden zu Experten für ihr Thema. Wenn eine Gruppe z. B. das Thema "Wasservögel" gewählt hat, arbeitet sie entlang von Fragen, die sich ihr dazu stellen, wie z. B:
    • Was sind das für Tiere?
    • Wie leben sie dort am Wasser?
    • Wie muss man mit ihnen umgehen? Darf man sie z. B. füttern? 
    • Womit? Was fressen sie eigentlich?
    • Was wollen wir über Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen wissen?
    • Was gibt es über Körperbau / Skelett / Federn zu berichten?
  • Die Schüler können die im Nachbargebäude befindliche Bibliothek selbstständig nutzen, sich Bücher ansehen oder ausleihen. Sie können während der Projektzeit - manche wollen das auch am Nachmittag tun - zur Ökostation gehen, sich dort z. B. Informationen beschaffen oder ein von ihnen vorbereitetes Interview durchführen.
  • Jede AG führt ein  Projekttagebuch. Es ist der "rote Faden" und enthält alle wesentlichen Informationen zur Gruppenarbeit: Was plant die Gruppe? Wie will sie vorgehen? Wer übernimmt welche Aufgabe? Was ist gemacht worden? Wie soll präsentiert werden?
  • Die Schüler setzen ihre Kenntnisse aus dem Methodentraining ein ( Vortrag halten;  Plakat gestalten;  Wächterrollen). Ihnen sind "To Dos" der Gruppenarbeit bekannt:
    • Wächter einteilen
    • Ziele und Aufgaben festlegen
    • Aufgaben verteilen (Wer macht was?)
    • Material- und Informationsbedarf klären (Was brauchen wir?)
    • Präsentationsform klären (Wie präsentieren wir?)
  • Jedes der vier Mitglieder einer AG erhält / entscheidet sich für eine "Wächterrolle", die es während des Projekts verantwortlich übernimmt. Die vereinbarten Rollen helfen den Schülern, durch klare Verantwortlichkeiten ihre Zusammenarbeit zu regeln. Für alle sichtbar heften sie sich mit einer Wäscheklammer das Symbol für ihre Rolle an. Es gibt 4  Wächterrollen mit folgenden Zuständigkeiten:
    • Leser-Schreiber: liest (falls vorgegeben) die Aufgabenstellung vor, führt das Projekttagebuch.
    • Materialwächter: besorgt die benötigten Materialien von der Lehrkraft, z. B. Plakatkarton, Stifte, Klebstoff, Scheren, Arbeitsblätter, ...
    • Zeitwächter: achtet darauf, dass die vorgegebene Zeit eingehalten wird, indem er zwischendurch auf die noch zur Verfügung stehende Zeit hinweist.
    • Regelwächter: achtet darauf, dass die Gruppenarbeitsregeln eingehalten werden, z. B.: konzentriert am Thema arbeiten, keine Streitigkeiten, niemand wird ausgeschlossen.
  • Die Gruppe bereitet ihre Präsentation vor. Sie entscheidet selbst, was und wie sie präsentieren möchte.

Präsentation der Ergebnisse

  • Zum Ende der Projektphase stellen die AGs ihre Ergebnisse innerhalb der Projekt-Lerngruppe vor. Oft präsentieren AGs ein Plakat oder eine Wandzeitung ( Bsp. Plakate). Manche allerdings machen auch einen kleinen Quiz, bauen ein Modell ( Modell Landschaftsplanung), machen ein Interview mit Experten oder einen Fragebogen für ihre Mitschüler. Vor ihrer Projekt-Lerngruppe halten sie mit Hilfe von "Spickzetteln" einen kleinen Vortrag ( s. Vortrag halten).
  • Die Präsentation dauert pro Gruppe zwischen 5 und 15 Minuten.
  • Sie endet mit einem Ritual der Anerkennung und Rückmeldung ( Feedback).
  • Die Eltern können teilnehmen und erhalten eine Information ( Präsentation Eltern).
  • Im Schuljahr 2005/06 haben wir einen (schulweiten)  Präsentationstag veranstaltet und dies mit einer Ausstellung verbunden. Alle Projekte haben dazu etwas ausgestellt, vorgeführt oder Experimente vorbereitet, so dass die Anwesenden einen Gesamteinblick in die Projektarbeit erhalten konnten. Auch unsere Erst- und Zweitklässler konnten so etwas über die Unterrichtsinhalte bzw. Arbeitsweisen der höheren Klassen erfahren.

Reflexion der Projektarbeit

  • Die Arbeit in der eigenen AG können die Schüler anhand einer Vorlage ( Reflexion Gruppenarbeit) reflektieren.
  • Für die  Reflexion ihrer Arbeit am Ende eines Projekttages nutzen die Schüler Symbole: Kerze (= Was habe ich heute gelernt?), Kette (= Wie habe ich mich in der Gruppe gefühlt?) und Spiegel (= Wie habe ich selbst mitgearbeitet?).
  •  Feedback erhalten die Kinder von ihren Mitschülern im Anschluss an ihre Präsentation. Dazu gibt es ein festgelegtes Ritual des Feedback-Gebens und des Feedback-Nehmens.

Bewertung von Schülerleistungen

  • Die bis Schuljahr 2005/06 allen Schülern erteilten MeNuK-Zeugnisnoten basierten auf dem Durchschnittswert von 4 Teilnoten, nämlich: der drei Projektnoten aus den klassenübergreifenden 4stündigen MeNuK-Projekten des Halbjahres sowie aus der Note aus dem 3stündigen Klassenlehrer-Unterricht. Die einzelne Projektnote berücksichtigte das erreichte Kompetenzniveau (bei 4 Kompetenzstufen; s.  Bsp. Projektseite Flückiger See) und das präsentierte Ergebnis. Für das Kompetenzniveau liegen  Beurteilungskriterien vor, die wir seinerzeit von der Grund- und Hauptschule Neuenstein übernommen haben. Am Ende eines Projekts erhielt jedes Kind vom Lehrer in seinem Projektheft eine Rückmeldung (angekreuzte erreichte Kompetenzstufe). Die Eltern nahmen dies durch Unterschrift zur Kenntnis.
  • Seit diesem Schuljahr (2006/07) verzichten wir auf Antrag von Eltern bei 3.-Klässlern auf Zeugnisnoten, so auch für den Fächerverbund. Innerhalb einer Projekt-Lerngruppe und auch Klasse der Klassenstufe 3 gibt es folglich sowohl Schüler mit als auch Schüler ohne Note für MeNuK.
  • Bei Verzicht auf die Benotung führt der Klassenlehrer mit den entsprechenden Eltern zur Zeit der Halbjahresinformation (in BW gibt es zum Halbjahr keine Zeugnisse) ein ca. 30minütiges Gespräch zur Lernentwicklung in allen Fachbereichen. Darüber wird ein kurzes Protokoll verfasst. Die Eltern unterschreiben, dass sie ausführlich über die Lernentwicklung ihres Kindes informiert worden sind. Verzichten die Eltern auch auf eine Benotung im Zeugnis am Ende des 3. Schuljahres, erhalten sie dann einen ausführlichen schriftlichen Bericht zur Lernentwicklung. In Klassenstufe 4 allerdings erteilen wir Noten. Denn hier stehen die "Grundschulempfehlung" in Bezug auf die weiterführenden Schulen für jedes Kind und der Abschluss der Grundschulzeit an.
  • Wir haben im Juli 2006 den Antrag an das Kultusministerium gestellt, uns die Genehmigung für eine "Modellschule ohne Noten" zu erteilen ( Antrag Schule ohne Noten). Eine endgültige Entscheidung darüber wurde noch nicht getroffen. Unsere Unterrichtsarbeit hat sich aber bereits dahingehend verändert, dass wir zunehmend die Lernentwicklung der Kinder verbal beschreiben und die Noten weitestgehend weglassen. Daher hat sich auch unser Projektheft in diesem Schuljahr (2006/07) verändert. Erhielt in 2005/06 jedes Kind zusätzlich zur Kompetenzeinschätzung eine kurze Verbalbeurteilung, bekommt es jetzt für jedes Projekt im Projektheft ausschließlich eine schriftliche Rückmeldung. Note und Beurteilungskriterien entfallen. Bei Eltern, die weiterhin eine Benotung wünschen, gibt der Projektlehrer hingegen zur Erstellung der Halbjahresinformation bzw. des Zeugnisses eine Note an den Klassenlehrer weiter.

Zur Rolle der Lehrer

  • Da die Schüler selbst entscheiden, welchen Projektaspekten sie sich zuwenden, sind die Lernprozesse und Lernergebnisse der Schüler individuell sehr verschieden. Sie lernen exemplarisch, auf unterschiedlichem Weg und verfügen über ein unterschiedliches Wissen. Infolgedessen gibt es für den Lehrer keinen einheitlichen Überblick mehr über Einzelheiten, die Kinder gelernt haben (sollten).
  • Er vermittelt nicht mehr ausschließlich Fachwissen, denn es geht verstärkt um Kompetenzerwerb ( Bildungsplanreform 2004). Er ist vielmehr vorwiegend Lernbegleiter und -berater der Kinder auf ihrem individuellen Lernweg. Er hilft ihnen, sich Ziele zu setzen und erstellt dazu auch mit ihnen gemeinsam einen Zeitplan.

Feedback und Reflexionsschleife der Lehrperson

  • Zur Evaluation gibt jeder Kollege am Ende eines Projektes einen Fragebogen an die Kinder aus, den sie anonym ausfüllen. Er soll Aufschluss darüber geben, was den Kindern besonders gut gefallen hat bzw. was verändert werden sollte ( Rückmeldungen zum Projekt). Was mit diesen Rückmeldungen passiert, liegt in der Hand des Lehrers. Er hat z. B. die Möglichkeit darüber mit den Kindern zu sprechen.
  • Die Kollegen führen einen  Projekt-Arbeitsbericht. So lässt sich u. a. zu Auswertungszwecken der Arbeitsverlauf nachvollziehen.
  • Zur Arbeit der Paul-Hindemith-Schule haben wir im November 2004 einen  Elternfragebogen ausgegeben. Es ging bei diesem Fragebogen nicht speziell um die Projekte, doch viele Eltern haben unter dem Punkt 10 "Notieren Sie bitte, wofür Sie unsere Schule loben können." den Projektunterricht angeführt.
  • Zum Verfahren der Bewertung von Schülerleistungen in Klassenstufe 3 ("Schule ohne Noten") arbeiten wir gerade (Frühsommer 2007) gemeinsam mit Studierenden der PH Freiburg daran, die Meinung der Eltern zu erfahren ( Elternbrief Befragung).
  • Wir haben im letzten Jahr (2006) erstmalig an der SEIS-Befragung teilgenommen. Die zweite Befragung erfolgt im Juni 2007. Die Inhalte der SEIS-Befragung waren Thema in der GLK (s. Bertelsmann Stiftung: » www.das-macht-schule.de).
  • Ca. 4 Wochen vor dem Ende eines Schuljahres trifft sich das Team 3/4. Auf der Tagesordnung stehen der Austausch über das abzuschließende Schuljahr - insbesondere auch über die Projektarbeit -, Schlussfolgerungen und Planungen für das kommende Schuljahr. Dabei wird u. a. auch gecheckt, ob sich an der Definition oder Verteilung der Projektthemen etwas ändern muss, und ob die Lehrereinsatzplanung beibehalten werden kann.

Öffnung der Schule für Eltern

  • Eltern können an der Projektpräsentation der Schüler teilnehmen. Sie erhalten dazu entsprechende Einladungen (s. o.) ( Präsentation Eltern; Präsentationstag).
  • Im April 2007 hat das Team Klasse 3/4 an einem Samstag einen Workshop für Eltern angeboten. Eltern konnten zwischen 9. 00 und 13.00 an einem Projekt arbeiten und so die Arbeitsform ihrer Kinder kennenlernen. Sie arbeiteten in einer Projekt-AG unter realen Unterrichtsbedingungen zusammen, d. h. sie konnten die Bücherei (die nur aus diesem Anlass am Samstag geöffnet hatte), das Internet und alle in der Schule verfügbaren Arbeitsmaterialien nutzen ( Elternworkshop).
  • Aktuell arbeiten wir daran, Eltern als Workshop-Anbieter für Schüler zu gewinnen.

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