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Streitschlichterprogramm für Grundschulen InhaltsverzeichnisAusbildung der Schlichter und Institutionalisierung des Streitschlichterprogramms an unserer Schule - Das Streitschlichterprogramm wurde in der zweiten Hälfte des Schuljahres 1999/2000 begonnen.
- Die theoretische Konzeption der Ausbildungsinhalte für die Streitschlichter
(Projektbeschreibung), (Durchführungskonzept) erfolgte durch die Schulpsychologische Beratungsstelle. Unsere feste Ansprechpartnerin ist die Beratungsrektorin Brigitte Osen-Appel, die an unserer Schule auch als Lehrkraft tätig ist. - 15 Kinder des 3. Jahrgangs wurden im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft praktisch als Streitschlichter ausgebildet. Dafür „opferten“ sie im Schuljahr 2000/2001 ca. 30 Unterrichtsstunden. Die Hälfte der Stunden wurde parallel zum Religionsunterricht erteilt, die anderen Stunden zusätzlich am Vormittag.
- Die Ausbildung
(Durchführungskonzept) umfasst folgende Inhalte: typische Streitanlässe und Konfliktausgänge, faire Lösungsmöglichkeiten für typische Konfliktsituationen, Vermittlung spezifischer Kenntnisse und Einüben von Schlichterfähigkeiten, Gesprächsführung, methodischer Ablauf einer Schlichtung (Schlichtungsablauf), konkrete Fallbeispiele, Eignungs- und Abgrenzungskriterien für eine selbstständige Konfliktlösung. Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab. - Während2 einer gemeinsamen Veranstaltung in der Aula wurden alle Schüler durch die Projektleitung, die Schulleitung und die Lehrkräfte informiert. Nach der Vorstellung der Streitschlichter wurden mit den Schülern in der Aula der Sinn des Projekts und die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Streitschlichter durchgesprochen. Die Erläuterung wurde dann auch in den Klassenzimmern durchgeführt.
- Zu Beginn des Schuljahres 2001/2002 wurde jedem der ausgebildeten Streitschlichter vor allen Schülern und Lehrern eine
Urkunde ausgehändigt. Die Bedeutung dieser Qualifikation wurde damit für alle Beteiligten dokumentiert und wertgeschätzt. - Die Verweildauer von nur 4 Jahren an dieser Schulform bringt es mit sich, dass ständig neue Streitschlichter ausgebildet werden müssen.
- Die Schulpsychologin wurde im Verlauf des Programms bei der AG-Leitung durch eine weitere Lehrkraft der Schule verstärkt.
Einsatz der Streitschlichter
Organisation: - Die Streitschlichter sind in Teams zu je drei Kindern während der Pause tätig. Jedes Team hat einmal in der Woche Dienst. Die Streitschlichter sind durch einen Button erkennbar. Ebenfalls hängen die Namen und Fotos der Kinder, die gerade Dienst haben, vor dem Streitschlichterzimmer aus. Ein Mitglied des Teams befindet sich ständig als Ansprechpartner auf dem Pausenhof, die beiden anderen Kinder befinden sich im Streitschlichterzimmer, um dort eine anfallende Streitschlichtung durchzuführen. Sollte eine Streitschlichtung länger als die Pause dauern, ist dies erlaubt. Die teilnehmenden Kinder sind für diese Zeit vom Unterricht befreit. Diese Erlaubnis wird aber sehr selten in Anspruch genommen.
Inhalte und Prozess: - Typische Anlässe, die für eine Streitschlichtung in Frage kommen, sind:
- Ein Kind wurde – absichtlich oder unabsichtlich – gerempelt und stürzte daraufhin.
- Kinder streiten sich, wer die auf dem Pausenhof befindlichen Rutschen benützen darf.
- Ein Kind wird durch Schimpfwörter beleidigt.
- Kinder stören ständig eine Gruppe von Schülern, die miteinander spielen.
- Einem Kind wird öfters und absichtlich die Mütze vom Kopf gezogen, um es zu ärgern.
- Ein Kind drängt sich beim Pausenverkauf vor.
- Kinder geraten in eine Streiterei, manchmal auch handgreiflich (bei Körperverletzungen gibt es Handlungsgrenzen für Streitschlichter!).
- Gerade beim letzten Beispiel zeigt sich die Grenze der Möglichkeiten der Streitschlichtung durch Kinder. Wenn es zu Körperverletzungen kommt, sind die Lehrkräfte gefordert. Solche Vorgänge dürfen nicht den Streitschlichtern überlassen werden, weil diese damit überfordert sind.
- Der Schlichtungsablauf selbst erfolgt in vier Stufen:
- Auf der ersten Stufe werden Rollen, Regeln und Vorgehen erklärt.
- Im zweiten Schritt werden die Standpunkte der Konfliktparteien dargestellt, das Gehörte wird paraphrasiert, die individuelle Befindlichkeit wird erfragt, erste Bereitschaft für konkrete Handlungen der Beteiligten wird erkundet.
- Die dritte Stufe widmet sich der Lösungssuche und dem Herausarbeiten einer gemeinsam akzeptierten Lösung.
- Mit einem verbindlichen Abkommen und dem Dank an die Konfliktparteien für ihre Mitarbeit wird der Schlichtungsablauf abgeschlossen.
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