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Unterrichtspartituren als Jahresarbeitspläne und Kooperationsinstrument für Unterrichtsplanung

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

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Aufbau und Funktion von Unterrichtspartituren

  • Unterrichtspartituren sind gemeinsame Jahresarbeitspläne für Lehrpersonen; es sind Kooperations- und Koordinationspläne für die unterrichtliche Arbeit in jedem Jahrgang von der Klassenstufe 5 bis in die Oberstufe. Sie werden von den Lehrpersonen selbst erstellt, die in einem Jahrgang unterrichten, und zielen auf die Planung von Fachunterricht, Unterrichtsreihen und Projekten  (Partitur Foto). Mit ihrer Hilfe werden Strukturen der zeitlichen Planung (von Ereignissen wie z.B. das Plazieren von Klassenarbeiten oder Praktika) und der Reihenfolge sichtbar gemacht (z.B. müssen Themen und Inhalte zeitlich sinnvoll aufeinander bezogen sein, wobei alle Unterrichtsfächer in den Blick genommen werden).
  • Unterrichtspartituren existieren in Gestalt einer 0,90m x 1,20m großen Pinnwand im Arbeitsraum eines Jahrgangsteams. Die Pinnwand weist Felder für Zeitplanungen, Felder für Vorhaben, die mehrere Unterrichtsfächer betreffen, und Felder für die einzelnen Unterrichtsfächer aus  (Modell Unterrichtspartitur). In die jeweiligen Felder werden Karten gepinnt, die die vorher von den Lehrkräften getroffenen Vereinbarungen ausweisen. Der konkrete Unterricht ist somit nicht mehr Sache des einzelnen Lehrers, sondern jeder Lehrer orientiert sich daran, was gemeinsam im Jahrgangs- bzw. Fachteam zum Unterricht vereinbart wurde. Die Vereinbarungen beziehen sich auf die Entwicklung von:
    • fachspezifischen Kompetenzen mittels Inhalten und Methoden, die von der Fachkonferenz des Unterrichtsfachs vorgegeben werden und die sich folglich auf das Unterrichtsfach selbst beziehen;
    • Methodenkompetenzen, die über ein einzelnes Unterrichtsfach hinaus bedeutsam sind, so z.B. (fächerverbindend) die Fähigkeit, Aufgaben zu verstehen. Bei diesem Beispiel wird die „Pionierarbeit“ vom Fach Deutsch geleistet, in weiteren Fächern wird das Textverständnis geübt, vertieft und um jeweilige fachspezifische Komponenten erweitert;
    • Sozialkompetenzen.

  • Damit sind Unterrichtspartituren eine Planungshilfe für alle pädagogischen und didaktischen Schwerpunkte. Diese Schwerpunkte sollen fächerverbindend, fächerübergreifend oder auch zeitweilig – bei Projekten – fächerauflösend umgesetzt werden. Dabei verstehen wir gemäß den Richtlinien und Lehrplänen NRW unter fächerverbindendem Unterricht, dass mehrere Unterrichtsfächer ihre fachspezifischen Inhalte und Methoden zu einem vereinbarten Themenschwerpunkt beitragen (z.B. „Das Leben im Mittelalter“). Unter fächerübergreifendem Unterricht verstehen wir, dass aus einem Unterrichtsfach heraus (z.B. Biologie) der Blick auf ein anderes Fach gerichtet wird (z.B. Religion) und danach gefragt wird, was aus der Perspektive dieses in den Blick genommenen Faches zu einem Thema (z.B. Sexualkunde) berichtet würde (z.B. Aussagen zur Empfängnisverhütung). Zu einem gemeinsamen Themenschwerpunkt wie z.B. „Berufs- und Lebensplanung“ tragen fächerverbindend mehrere Unterrichtsfächer jeweils ihre fachspezifischen Inhalte und Methoden bei  (Beispiel Unterrichtspartitur).
  • Unterrichtspartituren dienen auch als Informationstafel für teamfremde Personen (andere Kollegen, Eltern).



Koordination

  • Die Didaktische Leiterin plant und koordiniert die Entwicklung der Unterrichtspartitur. Sie macht die zeitlichen Vorgaben im Schuljahreszyklus, setzt den zeitlichen Rahmen für den Pädagogischen Tag (Bearbeitung der Unterrichtspartitur) und überlässt Gestaltung und Einteilung der Hauptarbeitsphasen den Teams und ihrer Selbstorganisationskompetenz.
  • Die Didaktische Leiterin stellt das Paket mit den für den Pädagogischen Tag erforderlichen Materialien und Informationen für die Jahrgangsteams zusammen und händigt es den Teamsprechern aus. Das Arbeitspaket enthält die folgenden Unterlagen:
    1. schulinterne Curricula für die Unterrichtsfächer sowie das Methodencurriculum
    2. eine Aufstellung bereits durchgeführter jahrgangsbezogener Projekte incl. der dabei genutzten Materialien
    3. eine Aufstellung bereits erprobter Elemente zur Berufs- und Lebensplanung
    4. eine Übersicht über kooperierende außerschulische Lernorte.
  • Dieser Koordinationsaufgabe liegt eine Haltung zugrunde, die den Kollegen zutraut, ihre Arbeit in Eigenverantwortung und Selbstorganisation am besten zu bewältigen. Diese Haltung korrespondiert mit der Teamstruktur und Teamkultur unserer Schule.



Schulischer Organisationsrahmen für die Arbeit mit Unterrichtspartituren im Jahresablauf

  • Zum Ende des Schuljahres (letzte Sitzung des Jahrgangsteams) übergibt das alte dem neuen Jahrgangsteam einer Klassenstufe die Unterrichtspartitur.
  • Ein Pädagogischer Tag zum Schuljahresbeginn wird für die Erarbeitung der Unterrichtspartitur genutzt.
  • Am Vormittag des Pädagogischen Tages erarbeitet das jeweilige (neue) Jahrgangsfachteam (s. II. 2.  (Qualitätsschleife; s. II. 3 Reflexion und Evaluation



Die Teams und ihre Aufgaben

  • An der Erarbeitung der Unterrichtspartitur sind die Fachkonferenz, das Jahrgangsfachteam und das Jahrgangsteam beteiligt (s. II. 2. Struktur und Kultur der Teamarbeit).
  • 1. Die Fachkonferenz
    • formuliert Vorgaben für die Jahrgangsfachteams, sofern neue Erlasse auf Landesebene zu berücksichtigen sind (z.B. Landesregelung zur Förderung der deutschen Sprache in allen Fächern) oder sie selbst Veränderungsimpulse gegenüber dem Vorjahr setzen will;
    • gleicht die verschiedenen Inhalte und fachspezifischen Methoden in den Jahrgängen im Hinblick auf Weiterentwicklung ab und prüft damit, ob für die Schüler fachbezogen die Voraussetzungen geschaffen sind, ihr Wissen und Können kumulativ aufbauend weiter entwickeln können (im Sinne eines Spiralcurriculums);
    • leistet damit bereits im Vorfeld des Pädagogischen Tags die Vorarbeit für die Arbeit der Jahrgangsfachteams (und indirekt der Jahrgangsteams).


  • 2. Das Jahrgangsfachteam
    • trifft Absprachen über Inhalte und fachspezifische Methoden und hält dies auf Karten fest;
    • berücksichtigt dabei die obligatorischen Vorgaben aus den Fachkonferenzen;
    • setzt auch eigene, auf die Situation der Klassen zugeschnittene, Schwerpunkte;
    • leistet damit die Vorarbeit für die sich anschließende Arbeit der Jahrgangsteams.


  • 3. Jahrgangsteam
    • Das jeweilige Jahrgangsteam ist Hauptakteur bei der Bearbeitung der Unterrichtspartitur, die es im Rahmen des Pädagogischen Tages erstellt. Dazu versammelt es sich vor der Pinnwand, auf der die Planungen und Absprachen visualisiert und im Ergebnis zur Unterrichtspartitur zusammengestellt werden. Der Jahrgangssprecher moderiert diese Arbeit.
    • Das Jahrgangsteam profitiert von dokumentierten Ergebnissen und Erfahrungen aus dem Kollegium. Als Arbeitsmaterial stehen ihm sowohl die alte Unterrichtspartitur zur Verfügung, die vom Vorjahres-Jahrgangsteam übergeben wurde, als auch die direkt zuvor erarbeiteten Ergebnisse der Jahrgangsfachteams und ein von der Didaktischen Leiterin zusammengestelltes Arbeitspaket.
    • Zur Planung von Projekten und fächerübergreifenden bzw. fächerverbindenden Vorhaben werden die vom Jahrgangsfachteam bereits „angepinnten“ Karten zu Inhalten und Methoden aus den Fächern daraufhin abgeglichen, ob sie so übernommen oder ob andere Akzente gesetzt werden sollen („gelber“ Teil der Unterrichtspartitur mit den Fach-/Lernbereichen). Für ein fächerverbindendes Vorhaben im 5. Jahrgang zum Themenschwerpunkt „Wir lernen uns und unsere Schule kennen“ leisten zum Beispiel der naturwissenschaftliche Unterricht sowie die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik, Gesellschaftslehre und Religion jeweils in ihren Unterrichtsstunden ihre Beiträge. Die jeweiligen Fächerbeiträge werden vereinbart und an der Pinnwand in den einzelnen Fächern ausgewiesen  (Beispiel Unterrichtspartitur).
    • In einem weiteren Schritt erfolgt eine Einigung auf die Sozial- und Methodenkompetenzen, die in Verbindung mit dem jeweiligen Themenschwerpunkt gezielt gefördert werden sollen. Im  Beispiel Unterrichtspartitur sind das u.a. Gesprächsregeln und die Heft- und Mappenführung  (Arbeits- und Lerntechniken). Die Förderung der Sozialkompetenz der Schüler berührt vor allem die Formen der Zusammenarbeit (z.B. Tischgruppenarbeit, Arbeit mit Expertengruppen, intensive Partnerarbeit).
    • Zudem werden besondere Schwerpunkte und Akzente gesetzt, die sich aus landesweiten Vorgaben und schulbezogenen Vereinbarungen ergeben: Im Rahmen der Förderung der deutschen Sprache (Landeserlass) beschließt der Jahrgang 5 z.B., dass die Schüler im Rahmen ihrer Wochenplanarbeit in vollständigen Sätzen (schriftlich) antworten und eine Kartei über Fehlerschwerpunkte anlegen. Ebenso verständigt sich das Jahrgangsteam über Elemente der Berufs- und Lebensplanung in einzelnen Fächern. Im 9. Jahrgang stehen die Vorbereitung des Betriebspraktikums und Bewerbungsschreiben an, zu denen nicht nur die Fächer Arbeitslehre und Deutsch, sondern – z.B. durch Einbeziehen von typischen Berufsbildern wie Chemielaborant – prinzipiell alle Fächer beitragen. Auch werden Schwerpunkte ausgewiesen, die die Medienkompetenz stärken. Im 6. Jahrgang sollen die Schüler z.B. erste Erfahrungen mit dem Computer sammeln. Das Jahrgangsteam verständigt sich auch über Förderschwerpunkte: Durch Formen innerer Differenzierung, individuellen oder kooperativen Lernens werden leistungsstarke und leistungsschwächere Schüler gleichermaßen gefördert.
    • Absprachen über den Besuch außerschulischer Lernorte werden ebenfalls in der Partitur festgehalten: terminliche in der „blauen“ Spalte „Daten des Schulkalenders“ und inhaltlich-methodische bei den Fach- und Lernbereichen bzw. den übergreifenden Vorhaben („gelbe“ Felder;  Modell Unterrichtspartitur).
    • Die Planung der konkreten Unterrichtseinheiten erfolgt durch die Fachlehrer selbst.


Reflexion und Evaluation  (Qualitätsschleife)
Zweimal pro Schulhalbjahr tritt das Jahrgangsteam im Rahmen einer Teamsitzung für jeweils etwa 45 Minuten in eine Reflexionsschleife zur Unterrichtspartitur ein. Dazu versammelt sich das Jahrgangsteam vor der Pinnwand mit der Unterrichtspartitur, wertet die Planung aus und verändert sie, indem sie überholte Karten entfernt und durch Karten mit dem aktuellen Stand ersetzt. Besondere Schwierigkeiten, auf die das Jahrgangsteam gestoßen ist, werden dem neu konstituierten Jahrgangsteam mündlich zum Schuljahresende berichtet.

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› ImPuls-Schule
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