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Aktivitätenpläne zur Planung und Steuerung des Schulentwicklungsprozesses

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

Funktion der Aktivitätenpläne

  • Ein  Aktivitätenplan ist die Konkretisierung des jährlichen Schulentwicklungsplans (Schulebene) für den eigenen Arbeitsbereich auf Teamebene.
  • Innerhalb des jährlichen  Schulentwicklungszyklus ordnen sich die Aktivitätenpläne folgendermaßen ein: aktueller  Schulentwicklungsplan 01-02 – Aktivitätenplan – Gespräch zwischen Schulleitung und Team(leitung) im Herbst – Umsetzung des Aktivitätenplans – Gespräch zwischen Schulleitung und Team(leitung) im Frühjahr – weitere Umsetzung – Erstellen des Team-Portfolios – Auswertung und Ableiten von Trends durch SL – Formulierung praktischer Konsequenzen durch alle – neuer  Schulentwicklungsplan 02-03 – usw. All diese Elemente des in sich geschlossenen Kreislaufs  (Schulentwicklungszyklus) sind auf das  Schulkonzept hin ausgerichtet.
  • Jeder  Aktivitätenplan ist ein zweidimensionales schulinternes Steuerungsinstrument zur Qualitätsentwicklung und -sicherung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit. Es wirkt vom Standort der Teams aus betrachtet in zwei Richtungen: nach innen und nach außen:
    • Dem einzelnen Team und Teamsprecher schafft der Aktivitätenplan Verbindlichkeit, Klarheit und Transparenz über Planungs-, Umsetzungs- und Reflexionsprozesse (Steuerungs- bzw. Arbeitsinstrument) innerhalb der Teams. Hierin liegt die Hauptfunktion.
    • Der Schulleitung/Steuerungsgruppe dient er zur Koordinierung und zum „Controlling“ aller Teams mit Blick auf die Ziele und Umsetzung der im Schulentwicklungsplan benannten Schwerpunkte (Instrument der Rechenschaftslegung; Steuerungsinstrument auf Schulleitungsebene).

Inhaltliche Kategorien der  Aktivitätenpläne

  • Im Bereich „Zielsetzung“ leiten die Kollegen ihre Zielsetzung für ihren Arbeitsbereich aus dem Schulentwicklungsplan für den Zeitraum von einem Schuljahr ab.
  • Im Bereich „Aktivitäten“ als Kernstück beschreibt das Team die von ihm geplanten Umsetzungsschritte für die Bereiche Unterrichtsentwicklung und Lehrerkooperation; dies können sowohl innovative, neue Bereiche (Qualitätsentwicklung) als auch konsolidierende Maßnahmen (Qualitätssicherung) sein.
  • Im Bereich „Dokumentation“ werden die Materialien aufgelistet, die - soweit absehbar - die tatsächlich durchgeführten Aktivitäten im Laufe des Schuljahres dokumentieren und belegen sollen (Planungen, Ergebnisse und Prozesse) und die im so genannten Team-Portfolio aufbewahrt werden.
  • Im Bereich „Qualifizierung“ notiert das Team den von ihm festgestellten Qualifizierungsbedarf und -wunsch;
  • Im Bereich „Reflexion“ werden wichtige Ergebnisse der begleitenden Reflexion (bezogen auf Planung, tatsächliche Ereignisse und Prozesse) festgehalten. Am Ende des Schuljahres reflektiert das Team mit Hilfe der  „Struktur Erfahrungsbericht“ die gesamten Planungen und tatsächlichen Aktivitäten  (Bsp. Erfahrungsbericht).

Arbeit an und mit den  Aktivitätenplänen im Team

  • Auf der zweiten pädagogischen Konferenz direkt nach Schuljahresbeginn und der darauf folgenden Teamsitzung erstellt jedes Team in einem konsensualen Verständigungsprozess entlang der vorgegebenen Struktur seinen  Aktivitätenplan für das neue Schuljahr. Dabei wird Bezug genommen auf die von der Schulleitung aus dem zurückliegenden Schuljahr formulierten Trends  (Bsp. Trends) und auf den daraus erarbeiteten Schulentwicklungsplan (s.u., Punkte „Trends“, „Praktische Konsequenzen“ und „Schulentwicklungsplan“).
  • Wenn die Teams ihren Aktivitätenplan bearbeiten, erfolgt zunächst die Auseinandersetzung mit der Zielsetzung an Hand der Leitfragen: „Was wollen wir in unserem Schwerpunktbereich eigentlich erreichen? Warum gibt es unser Team überhaupt?“ Diese Fragen sind wichtg, um einer vorschnellen, eher oberflächlichen Übernahme von Zielformulierungen aus dem Schulentwicklungsplan vorzubeugen.
  • Schritt für Schritt werden nun alle Kategorien des Aktivitätenplans eigenverantwortlich von jedem Team erarbeitet und die Vorhaben schriftlich festgehalten  (Bsp. Aktivitätenplan). Dabei ist zu berücksichtigen, dass der eigene Aufgabenbereich des Teams innerhalb des Gesamtprozesses der Schulentwicklung scharf eingegrenzt und Schwerpunkte für ein Schuljahr gesetzt werden.
  • Im Verlauf des Schuljahres finden eigenverantwortlich Teamsitzungen statt. Alle dort zu besprechenden Themen sind vom Aktivitätenplan abgeleitet.

Gespräche zum Aktivitätenplan

  • Sobald die Aktivitätenpläne erstellt sind, führt die Schulleiterin im Herbst mit jedem Teamleiter bzw. Teamleiterin ein Gespräch zum Aktivitätenplan.
  • Grundlage der Gespräche ist ein  Gesprächsleitfaden, der dem Teamleiter zur Vorbereitung auf das Gespräch bekannt ist.
  • Diese Gespräche sind im Sinne von dialogischen Beratungsgesprächen zu verstehen und für beide Beteiligte von großer Bedeutung. Denn jeder kann dem anderen Gehör und seine Gedanken schenken.
    • Die Schulleiterin signalisiert ihr Interesse und verschafft sich einen Überblick über die Arbeitsfelder der Schulentwicklung im beginnenden Schuljahr. Gleichzeitig prüft sie, ob alle anstehenden und notwendigen Aktivitäten, die das jeweilige Team zur weiteren Umsetzung des  Schulkonzepts tangieren, bedacht worden sind.
    • Der Teamleiter erhält seinerseits Sicherheit, die richtigen Schwerpunkte für sein Team gesetzt zu haben. Weiterhin dient das Gespräch als Plattform dafür, dass auch neue Ideen und Erfahrungen aus der Sicht des Teams besprochen werden. Dies trägt letztendlich dazu bei, dass der Schulentwicklungsprozess flexibel und an den praktischen Erfahrungen und Bedürfnissen orientiert gestaltet werden kann. Bei Bedarf und nach Wunsch können auch weitere Teammitglieder an dem Gespräch teilnehmen.
  • Es gibt mindestens eine weitere Gesprächsrunde im Schuljahresverlauf (Frühjahr). Schwerpunkt dieser Zwischengespräche ist es, die momentane Situation bezüglich der vorgenommenen Aktivitäten zu besprechen, aktuelle Probleme zu lösen und eventuelle Ergänzungen oder Korrekturen vorzunehmen.

„Team-Portfolios“

  • In den von uns so benannten Team-Portfolios legt jedes Team schuljahresbegleitend Konzepte, Unterrichtsvorbereitungen und -ergebnisse, Reflexionen durch Schüler, Lehrer oder Eltern, Teamprotokolle und Planungsinstrumente ab. Am Schuljahresende kommt der o.g. Erfahrungsbericht hinzu  (Bsp. Erfahrungsbericht), der nach einer vereinbarten Grundstruktur geschrieben wird  (Struktur Erfahrungsbericht) und damit eine systematische verallgemeinernde Auswertung ermöglicht.
  • Jedes Team gibt der Schulleitung am Ende des Schuljahres ausgewählte Dokumente, die es im  Aktivitätenplan ausgewiesen hat, in Form seines „Team-Portfolios“ ab. Diese Materialien versetzen die Schulleitung in die Lage, sich ein Bild vom Ist-Stand des Schulentwicklungsprozesses an der Schule zu machen.

Trends  (Bsp. Trends)

  • Die Auswertung der „Team-Portfolios“ erfolgt durch die Schulleitung in der Regel am Ende des Schuljahres oder in den Sommerferien.
  • Die Schulleitung leitet aus den Entwicklungsrichtungen und -ergebnissen, die sich in den „Team-Portfolios“ abzeichnen, wichtige Trends der Schulentwicklung des gelaufenen Schuljahres ab.
  • Die Trends verkörpern die wesentlichen Eckpfeiler im Schulentwicklungsprozess und sind der Ausgangspunkt der Schwerpunktsetzung für das neue Schuljahr.
  • Die formulierten Trends sind als Dokument im „Schulentwicklungs-Portfolio“ der Schule für alle einsehbar.

Praktische Konsequenzen

  • Die Trends stellen zu Beginn des neuen Schuljahres den Einstieg in die Arbeit dar. Sie werden in einer ersten pädagogischen Konferenz am Ende der Sommerferien allen Kollegen ausgehändigt, von der Schulleitung vorgestellt und gemeinsam besprochen.
  • Im weiteren Verlauf der pädagogischen Konferenz leiten die Teams mit vorbereiteten Moderationsmethoden konkrete praktische Konsequenzen pro Trend für die Arbeit in ihrem Schwerpunktbereich ab.

Schulentwicklungsplan

  • Nach der Konferenz erhält die Steuergruppe die Gruppenarbeitsergebnisse zu den praktischen Konsequenzen, systematisiert und analysiert diese mit dem Ziel, daraus den Entwurf des Schulentwicklungsplans für das neue Schuljahr zu erarbeiten ( Schulentwicklungsplan 00-01,  Schulentwicklungsplan 01-02,  Schulentwicklungsplan 02-03).
  • In Abgrenzung zum Aktivitätenplan strukturiert der Schulentwicklungsplan die Schwerpunktsetzung innerhalb des Schulentwicklungsprozesses bezogen auf die ganze Schule pro Schuljahr.
  • In einer nachfolgenden Konferenz wird der Entwurf des Schulentwicklungsplanes im Kollegium diskutiert, bearbeitet, verändert und vereinbart.

Aufgabe der Steuergruppe

  • Die Mitglieder der Steuergruppe arbeiten parallel in einem Lehrerteam mit. Dadurch sammeln sie auch eigene praktische Erfahrungen im Umgang mit den Aktivitätenplänen, sie erleben Reflexion und Austausch und können dies direkt in die Steuergruppe rückkoppeln, um an Optimierungen zu arbeiten.
  • Seit dem Abschluss der ersten Erprobungsphase besteht ihre Aufgabe darin, zum einen die Teams um die Bearbeitung der Aktivitätenpläne zu bitten und zum anderen die inhaltliche Bearbeitung und damit die tatsächlichen Aktivitäten im Blick zu behalten.

Aufgabe der Schulleitung

  • Nach den Gesprächen zum Aktivitätenplan, der Auswertung der „Team-Portfolios“, der Formulierung von Trends und der Moderation der beiden pädagogischen Konferenzen (zu den Themen: Ableitung praktischer Konsequenzen aus den Trends; Arbeit am Aktivitätenplan) zieht die Schulleitung für sich selbst praktische Konsequenzen aus den Trends.
  • Bei der Erarbeitung des Entwurfs zum Schulentwicklungsplan für das kommende Schuljahr arbeitet die Schulleitung als Mitglied in der Steuergruppe maßgeblich mit.
  • Auch die Schulleitung erstellt einen eigenen Aktivitätenplan.
  • Aus den Aktivitätenplänen (Fortbildungsbedarf) erarbeitet die Schulleitung den schulinternen  Fortbildungsplan.

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