|
Arbeit mit einem Methodencurriculum in der GrundschuleInhaltsverzeichnisAufbau des Methodencurriculums - Das aktuelle
Methodencurriculum ist als Tabelle aufgebaut und gliedert sich in vier Methodenschwerpunkte, wobei jeder Schwerpunkt in einer eigenen Tabelle dargestellt ist: - Voraussetzungen zum produktiven und selbstständigen Lernen
- Arbeit an Texten
- Gedächtnistraining und Hilfsmittel
- Präsentieren/ Vermitteln
- In der Senkrechten weist das Methodencurriculum die Methoden aus, die im jeweiligen Methodenschwerpunkt mit den Schülern zu erarbeiten sind.
- Die Felder des Rasters beinhalten die Kompetenzziele, die beim Übergang in die nächste Lernstufe erreicht sein sollen (was die Schüler tun können und nachweisen sollen). Sie sind für jede Methode kumulativ in der Waagerechten angeordnet.
- Die Übergänge in die 3. Klasse, in die 5. Klasse und in die Oberschule (in Berlin nach der 6. Klasse) definieren die Grenzen zwischen den Lernstufen.
- Die Formulierung der Kompetenzziele orientiert sich an den leistungsstärksten Schülern.
Das Methodencurriculum als Planungsgrundlage - Das schulinterne Methodencurriculum hat die Funktion eines übergeordneten Planungsinstruments für alle Lehrpersonen (1. Ebene unterhalb des staatlichen Rahmenlehrplans aus dem Jahr 2004/05).
- Die dort formulierten Methodenkompetenzen werden im Jahresplan (2. Ebene) der Klassenstufe von den Teams jeweils zu Schuljahresbeginn systematisch in eine Abfolge gebracht (
Bsp. Jahresplan Klasse 4). - In den wöchentlichen Teamsitzungen beraten die Teams, wie sie die Inhalte des Methodencurriculums konkret umsetzen werden, welche Formen der Zusammenarbeit der Kollegen und welche klassenübergreifenden Projekte sie vereinbaren wollen.
- Die Ergebnisse der Jahres- bzw. Wochenplanungen hängen im Lehrerzimmer aus. Sie können von Eltern und Schülern eingesehen werden.
- Sämtliche Pläne und Vereinbarungen gelten als verbindlich für das gesamte Kollegium bzw. das jeweilige Team.
- Aktuelle Ereignisse in einer Lerngruppe sowie die „pädagogische Freiheit des Lehrers“ erfordern dennoch eine Flexibilität bei der inhaltlich-fachlichen Umsetzung und der Zeitplanung. Dies betrifft die 3. Ebene: die Unterrichtspraxis (
Bsp. Wochenplan Klasse 4). Hier werden die Ziele für die Schüler konkretisiert und ihnen gegenüber transparent gemacht. Für die Kinder der 0. bis 4. Klasse werden die Ziele anschaulich und möglichst kindgemäß im Wochenplan ausgewiesen. In den 5. und 6. Klassen ist das Wochen- oder Monatsziel als Spruch formuliert und im Klassenraum visualisiert.
Vorbereitung der Komplexwoche zur Entwicklung bzw. Erweiterung der Methodenkompetenzen - Seit dem Schuljahr 2002/2003 startet in den 5. und 6. Klassen jedes Schuljahr mit einer Komplexwoche zur Methodenkompetenzentwicklung.
- Im Vorfeld werden die Eltern dazu am Ende der 4. Klasse während eines gemeinsamen Informationsabends in Vortragsform über die Durchführung der Komplexwoche informiert. In den sich direkt anschließenden Elternabenden der Klasse besprechen sie sich untereinander.
- Lernmaterial sowie didaktisch-methodische Anregungen stehen den Kollegen als Handreichung zur Verfügung (
Lehrermaterial Komplexwoche). - Für Organisation, Detailplanung und Durchführung des 1. Tages ist der jeweilige Klassenlehrer zuständig.
- Zu Organisation, Detailplanung und Durchführung der weiteren 4 Tage sprechen sich die Lehrer des Teams 5/6 ab. Jeder Kollege bereitet nur eine Station vor (s.
Komplexwoche Lernstationen), so dass der Aufwand für jeden einzelnen gering ist und er außerdem den Vorteil hat, dass er in einer Woche durch den Verbleib an nur einer Station sämtliche Schüler der 5. und 6. Klassen kennen lernt.
Lerninhalte und Ablauf der Komplexwoche - Am ersten Tag der Komplexwoche wird im Klassenverband unter Anleitung des jeweiligen Klassenlehrers über das Lernen reflektiert (Was ist „Lernen“? Wie lerne ich? Was fällt mir schwer oder auch leicht? Wo habe ich Schwierigkeiten?). Außerdem erfolgt die Lerntypbestimmung (orientiert an Frederic Vester).
- Die nächsten 4 Tage der Woche sind in Blöcken zu je 3 Unterrichtsstunden jahrgangs- und klassenübergreifend organisiert.
- Nach der Methode des „Stationenlernens“ werden sieben Lernmethoden, jeweils unter Betreuung durch einen Kollegen, mit den folgenden Themen bearbeitet (
Komplexwoche Lernstationen): - Umgang mit Nachschlagewerken
- Arbeit mit Lernkartei
- Zeitplanung / Vorbereitung auf Klassenarbeiten
- Informationen aus Texten finden und weitergeben
- Präsentation von Ergebnissen
- Gespräche führen
- Lernen mit dem Internet
- Jedes Kind erarbeitet seit dem Schuljahr 2003/2004 zu jeder Lernmethode eine Handreichung in Form einer Karteikarte (
Bsp. Schülerhandreichung), verfügt nach sieben Stationen demzufolge über sieben Handreichungen. Die in der Komplexwoche begonnene Handreichung zu einer Methode wird im Laufe der Schuljahre ergänzt. Sie kann im Unterricht sowie beim selbstständigen Wissenserwerb und auch an weiterführenden Schulen zur Anwendung kommen. - Die Teilnahme an den Stationen wird vom Schüler durch einen Stempel auf einem Arbeitsblatt nachgewiesen (
Komplexwoche Lernstationen). Die erste Station wird im Losverfahren entschieden. In der numerischen Reihenfolge wird weiter gerückt. - Die Komplexwoche findet ihren Abschluss in einem Reflexionsgespräch im Klassenverband zu Ergebnissen und Prozessen der Komplexwoche.
- In Präsentationsphasen stellen die Schüler ihren Mitschülern das Erarbeitete im Verlauf der Woche immer wieder vor.
- Das 2. Halbjahr im 5. und 6. Schuljahr beginnt mit einem Methodentrainingstag zur Wiederholung oder Vertiefung bestimmter Methoden. Die jeweiligen Inhalte werden zum Abschluss des 1. Halbjahres in einer Reflexionsrunde der Teams zur Arbeit mit den Lerngruppen festgelegt.
Bewertung - Leistungen der Kinder aus den „selbstständigen Lernzeiten“ finden Eingang in die Bewertung. Dies gilt für Lernergebnisse wie für Lernprozesse. So werden bei der Zensierung von Projekten nach schulinterner Beschlusslage die verschiedenen Kompetenzbereiche anteilig berücksichtigt (
vgl. Grundsätze zur Bewertung). - Zur Umsetzung der Bewertungsgrundsätze hat das Team 5/6 einen
Bewertungsbogen Präsentation erarbeitet und eingesetzt. - Für alle Lern- bzw. Klassenstufen erstellen wir seit 2002
Kompetenzentwicklungsbögen zur Selbsteinschätzung für Schüler und zur Fremdeinschätzung für Lehrer. Die Bögen werden nach dem vorliegenden Muster jeweils an die aktuelle Unterrichtssituation angepasst. Sie werden vor den Terminen der „Lehrersprechstunde“ im November bzw. Mai für den zurückliegenden Zeitraum des Schulhalbjahres ausgefüllt. Zwei Tage bevor die Eltern zur Lehrersprechstunde kommen, erhalten sie über ihre Kinder die ausgefüllten Bögen zur Einsichtnahme und Gesprächsvorbereitung ausgehändigt.
Feedback und Weiterentwicklung des Methodencurriculums - Rückmeldungen von Eltern zur Komplexwoche, zur Arbeit mit dem Methodencurriculum sowie zur Selbst- und Fremdeinschätzung der Kompetenzentwicklung ihrer Kinder werden durch regelmäßige Gespräche zwischen Eltern und Klassenlehrer eingeholt. In den Team- und Steuergruppenbesprechungen werden sie ausgewertet und bei der Weiterentwicklung der Konzepte berücksichtigt.
- Das schulinterne Methodencurriculum – und perspektivisch weitere schulinterne Kompetenzcurricula – wird im Abstand von zwei Jahren ausgewertet und überarbeitet. In den Teams werden in Gesprächsform retrospektiv die jeweiligen Felder im Raster des Curriculums daraufhin überprüft, ob die dort formulierten Ziele für die Kinder noch angemessen sind oder ob sie verändert werden müssen.
- Die Ergebnisse werden mit den Feldern der übrigen Lernstufen abgeglichen.
- Mit einem Konferenzbeschluss wird das modifizierte Curriculum verbindlich vereinbart.
|
SUCHE
Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen: Methodcurriculum.pdf
|