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Förderung von Lernkompetenz durch ein fächerübergreifendes Curriculum "Lernkompentenz"

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

Aufbau des  Curriculum Lernkompetenz

  • Das schulinterne Lernkompetenz-Curriculum richtet sich an alle Klassenstufen. 
  • Es beinhaltet Kompetenz-Bausteine zur Förderung der Methoden-, der Kooperations- und der Kommunikationskompetenz. 
  • Die einzelnen Bausteine sind in sich sowie in ihrer Abfolge vom Leichten zum Schweren und vom Elementaren zum Komplexen hin konzipiert (Progression). 
  • Jedes Schuljahr beginnt mit einem Wiederholungszyklus. Auch während des Schuljahres werden Elemente vorangegangener Bausteine aufgegriffen. Durch die  Verknüpfung der Bausteine und durch die Verzahnung mit den Fachcurricula (s. u.;  Bsp. Fachcurriculum Geschichte) können die Schüler auf Vorwissen zurückgreifen und es mit neuen Elementen verbinden. 
  • Auf der Ebene des Lernkompetenz-Curriculums sind die Inhalte der Bausteine fächerunabhängig formuliert.

Fächerunabhängige Erarbeitung von Inhalten der Kompetenz-Bausteine (Schwerpunkttage)

  • Die Inhalte der Bausteine des  Curriculum Lernkompetenz werden mit den Schülern zunächst fächerunabhängig, kontextarm und systematisch erarbeitet.
  • Diese Erstbegegnung findet im Rahmen eines so genannten Schwerpunkttages statt.
  • Als einfache und effektive schulorganisatorische Lösung werden diese Schwerpunkttage von Klassenstufe 5 bis 9 einmal im Monat am gleichen Tag für alle Schüler zu den jeweils nach dem Curriculum vorgesehenen Lernkompetenz-Bausteinen durchgeführt. Der übliche Stundenrhythmus ist dafür an diesem Tag vollständig aufgelöst.
  • Die Klassenleitung, die auch die Verantwortung für die Umsetzung der Inhalte in ihrer Klasse hat, arbeitet an diesem Tag beispielsweise mit ihrer 5. Klasse entlang der in der Handreichung für Lehrer dargelegten Vorgehensweise zum  Baustein „Mind Mapping 1“.

Verknüpfung des Curriculum Lernkompetenz mit den Fachcurricula

  • Auf den einzelnen Klassenstufen weisen die Fachcurricula ( Bsp. Fachcurriculum Geschichte) verschiedenen thematischen Einheiten eines Unterrichtsfachs bestimmte Bausteine aus dem  Curriculum Lernkompetenz zu. 
  • In einem  Planungsraster werden bezogen auf die thematische Einheit Fachinhalte (Sachkompetenz), Fachmethodik, Lern- und Arbeitstechniken (Methodenkompetenz) und kooperative Lernformen (Kooperationskompetenz) miteinander verknüpft. 
  • Die Übertragung der Inhalte der Kompetenz-Bausteine auf den Fachunterricht erfolgt in drei Stufen zunehmender Komplexität nach einem eigens entworfenen  Arbeitsmodell.

 Arbeitsmodell zum Transfer von Lernkompetenz-Bausteinen in den Fachunterricht

  • Auf die Erstbegegnung der Schüler mit dem Inhalt eines Kompetenzbausteins folgt zeitnah der Transfer auf den Fachunterricht. Denn: Weder Methoden noch Kommunikations- oder Kooperationsformen sind Selbstzweck. Sie müssen letztlich im Kontext der Fächer angewendet werden können. 
  • Die zeitliche und inhaltliche Grundstruktur der Bausteine im  Curriculum Lernkompetenz dient allen in den Fächern Unterrichtenden als Orientierungs- und Planungsrahmen. 
  • Das von den Fachkonferenzen entwickelte Arbeitsmodell sieht eine dreistufige Umsetzung von Lernkompetenz-Bausteinen im Fachunterricht vor. Dabei kommen unterschiedliche Unterrichtsformen zum Einsatz, bei denen Eigenverantwortung und Selbststeuerung durch die Schüler zunehmen. 
  • Im 1. Umsetzungsschritt – unmittelbar nach dem Schwerpunkttag – werden einzelne Inhalte des Lernkompetenz-Curriculums mit relevanten Fachinhalten der verschiedenen Fächer gekoppelt und geübt. 
    • Dazu sind jedem Baustein ein oder mehrere Fächer als  Leitfächer  zugeordnet, bei denen die Verantwortung für diesen 1. Umsetzungsschritt liegt (z.B.  Planungsraster Geschichte). Es liegen jeweils ausgearbeitete Unterrichtsvorhaben vor. 
    • Um Sicherheit im Umgang z.B. mit neuen methodischen Fertigkeiten zu gewinnen, geht es auf dieser Stufe um Routinebildung durch eine kurze „Trainingsphase“ im Kontext des Faches mit entsprechenden fachlichen Zielsetzungen. Zum Beispiel erarbeiten die Schüler nach dem Schwerpunkttag zur Einführung in das Mind Mapping im Englischunterricht das Wortfeld „Our classroom“ in Form einer Mind Map auf Basis der im Baustein erlernten Regeln und erweitern gleichzeitig ihre fachliche Kompetenz (Wortschatzarbeit).
  • Im 2. Umsetzungsschritt geht es darum, einfache, überschaubare Verknüpfungen der einzelnen Kompetenzbereiche durch „kontextreichere“ Aufgabenstellungen zu entwickeln. Sie sollen die Routinebildung bei Schülern weiterführen, gleichzeitig jedoch auch erste Schritte selbstständigen Arbeitens ermöglichen. 
    • Dazu greifen alle über „ Leitfächer“ hinausgehenden Fächer die Inhalte im Laufe der folgenden Wochen auf. Unterrichtsmaterialien liegen den Unterrichtenden vor.
    • Die Schüler erfahren recht schnell, dass sie inhaltliche Aufgaben mit Hilfe ihrer Methodenkenntnisse selbstständig und effektiv bearbeiten können. Am Ende einer Unterrichtseinheit im Fach Englisch fasst z.B. jeder Schüler die wichtigsten Aspekte des grammatischen Schwerpunktthemas der Einheit – hier das Simple Past – noch einmal systematisch in einer Mind Map zusammen ( Bsp. Mind Map Simple Past).
    • Hierzu greifen die Schüler auf das Erlernte aus den  Bausteinen Mind Mapping und „Lesetechniken“ sowie auf Englischbuch und Grammatikheft als Nachschlagewerke zurück.
    • Die individuellen Mind Maps werden in Gruppen gegenseitig erläutert, optimiert und im Portfolio abgelegt. (Zur Arbeit mit Portfolios s. in Kürze den Beitrag des Akademischen Gymnasiums Innsbruck in dieser Toolbox)
  • Die sich ständig erweiternden Kompetenzen erlauben und erfordern schließlich komplexe Lernarrangements (3. Umsetzungsschritt), die den Schülern einen hohen Grad an Selbststeuerung und Eigenverantwortung ihres Lernprozesses und die Verknüpfung der Teilkompetenzen ermöglichen und abverlangen. 
    • Neben offenen Unterrichtsformen (z.B. Wochenplanarbeit, Lernen an Stationen, projektorientiertes Arbeiten) bieten sich  komplexe Aufgaben an ( Bsp. Aufgabenablauf). 
    • Zur Bewältigung solcher komplexen Aufgaben benötigen Schüler neben der Fachkompetenz und den methodischen Fähigkeiten auch kooperative und kommunikative Kompetenzen sowie die Fähigkeit, eigene Lernprozesse zu reflektieren und zu bewerten (s. Bsp.  komplexe Aufgaben;  Evaluationszielscheibe).

Handreichungen zu den Lernkompetenz-Bausteinen 

  • Zur Unterstützung der Unterrichtstätigkeit der Kollegen gibt es zu jedem einzelnen Baustein eine Handreichung für Lehrer (Bsp.  Baustein Mind Mapping). 
  • Die Handreichungen sind wie folgt aufgebaut: Beschreibung der Thematik in einem entsprechenden Begründungszusammenhang; Verlaufsplanung des Unterrichts mit der Beschreibung der Ziele des jeweiligen Bausteins. Am Ende jedes Bausteins finden sich die gesamten Materialien für die unterrichtlichte Durchführung. 
  • Sie sind auch auf CD-ROMs zu finden und lassen sich leicht individuell umarbeiten.

Kooperationen zur Aufbereitung von Bausteinen für die Übertragung in den Fachunterricht 

  • Fachteams erarbeiten Materialien oder komplette Unterrichtsarrangements für den Fachunterricht. Dafür bereiten sie die Inhalte der Lernkompetenz-Bausteine so auf, dass sie systematisch und nunmehr an sinnvolle fachliche Inhalte gekoppelt in den Fachunterricht übertragen werden können.
  • Grundlagen ihrer Arbeit sind das schulinterne  Curriculum Lernkompetenz, die Fachlehrpläne, die schulinternen Curricula ( Bsp. Fachcurriculum Geschichte) und das von den Fachkonferenzen entwickelten  Arbeitsmodell
  • Das Ergebnis wird den unterrichtenden Fachlehrern z.B. in Form von  Planungsrastern zur Verfügung gestellt. Darin werden Fachinhalte, kooperative Lernformen, die zu übenden fachunabhängigen Methoden sowie die fachspezifischen Methoden (wie z.B. Quellenarbeit und Kartenanalyse) ausgewiesen. 
  • In Klassenteamsitzungen koordinieren die Fachlehrer der jeweiligen Klasse unter Leitung der Klassenlehrer ihre unterrichtlichen Schwerpunkte sowohl fachlicher wie auch methodischer Art und vereinbaren fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben.

Begleitende Lehrerfortbildung – „training on the job”

  • Im Vorfeld der Schwerpunkttage findet zur Vorbereitung der unterrichtenden Kollegen monatlich eine interne Fortbildung zu den Lernkompetenz-Bausteinen statt. 
  • Jeder Kollege ist „ Bausteinexperte” und Fortbildner für mindestens einen Baustein. 
  • Aufgrund des zeitlich und inhaltlich festgelegten Curriculums weiß jeder Kollege, wann er die Rolle eines Fortbildners bzw. eines Lernenden einnimmt. 
  • Der Bausteinexperte spricht mit den Klassenleitungen der jeweiligen Jahrgangsstufe einen Termin ab, der mindestens eine Woche vor dem Schwerpunkttag liegt. Die Klassenleitungen haben so Zeit, die Inhalte und Planungsvorschläge anschließend individuell durchzuarbeiten, bevor sie den Baustein mit ihren Klassen bearbeiten. 
  • Der Bausteinexperte übergibt den Klassenleitungen beim Einführungstermin sämtliche für die Durchführung des Bausteins notwendigen Materialien (Arbeitsblätter, Folien, ggf. Poster etc.) im Klassensatz. Der Baustein und dessen Durchführung werden ausgiebig erörtert und mit den Kollegen gemeinsam bearbeitet. Der Experte beantwortet Fragen, gibt Tipps zu didaktischen und methodischen „Gelenkstellen” oder schildert Erfahrungen und Rückmeldungen der Teams, die diesen Baustein bereits durchgeführt haben. 
  • Begleitmaterial sind die Veröffentlichungen der Realschule Enger (s.  Literatur). Diese ausführlichen Verschriftlichungen nach einem einheitlichen Konzept verkürzen die Dauer der gemeinsamen Einarbeitung in den Baustein in der Regel auf 30 bis 45 Minuten.

Kultur der kontinuierlichen Verbesserung

  • Die Evaluation der Lernkompetenz-Bausteine bzw. ihrer Wirksamkeit (Lernfortschritte der Schüler) hat bisher in unterschiedlichster Form stattgefunden. Wir wollen damit eine ständige Reflexion und Optimierung der jeweiligen Bausteine gewährleisten.
  • Am Ende jedes Schwerpunkttages reflektieren die Klassenleitungen der Jahrgangsstufe gemeinsam den Unterrichtsverlauf bezüglich der bearbeiteten Bausteine. 
  • Der „Bausteinexperte“ moderiert diese Evaluationsrunde nicht selbst, da er während des Schwerpunkttages selbst Lehrender – und insofern auch Evaluierender – ist. Er nimmt in der Regel 1-2 Tage nach Durchführung der Bausteine die Rückmeldungen bzw. Verbesserungsvorschläge der Teams entgegen, verarbeitet sie entsprechend und leitet sie als Optimierungsvorschläge an die beiden für die Pflege und Verbesserung der Bausteine verantwortlichen Kollegen weiter.
  • Diese beiden Zuständigen notieren Änderungsvorschläge, überprüfen sie auf ihre Effektivität hin und modifizieren ggf. die jeweiligen Materialien. Die Materialien sind über den Computern im Lehrerzimmer bzw. spezielle Ordnern allen zugänglich. 
  • Im Februar 2002 ist bei Kollegen eine  Evaluation der Lernkompetenzbausteine mit Einschätzung zu ihrer Umsetzbarkeit und Effektivität sowie zur Anwendung im Fachunterricht durchgeführt geworden. Die Rückmeldungen durch das Kollegium führten zu einer (z.T. umfassenden) Überarbeitung einer Reihe von Bausteinen. Darüber hinaus waren die Ergebnisse Grundlage in Fachteamsitzungen, in denen es um die Optimierung der fachbezogenen Umsetzung der Kompetenzbausteine ging.
  • Aus Schülerperspektive wurde im Schuljahr 2001/2002 eine Evaluation der Bausteine durchgeführt. Hierfür erhielten alle Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 zu Beginn und zum Ende eines Schuljahres einen Fragebogen, in dem sie ihre lernmethodischen Kenntnisse und ihren Lernzuwachs quantitativ an Hand der gleichen Fragen einschätzen sollten. In Jahrgangsstufensitzungen wurden die Ergebnisse der einzelnen Klassen anschließend ausgewertet und daraufhin Vereinbarungen zur Weiterarbeit getroffen (z.B. verstärkte Kognitivierung der Lernprozesse im Unterricht in Hinblick auf bestimmte Methoden und Lernstrategien; noch engere Absprachen der Jahrgangs– bzw. Klassenteams bezüglich der Anwendung und Bewusstmachung einzelner Methoden und Verfahren). 
  • Mit den ersten beiden Absolventenjahrgängen (2001 und 2002) wurde eine  Absolventenbefragung im Mai 2002 (bzw. 2003) durchgeführt ( Anschreiben). Alle ehemaligen Schüler wurden jeweils nach acht Monaten mit der Bitte angeschrieben, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aber auch ihre Erfahrungen als Schüler der Realschule Enger qualitativ einzuschätzen und uns anonym zurückzuschicken. Ebenfalls angeschrieben wurden alle betroffenen Betriebe und weiterführenden Schulen mit der Bitte, in einem vergleichbaren Fragenbogen ihre Einschätzung zu unseren Ehemaligen zu geben (z.B.  Fragebogen weiterführende Schulen). Die Rückmeldungen wurden von unserer Evaluationsgruppe ausgewertet und im Kollegium bzw. den Fachkonferenzen als Grundlage zur Optimierung ihrer Arbeit besprochen.

SUCHE

Kontakt

› Realschule Enger
05224-978034

pdf-Download

Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:  Fachuebergreif_curric.pdf

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