|
„Kommunikation und Sozialkompetenz“ als UnterrichtsfachInhaltsverzeichnis Versuchslehrplan für das Fach „Kommunikation & Sozialkompetenz“
- Der Versuchslehrplan benennt die Bildungs- und Lehraufgabe für das Fach KoSo, Grundsätze und Prinzipien für die Unterrichtsgestaltung sowie Lerninhalte (s. auch unter Methodik) für die einzelnen Schulstufen und für den fächerübergreifenden Ansatz.
- Die Lerninhalte folgen folgender Progression: Beginn bei sich selbst als Individuum → 2er-Konstellation (Diade)→ Gruppe/Team → größere Gemeinschaft (Schule, Stadt) → Gesellschaft.
- So beziehen sich die Lerninhalte in den Schulstufen 9 und 10 der Oberstufe auf intra- und interpersonale Prozesse: Umgang mit sich selbst und Umgang mit anderen.
- Die Lerninhalte in den Schulstufen 11 und 12 der Oberstufe beziehen sich auf Systeme und berühren die Gebiete Team und Organisation, Beratung, Leitung.
Methodik von KoSo - Die Methodik bzw. „Metamethodik“ für interpersonale Kommunikation ist nicht auf ein Training von Skills sondern sehr stark auf Selbstreflexion ausgerichtet. In einem speziellen Setting erfahren die Schüler die Komplexität von Kommunikation, sie beobachten und schließen sich selbst als Beobachtende in die Beobachtung mit ein.
- Entscheidend in der Unterrichtsgestaltung ist die enge Verbindung der Lerninhalte mit praktischen Übungen. Übungen werden u.a. zu folgenden Bereichen angeboten:
- Wahrnehmungsschulung (Selbstbild, Fremdbild, Beobachtungsschulung
- Konfliktlösungstechnike
- Selbstmanagement (Motivationsstrategien, Wissen über eigene Ressourcen, „vom Besitzer zum Benützer“ seiner eigenen Features, sich selbst ans Steuer dessen setzen, was man ist
- Empathieschulung (z.B. Rapport, Alter Ego Übung, neues Verhalten in Gruppen und seine Auswirkungen auf andere
- Übungen und Rollenspiele zu den Themen Team, Organisation, Führung.
- Im Unterricht wird Wissen vermittelt und über das Erleben – z.B. in den Übungen – erfahrbar gemacht. Es handelt sich um ein Wissen über das, was in Gesprächen, Gruppen, Teams, Organisationen etc. zwischen Menschen geschieht. Dabei werden verschiedene Modelle angeboten (Rangdynamik in Gruppen, Transaktionsanalyse, NLP = neurolinguistisches Programmieren, TZI = themenzentrierte Interaktion von Ruth Cohn), ausprobiert und auf ihre Brauchbarkeit hin überprüft. In ihrer Zusammenschau werden wiederum die komplexen Situationen verdeutlicht, von denen jede dieser Schulen ein Modell für Kommunikation bzw. Kooperation zu geben versucht. Das heißt, eine Kommunikationssituation wird zunächst durch die Brille der Gruppendynamik und dann durch die Brille der Transaktionsanalyse etc. betrachtet, wodurch erfahren werden kann, dass jedes Modell nur Teilaspekte beleuchtet und der Komplexität zwischenmenschlicher Kommunikation allein nicht gerecht werden kann.
- Zur Reflexion werden die Schüler immer wieder aufgefordert, das Geschehen von der Metaebene aus zu betrachten und ihre Interpretationen, ihre Erklärungen und ihre Schlussfolgerungen offen zu legen, so dass sie vergleichbar sind und damit für die anderen zu einer Lernchance werden. Sie versuchen zu verstehen, wovon diese ihre Interpretationen usw. abhängen bzw. geprägt sein könnten und können sich zu diesen Erkenntnissen verhalten.
- Die im Unterricht verwendeten Materialien und Übungen sind aus Bereichen der Erwachsenenbildung adaptiert worden und werden ständig durch die ausgewerteten Lehr-Lern-Erfahrungen weiter entwickelt.
- Für die Unterrichtenden wird zurzeit ein Lehrerhandbuch erarbeitet, das in seinem Hauptteil die Methodik von KoSo beinhalten wird (
KoSo-Methodikbuch). Darin werden auch Übungsangebote nach folgenden Schema beschrieben: 1. Übungsablauf, 2. Reflexionsimpulse, 3. beabsichtigte Referenzerfahrungen, 4. beispielhafte Erfahrungen aus Schülersicht im „O-Ton“ sowie 5. Lehrerbeobachtungen. - Das ebenfalls in der Erarbeitung befindliche
KoSo Lehrbuch für Schüler wird Informationen zum jeweiligen Thema, die Beschreibung von Übungsabläufen, Beispiele zum besseren Nachvollziehen, Reflexionsanregungen enthalten.
Contracting (s. homepage » www.popperschule.at) - In den ersten vier Wochen eines Schuljahres werden wie in allen Fächern an der SKPS auch in KoSo zwischen Schülern und Lehrern Vereinbarungen darüber getroffen, was im Schuljahr bearbeitet werden und wie es geschehen soll (
Bsp. Contracting KoSo 5E; Bsp. Contracting KoSo 7E). - In einem Dreierschritt erläutert zuerst die Lehrperson der Klasse Vorschläge zu Inhalten, Themen und Lernformen.
- Phase 2 dauert mindestens eine Woche. Schüler führen eine interne Diskussion, für deren Organisation und Abwicklung sie selbst verantwortlich sind.
- In einem Lehrer-Schüler-Gespräch während einer Unterrichtsstunde werden dann die endgültigen Vereinbarungen getroffen, schriftlich festgehalten und von allen Beteiligten unterschrieben (Phase 3).
Bewertung ( Artikel Transparenz Leistungsbeurteilung) - Die Schüler erhalten Noten, die auf dem Zeugnis ausgewiesen werden. Die Note „SEHR GUT“ wird vergeben, wenn das Gelernte präsent und anwendbar ist UND sich die Schüler bei den Übungen der Gruppe zur Verfügung stellen (z.B. besonders in der Beobachterrolle). Die Note „GENÜGEND“ erhält ein Schüler entweder auf der Grundlage seines Wissens ODER des Sich-Einbringens.
- Schüler der Schulstufen 11 und 12 erhalten zusätzlich zur Benotung ein
Zertifikat, das Inhalte, Dauer und Referenten des viersemestrigen Lehrgangs ausweist.
Feedback-Kultur und Evaluation - Jede Lehrperson holt sich von jeder Klasse einmal im Schuljahr ein schriftliches
Unterrichts-Feedback ein und bespricht dieses mit der Klasse (nicht nur in KoSo, sondern in allen Unterrichtsangeboten). - Ein in der Form vergleichbares Feedback wird ebenfalls durch den Coach von seinen Coachees erbeten (
Coaching-Feedback). - Im Rahmen eines Qualitätszirkels einiger Lehrer wird eine interne Evaluation des Schulprogramms (und damit auch von KoSo) durchgeführt.
- Über einen Zeitraum von vier Jahren fand durch eine neutrale Instanz (das BOAS-Institut des Soziologen Prof. Ernst Gehmacher) eine externe Evaluation der Schule mit quantitativen Erhebungsverfahren statt.
- Darauf aufbauend und dies vertiefend wurde eine externe Evaluation mit qualitativen Verfahren (Tiefenintervies) in Auftrag gegeben, die den Ansatz der SKPS – ebenfalls einen Zeitraum von vier Jahren – in den Blick nahm (
Ergebnisse qualitative Evaluation).
|
|