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„Projekt-Profi(L)“ - Integration von Profilansatz und systematischem Projektlernen im Wahlpflichtbereich der Sek. I

Inhaltsverzeichnis

3. Durchführung bzw. Ablauf (inkl. Verantwortlichkeiten)

Wahl des Profils, Lerngruppen und Lernziele

  • Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts der Jahrgänge 9 und 10 bilden die Schüler aller Schulzweige individuell ihr Profil aus. Dazu wählen sie zum Ende der 8. Klasse einen Lern-Schwerpunkt aus einem fächerübergreifenden Angebot als Profil: Naturwissenschaften, Gesellschaft, Ästhetik, Informatik oder Sprachen. Als Entscheidungshilfe nehmen die Schüler an der Präsentation der Projekte der 10. Klassen teil, erhalten eine  Informationsbroschüre sowie eine Informationsveranstaltung und können auch Schüler der 10. Jahrgangsstufe befragen. Im gewählten Profil wird die Projektarbeit eingeführt, geübt und angewendet.
  • Die Profilkurse arbeiten einmal wöchentlich während einer Doppelstunde.
  • Der Profilunterricht teilt sich in zwei Phasen auf. Die erste Phase - die 9. Jahrgangsstufe sowie das erste Halbjahr der 10. Jahrgangsstufe - ist der systematischen Schulung von Methoden und Techniken der Projektarbeit sowie dem Teamtraining gewidmet. Die zweite Phase im letzten Halbjahr der 10. Jahrgangsstufe dient der Bearbeitung eines eigenständigen Projekts.
  • Da sich in den Profilkursen Schüler aller Schulzweige befinden, sind die Lerngruppen neu und leistungsheterogen zusammengesetzt. In dieser Konstellation bleiben sie für zwei Jahre (nahezu) konstant.
  • Die Lernziele sind in den verschiedenen Kompetenzbereichen angesiedelt  (Kompetenzbereiche 24):
    • systematische Schulung und Übung der Methoden/Arbeitstechniken des Projektmanagements (Methodenkompetenz)
    • Bearbeitung fachspezifischer Inhalte und fächerübergreifender Fragestellungen aus dem gewählten Profilbereich (fachliche Kompetenz)
    • systematisches Training und Reflexion der Gruppenarbeits- und Teamfähigkeit (Sozialkompetenz)
    • Verbesserung der personalen Kompetenz.

Projektarbeit im Überblick

  • Ein grundlegender Bestandteil der Projektarbeit (Definition Projekt:  Projektunterricht Überblick;  Projekt 1) ist die Methodenkompetenz der Projektführung. Die Form der Bearbeitung beinhaltet ein systematisches Vorgehen, d.h. eine Folge von Arbeitsschritten, die den Kernpunkten des Projektmanagements entsprechen ( Projektablauf und Bewertung):
    1. Projekt-Auftrag durch den Lehrer
    2. Projektvorbereitung
    3. inhaltliche und zeitliche Planung mit fester Aufgabenverteilung
    4. kontrollierte Durchführung mit der Präsentation in der Schulöffentlichkeit
    5. Evaluation.
  • Mit überschaubaren Aufgabenstellungen werden in den ersten eineinhalb Jahren des Profilunterrichts (Phase 1) die einzelnen Schritte des Projektmanagements vermittelt und trainiert, die anschließend bei der Bearbeitung eines selbstständigen Projekts zur Anwendung kommen werden ( Arbeitsschritte 2;  Arbeitsschritte 3). Ergänzend lernen die Schüler Arbeitstechniken wie Brainstorming, MindMapping und Problemanalyse kennen  (s. Projektauftrag 5).
  • Der für die Projektarbeit entwickelte Reader dient dabei als Arbeitsgrundlage.
  • In der zweiten Hälfte des 10. Schuljahres (Phase 2) bearbeiten die Schüler der Profilkurse ihre Projekte selbstständig. Die Zusammensetzung der Projektteams orientiert sich an der Arbeitsfähigkeit der Gruppe, d.h. an den Kompetenzen, die zur Bewältigung der Aufgabe benötigt werden. Die Teamzusammensetzung wird nicht dem Zufall, aber auch nicht den Schülern allein überlassen und berücksichtigt die Mischung der drei Schulzweige. Wenn möglich sollte jede Gruppe einen Koordinator, Moderator und Controller haben:>/li>

Projektablauf : Themenfindung, Planung, Durchführung und Präsentation

  • Aus dem vorgegebenen Pool möglicher Projektthemen  (Informationsbroschüre) wählen alle Schüler als Lerngruppe gemeinsam ein Projekt(thema) aus ( Themenfindung 22,  Projektauftrag 5). Mit der Vorgabe wird sicher gestellt, dass die Lehrpersonen auch über die fachlichen Kompetenzen verfügen. Das gemeinsame Projektthema und die Teilprojekte der Schülerteams werden mit der gesamten Lerngruppe formuliert und in einem Mind Map festgehalten.
  • Die einzelnen Teams müssen ihr Teilprojekt spezifizieren, zu einer Definition und Eingrenzung ihres Teilprojekts finden und Ziele formulieren. Dafür können sie aus einem Methodenangebot eine ihnen hilfreich erscheinende Methode nutzen  (Projektauftrag 5).
  • An Hand vorgegebener Kriterien prüfen die Teams, ob sie in der Lage sind, das Projekt zum Erfolg zu führen (Prüfung von Ressourcen und Kompetenzen:  Projektprüfung 8). Änderungen des Auftrags sind dann sinnvoll, wenn das Ziel den Fähigkeiten der Beteiligten angepasst werden muss bzw. wenn es möglich ist, Wünsche der Schüler zu berücksichtigen ohne den Projektauftrag zu verfälschen.
  • Der Profil-Lehrer vergibt als Projektleiter den Projektauftrag an die Lerngruppe und den Auftrag für die Teilprojekte an die Teams. Mit dem Projektvertrag  (Projekt-Vertrag 9) werden zwischen den Mitgliedern des Teams sowie mit dem Lehrer verbindliche Regelungen getroffen. Der Vertrag gibt Auskunft über die Teamzusammensetzung, das Teilprojekt, die geplante Präsentationsform, den Materialbedarf, Zeitplanung und formulierte Meilensteine. Damit strukturiert der Projektvertrag das Projekt vor.
  • Ist der Projektvertrag geschlossen, erarbeiten die Schüler eine längerfristige verbindliche Projektplanung mit Aufgabenplan  (Aufgabenplan 10), Arbeitspaketen ( Arbeitspakete 15;  Arbeitspakete 17), Meilensteinen, Projektablaufplan  (Projektablaufplan 21), Zeitplanung ( Zeitplan 18;  Zeitplan Bsp. 20), Zeitpuffern und Planung der Präsentation  (Präsentation 7). Die Präsentationsplanung beginnt bereits innerhalb der Projektplanungsphase vor Schließung des Projektvertrags. Ihre jeweiligen Planungsergebnisse und Vereinbarungen halten die Schüler in den entsprechenden Arbeitsformularen schriftlich fest.
  • Die Schüler führen ihr Projekt der Planung entsprechend durch. Sie kontrollieren den Zeitablauf (Ist-Soll-Vergleich) und dokumentieren erstellte Texte und Materialien in virtuellen und/oder realen Ordnern, zu denen alle Beteiligte Zugang haben.
  • Die Ergebnisse der Projektteams werden jedes Jahr an einem Vormittag im Mai der Schulöffentlichkeit und mittlerweile auch am Nachmittag einer außerschulischen Öffentlichkeit – z.B. Betrieben, Eltern – präsentiert  (Programm Präsentation).

Projektauswertung und Bewertung der Leistungen  (Projektablauf und Bewertung)

  • Die Bewertung der Projektarbeit unterscheidet zwischen Produkt- und Prozessbewertung. Eine Bewertung des Arbeitsprozesses erfolgt nach jedem erreichten Meilenstein.
  • In die Bewertung fließen mit gleicher Gewichtung ein: Fachwissen, z.B. Inhalte und Fragestellungen, Projektmethode (Methodenkompetenz), Teamarbeit (soziale Kompetenz).
  • Zur Einschätzung der Leistungen in den Kompetenzbereichen Methodenkompetenz und Soziale Kompetenz wurden von den Profil-Lehrern gemeinsam Bewertungspunkte festgelegt und Bewertungskategorien zugeordnet  (Kriterien Kompetenzbewertung). Die Kriterien für die Fachkompetenz werden jeweils aktuell durch den Fachlehrer festgelegt.
  • Zur Überprüfung/Darstellung der Leistungen in den Kompetenzbereichen wurde von der Didaktischen Leitung und dem externen Trainer ein „Evaluationsstern“ so weiterentwickelt, dass er die Kriterien zu jedem Kompetenzbereich abbildet  (Leistungsprofil Formular). Nach Erreichen eines Meilensteins wird mit den Schülern besprochen, wie eine Dimension passend benannt und mit Kriterien versehen werden soll. Vollständig ausgefüllt bildet der „Evaluationsstern“ das Leistungsprofil in Sternform ab  (Leistungsprofil Beispiel).
  • Neben dem Bewertungsstern dienen weitere Instrumente der Leistungserfassung ( Selbst- und Fremdeinschätzung;  Bewertung Präsentation). Im optimalen Fall werden dabei Selbst- und Fremdeinschätzung (Team) sowie die Bewertung durch die Lehrperson gegenübergestellt und miteinander abgestimmt.

Aufgaben und Rolle der Kurslehrer

  • Der zuständige Profil-Lehrer fungiert als Projektleiter.
  • Die Lehrer müssen sich - ausgehend von den individuell und schulzweigbedingten heterogenen Voraussetzungen – als Begleiter auf dem Weg in die Selbstständigkeit der Schüler verstehen. Deshalb müssen sie ihre Rolle im Lauf der Kursarbeit schrittweise verändern: von der Rolle des zunächst Vermittelnden und Lenkenden zur Rolle des Organisators von adäquaten Lernsituationen, des Beraters und Unterstützers, in Konfliktfällen auch des Mediators.
  • Zur Weiterqualifizierung in den Fragen des Projektmanagements werden die im August 1999 begonnenen Lehrerfortbildungen im Jahresrhythmus fortgesetzt (s. auch Punkt „Voraussetzungen“).

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› KGS Leeste
+49-421-895831

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