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Sozialtraining als Baustein einer umfassenden Kompetenzvermittlung an der Staudinger-Gesamtschule

Inhaltsverzeichnis

4. Zwischenbilanz

Das systematische Sozialtraining ist für uns das Kernstück unserer Bemühungen bei der Vermittlung von Personal- und Sozialkompetenzen. Wir können darüber alle Schüler der 5. bis 7. Klassen verlässlich erreichen. Das Training schafft Voraussetzungen dafür, dass Schüler sich in der Klassengemeinschaft wohl fühlen und dadurch eine lernförderliche Unterrichtsatmosphäre entsteht. Mit dem Anti-Gewalt-Training „Coole-Staudis“ während des Projekttags zu Beginn des 5. Schuljahres wird ein Einstieg in das langfristig angelegte Sozialtraining geboten.

Die ergänzenden Lernmöglichkeiten für Sozialverhalten wie die Streitschlichtung, die Höflichkeits-AG, der Trainingsraum, das Compassion-Projekt, die Initiierung sozialer Lernprozesse in einzelnen Fächern haben zwar im Gesamtkontext eine wichtige Funktion, wenden sich aber immer nur an eine bestimmte Auswahl von Schülern.

Als Lehrer die Weiterentwicklung von Sozial- und Methodenkompetenzen bei Schülern ernst zu nehmen, hat auch dazu geführt, die Lehrerrolle anders auszufüllen. Lehrer treten in den Hintergrund und moderieren Prozesse. Sie versuchen, Schüler zur Eigenaktivität zu bringen.

In Bereich des Sozialen Lernens ist ein Rückgang von Formen der Gewalt registrierbar, der sich durch die Statistik der Schule über Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen mit Einschränkungen belegen lässt. Aufschlussreich waren die Rückmeldungen aus der SEIS–Befragung ( SEIS-Ergebnisse Soziales Lernen;  Ergebnisse Dateninterpretation SEIS 2006» http://www.staudi.fr.schule-bw.de/?page_id=104 ). Da insgesamt 912 Personen ihre Wahrnehmung von unserer Schule mitgeteilt haben, kann man die Ergebnisse durchaus als aussagekräftige Momentaufnahme betrachten.

In der Dimension „Bildungs- und Erziehungsauftrag“ gab es für alle drei Befragungsgruppen Feedback-Möglichkeiten zu den Kriterien „Sozialkompetenz“ und „Lern- und Methodenkompetenz“. Zu allen Dimensionen gab es „Expertenkommentare“ von dazu ausgebildeten Fachleuten. Der abschließende „Expertenkommentar“ für den Bereich des Sozialen Lernens wie auch die Ergebnisse insgesamt waren für uns ermutigend:

„Die befragten SchülerInnen und LehrerInnen stimmen alle darin überein, dass die SchülerInnen an dieser Schule in hohem Maße fachliche, soziale, methodische und personale Kompetenzen erwerben können. Die insgesamt positive Einschätzung aller Befragtengruppen in Bezug auf die Vermittlung sozialer Kompetenzen könnte die Bemühungen der Schule in diesem Bereich, die im SLEF (Schulleitungsformular) deutlich werden, widerspiegeln“.

Entwicklungen des Sozialverhaltens sind generell nicht leicht zu evaluieren. Aus den Jahrgangskonferenzen der Klassenlehrer-Tandems gibt es positive Rückmeldungen von Klassenlehrern, die über längere Zeit ein systematisches Sozialtraining durchgeführt haben. Den Protokollen der Jahrgangskonferenzen ist u. a. zu entnehmen, dass ein dringender Fortbildungsbedarf besteht selbst für Lehrer, die bereits über eine Grundausbildung im „LQ-Sozialtraining“ verfügen. Auch wurde eingefordert, das Sozialtraining um den Umgang mit Medien (Stichwort „happy slapping“) zu erweitern. Die Durchführung eines systematischen Sozialtrainings setzt eine Bereitschaft zur Fortbildung des Kollegiums voraus. Dabei hat sich gezeigt, dass eine freiwillige Teilnahme aus Überzeugung an der Sache besonders wirksam ist. Dennoch erachten wir es als wichtig, Kollegen durch Überzeugungsarbeit weiterhin zur Teilnahme zu motivieren.

Auch das Methodencurriculum muss weiterentwickelt werden. Die zunehmende Bedeutung Kooperativer Lernformen und des Methodentrainings auch in der Fachliteratur sollte sich auch in einem systematischen Vorgehen niederschlagen. Kooperative Lernformen werden zwar zunehmend angewandt, kommen aber noch nicht allen Klassen zugute. Bei Kooperativen Lernformen zeigen sich praxisnah die Synergieeffekte zwischen Sozial-, Personal-, Methoden- und Fachkompetenzen, wie wir sie uns von Beginn unseres Schulentwicklungsprozesses an erhofft hatten. Denn von Schülern werden neben methodischen Kenntnissen auch Sozial- und Selbstkompetenzen gefordert und gleichzeitig gefördert.

Mit unserem bisherigen Schulentwicklungsprozess haben wir gute Voraussetzungen für die Einführung der neuen Bildungspläne an unserer Schule geschaffen.

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