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Sprachförderung in der Schuleingangsphase für Schüler und Eltern - Das „Styrumer Modell“

Inhaltsverzeichnis

4. Zwischenbilanz

Das Styrumer Modell wurde seit 1997 kontinuierlich weiter entwickelt. Die verbindliche Einführung von Sprachstandserfassung und Sprachfördermaßnahmen in NRW seit Sommer 2003 bestätigt noch einmal den von uns eingeschlagenen Weg der vergangenen Jahre und die Formen des Austauschs, an denen wir uns mit Fragen und Erfahrungen beteiligt haben. Im Rückblick betrachtet hatten wir – bereits vor dem „PISA-Schock“ – eine Vorreiterrolle inne. Trotz der vergleichsweise kurzfristig angesetzten verbindlichen Einführung – Anweisung an die Schulen und Mitteilung im Amtsblatt im August 2003, Dienstbesprechung der Schulleiter Ende September 03, Informationen und Fortbildung der Schulleiter zu Testmaterialien Anfang Oktober und Beginn des Anmeldeverfahrens mit Anwendung der Testverfahren Mitte Oktober 03 – konnte sich die GGS deshalb kurzfristig darauf einstellen.

Als erste konkrete Ergebnisse haben wir mit unseren Maßnahmen erreicht:

  1. Bei den Kindern:
    Die Zahl der Wiederholer und auch die der Rückstellungen von Kindern in den Schulkindergarten konnte um ca. die Hälfte verringert werden. Das Lernen in der StyMo-Kleingruppe, wo sie die von ihnen benötigte besondere Aufmerksamkeit erhalten, ermöglicht den Kindern ein aktiveres Mittun, bessere Konzentrationsfähigkeit und Arbeitsverhalten auch im Klassenverband. Was sie in den StyMo-Stunden gelernt haben, ist eine verlässliche Basis für den Klassenunterricht, wo Inhalte des StyMo-Unterrichts aufgegriffen werden. Die Kinder „trauen“ sich mehr und sind selbstbewusster, weil sie in der Kleingruppe erfahren: „Ich kann etwas“. Sie sind integriert und zeigen ein besseres Sozialverhalten, können sich z.B. besser zurücknehmen und stören weniger. Das Anfertigen der Hausaufgaben während der StyMo-Unterrichtszeit, Stille- und Konzentrationsübungen, das individuelle Einführen verschiedener Arbeitstechniken bewirken, dass Hausaufgaben (auch in den weiteren Schuljahren) viel regelmäßiger und sachgerechter erledigt werden.

  2. Bei den Müttern:
    Trotz Sprachschwierigkeiten kommen die Mütter aus Migrationsfamilien häufiger als früher in die Schule, bringen die Kinder, holen sie ab und nehmen an Aktionen der Klasse teil (Ausflüge, Wandertage, Frühstück mit den Kindern). Sie haben die Erfahrung gemacht, dass die Schule sich mit der Verständigung Mühe gibt, Austauschmöglichkeiten und Unterstützung bietet. Sie empfinden sich zunehmend als Erziehungspartner und sind in den Mitbestimmungsgremien vertreten. Ca. die Hälfte der Mütter der geförderten Kinder kommt zum Mütterkurs. Andere haben nachvollziehbare Gründe für ihre Nicht-Teilnahme. Väter wollten oder konnten diese ursprünglich an beide Elternteile gerichteten Angebote nicht nutzen.

  3. Bei den Lehrern:
    Fast alle Lehrer haben in den letzten Jahren am StyMo teilgenommen und sind im Zuge der regelmäßigen Sitzungen des „großen Stymo-Teams“ insbesondere zum Erwerb der Erst- und Zweitsprache weiterqualifiziert worden. Durch die RAA wurden den Lehrern Methoden und vielfältiges Unterrichtsmaterial für den Bereich Deutsch als Zweitsprache vorgestellt, was von ihnen im Unterrichtsalltag erprobt werden konnte. Nicht zuletzt wurden die Lehrer sensibilisiert für die Lebensproblematik von Einwandererfamilien, was oft eine Ausrichtung des Unterrichtes auf interkulturelle Erziehung mit sich brachte  (Interkulturelle Integration).

Die Entwicklung von Lerntagebüchern und kindgerechten Reflexionsbögen wird ein zukünftiges Arbeitsfeld innerhalb der Teamsitzungen sein, um Kinder an die Selbsteinschätzung ihrer Lernprozesse und –leistungen heranzuführen. Wir wollen die Lernentwicklung der Kinder systematischer beobachten. Deshalb wollen wir nicht nur am Anfang sondern auch am Ende des ersten Schuljahres einen Sprachstandstest durchführen, die Kinder unter bestimmten Kriterien beobachten und die Beobachtungen aufschreiben. Zur Zeit suchen wir nach adäquatem Testmaterial. Weiterhin planen wir die Herausgabe einer Broschüre für Eltern mit Tipps, wie sie den Schulstart ihres Kindes unterstützen können.

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Hier können Sie den gesamten Bausteintext als pdf-Dokument herunterladen und ansehen:   StyrumerModell.pdf

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