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Personalentwicklung durch Mitarbeitergespräche

Inhaltsverzeichnis

5. Förderliche und hinderliche Bedingungen

  • Aus der Sicht der Steuergruppe und der Schulleitung ist es förderlich, sich für die Akzeptanzbildung innerhalb des Kollegiums sehr viel Zeit zu nehmen. Es hat sich als wichtig und richtig erwiesen, dass in verschiedensten Gruppenkonstellationen Gespräche über das Für und Wider von Mitarbeitergesprächen geführt wurden. Eine im Top-down-Verfahren verordnete Durchführung von Mitarbeitergesprächen (und insgesamt von Personalentwicklung) würde nach unseren Erfahrungen kaum Aussicht auf Erfolg haben. Wir haben insgesamt den Eindruck, dass eine gute inhaltliche und organisatorische Vorbereitung, die allerdings mit einem hohen Zeit- und Energieaufwand verbunden ist, zu den wesentlichen Bedingungen für das Gelingen von Mitarbeitergesprächen gehört, damit diese längerfristig als tragfähige Ansätze in die Schulentwicklung implementiert werden können.
  • Während unseres Prozesses waren Offenheit und Ehrlichkeit in der Auseinandersetzung vor allem seitens der Schulleitung als Initiatorin der Gespräche oberstes Gebot. Um Transparenz und Vertrauen zu erlangen, mussten vor allem Organisations- bzw. Kommunikationsformen gefunden werden, die das Kollegium an der Planung und Durchführung beteiligten.
  • Die Fortbildung zur Durchführung von Mitarbeitergesprächen für Schulleitung und Personalrat war für alle Beteiligten sehr motivierend und hilfreich, um Techniken und Methoden der Gesprächsführung bewusster und professioneller einsetzen zu können. Die Schulung fand in drei Blöcken zu jeweils 2,5 Tagen statt und war dementsprechend relativ zeitaufwändig. Die praxisnahe Selbsterprobung in Übungsgesprächen wurde von allen Beteiligten als eine wichtige Erfahrung im Hinblick auf eine größere Professionalisierung betrachtet. Abschließende Bewertungen in Bezug auf die praktische Umsetzung des Gelernten liegen noch nicht vor. Festzustellen ist jedoch, dass die Gesprächsführenden bei der Durchführung eines strukturierten und ergebnisorientierten Gesprächs zunehmend an Sicherheit gewinnen.
  • Nach unseren bisherigen Erfahrungen halten wir eine intensive Vorbereitung auf das Gespräch für eine wesentliche Voraussetzung. Dies betrifft vor allem detaillierte Kenntnisse über den fachlich-pädagogischen und persönlichen Entwicklungsschwerpunkt des beteiligten Kollegen.
  • Unser Projekt zur Personalentwicklung, insbesondere die Mitarbeitergespräche, führte beim Personalrat zu einem Rollen- bzw. Interessenkonflikt, der vor allem in der Anfangsphase zu Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnissen zwischen Schulleitung und Personalrat führte. Grundsätzlich zeigte sich der Personalrat jedoch in der Zusammenarbeit konstruktiv und übernahm eine wichtige Mittlerrolle zwischen Schulleitung und Kollegium. Erschwerend wirkte weiterhin, dass nur ein Teil des Kollegiums direkt in diesen Prozess involviert werden konnte.
  • Schwierig war es, im Kollegium die Einsicht zu vermitteln, dass Personalentwicklung - insbesondere die Mitarbeitergespräche - zu einer Qualitätsverbesserung des Unterrichts führen sollen. Dieser Zusammenhang war für die meisten Kollegen zu abstrakt und konnte nicht unmittelbar nachvollzogen werden. Die neu formulierten Aufgabenbeschreibungen als Basis unserer Mitarbeitergespräche beschreiben Qualitätsanforderungen und -erwartungen in Bezug auf Unterricht näher. Sie sind unserer Meinung nach ein richtiger Schritt in diese Richtung.

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