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Integrative Kindertagesstätte „Momo“, PforzheimInhaltsverzeichnisPraktisches VorgehenKita als Bildungsbüffet Die Kita bietet Räume und Material, das zum Forschen und Entdecken, zum Auseinandernehmen und Zusammenbauen, zum Beobachten, zum Rätseln, zum Staunen, zum Experimentieren und zum Sprechen anregt. Die Mädchen und Jungen erleben einen selbstverständlichen Umgang mit Biologie, Chemie, Physik, Holzwerkstatt, Auseinandernehmwerkstatt, Schreibwerkstatt, dem PC, Mechanik, Konstruktion, Erdkunde, Bewegung, Kunst, Musik,… Die sprachliche Bildung nimmt auf dem "Bildungsbüfett" viel Raum ein. Es gibt eine Schreibwerkstatt und eine hauseigene Kinderbücherei. Im Kernteam werden zweisprachige Kolleginnen beschäftigt (zurzeit Deutsch-Russisch, Deutsch-Türkisch). Durch zusätzliche Fördermittel kann derzeit eine türkischsprachige Mitarbeiterin mit fünf Wochenstunden den Erwerb beider Sprachen der betreffenden Kinder und die Verständigung mit den Eltern unterstützen. In der Kita wurde ein Konzept entwickelt, mit dem Kindern mit Sprachauffälligkeiten durch gezielte motorische Angebote ein neuer Zugang zur Sprache ermöglicht wird. Im Repertoire befinden sich außerdem vielfältige sprachfördernde Maßnahmen und vielsprachige Materialien, jahreszeitliche Einbeziehung unterschiedlicher Feste und Gebräuche, interkulturelle Speisepläne sowie Kenntnisse über die Herkunftsländer der Familien. Die Fachkräfte muten Kindern einerseits Themen zu, zu denen sie durch ihre individuelle Lebenssituation sonst oft keinen Zugang hätten, und andererseits erfahren die eigenen Themen der Mädchen und Jungen Bedeutung (Armut, Gewalt, verschiedenes Aussehen, unterschiedliche Sprachen, verschiedene Familienformen, Traditionen, Stärken, Schwächen, Freunde …). Die Lernprozesse werden in Wort und Bild zusammen mit den Kindern dokumentiert. Die entstandenen Dokumentationen sind in der Kita immer für alle zugänglich. So erfahren die Kinder, dass ihre Interessen und ihr Tun ernst und wichtig genommen werden, und sie haben die Chance, eine echte Lernspur zu hinterlassen. Andere Kinder haben die Möglichkeit, auf Wissen zurückzugreifen und dieses zu nutzen und weiterzuentwickeln. ( Kita als Unterstützungsbörse Entsprechend verzichtet sie auf "Großveranstaltungen" für Eltern, sondern lädt zum Beispiel nur die Eltern der neuen Kinder ein oder bietet Aktivitäten an, deren Themen zuvor erfragt wurden. Während der Zeit der Veranstaltung wird eine Kinderbetreuung angeboten, zu der auch Geschwisterkinder mitgebracht werden dürfen. Es werden Dolmetscher engagiert oder im Vorfeld geklärt, welche Eltern gerne für die anderen übersetzen würden. So werden ca. 90 % der Eltern erreicht. Ein Beispiel für die "gelebte Unterstützungsbörse" ist die regelmäßige Mitarbeit einer Diplompsychologin. Zum einen arbeitet sie therapeutisch mit einzelnen Kindern, die besonderen Unterstützungsbedarf haben. Zum Beispiel wird Kindern psychisch kranker Eltern die Möglichkeit gegeben, über das Spiel ihre Alltagserfahrungen auszudrücken und gleichzeitig Erfahrungen mit klaren, verlässlichen Beziehungen zu machen, in denen sie mit ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten wahrgenommen werden. Ein anderer Aufgabenbereich der Psychologin ist ein Gruppenangebot für die Vorschulkinder. Gemeinsam mit einer Erzieherin werden einmal pro Woche eine Stunde Angebote zur Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen gemacht: Übungen zum Ausdrücken und Erkennen der eigenen Gefühle und der der anderen Kinder. Einüben von Regeln, z.B. "Wenn mir jemand Schimpfwörter sagt, bleibe ich ruhig und sage: Ich habe die dickste Haut der Welt, ich bleibe cool". Dies wird anhand einer Elefantengeschichte in vielen Rollenspielen eingeübt und auch den Eltern vorgespielt. Damit auch die Eltern in die Lernprozesse ihrer Kinder einbezogen werden, finden parallel zu den Kindergruppen Elternnachmittage mit der Psychologin statt, bei denen die Eltern nicht nur über den Ablauf des Projektes informiert werden, sondern, wenn sie wollen, dieselben Inhalte besprechen und dieselben Übungen wie ihre Kinder machen können, z.B. anhand von Bildern und Spielen die Funktionsweise des Gehirns bei Wut und Angst kennenlernen. Indem die Eltern die Lernprozesse ihrer Kinder kennen- und unterstützen lernen, qualifizieren sie sich selbst. Selbst organisierte Fortbildung |
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