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Evangelisch-lutherische Kindertagesstätte mit Familienzentrum an der Corvinuskirche HannoverInhaltsverzeichnisPraktisches VorgehenProjektarbeit Es gibt nur selten feste Projektzeiten oder geschlossene Projektgruppen. Fast alles entwickelt sich aus dem Anlass, den Fragen, Themen und Ideen der Kinder heraus, und die Bedingungen und Arbeitsformen werden im Einzelfall vereinbart. Wir bemühen uns um eine eher familiäre als institutionelle Struktur. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können Lenker oder Motoren von Projekten sein. Einige Projekte sind von Erwachsenen initiiert, werden aber mit den Kindern im Dialog durchgeführt. Bei einigen Projekten sind Künstler beteiligt. Im Projekt "Singen mit Kindern" kooperiert die Kita mit der Hochschule für Musik und Theater. Manche Projekte sind buchstäblich Dauerbaustellen (z. B. ein Haus im Außengelände). Es fasziniert uns selbst, wie die Kinder nach Wochen, Monaten und Jahren auf Projekte zurückgreifen und sie wieder beleben. Viele Projekte, und sei es auch nur das eines einzelnen Kindes, werden umfangreich, individuell und in kindlicher Regie dokumentiert. Über "sprechende Wände" werden alle zuerst auf ein Projekt aufmerksam gemacht. Die Projektdokumentation festigt das Thema, zeigt die Entwicklung und hält die Erinnerung wach. Deshalb gibt es umfangreiche, ästhetisch gestaltete Mappen oder Bücher, die die Kinder gern immer wieder lesen. Die Kommentare und Überlegungen der Kinder werden wortwörtlich festgehalten, damit sie ein echtes Selbstbild bekommen. Der Prozess hat aber immer Vorrang vor der Dokumentation. So gab und gibt es auch Projekte, die leider nur in unserem Gedächtnis aufgehoben sind. Wir möchten, dass Kinder, Eltern und Erzieherinnen sich über die Arbeit austauschen. Anlass dazu gibt zum Beispiel auch eine Fotoschau in einem winzig kleinen Raum in der Nähe des Eingangs, die meist aktuelle Bilder zeigt. Interkulturalität und Interreligiosität Die Kinder leben in der Stadt und sie wollen die Stadt entdecken. Deshalb gehen sie mit uns zum Supermarkt, zur Post, zum Baumarkt, zur Kirche. Wir gehen mit ihnen zu den Spiel- und Fußballplätzen, zu den Schwimmbädern, zu den Schulen, in die Museen, die Gärten, in die Theater und auf den Friedhof. Manchmal besuchen wir Kinder zu Hause oder gehen einfach nur in ihre Straße. Wir fahren zusammen Roller, Fahrrad, Inline-Skater, Auto, Straßenbahn, Bus und Zug. Armut Um für die eingeschulten Kinder die Bedingungen zu verbessern, initiierten wir mit anderen Institutionen und Privatpersonen im Stadtteil zusammen das "Stöckener Netzwerk e.V.". Das bietet gegenüber der Kita im "Leckerhaus" Grundschulkindern eine kostenlose Mahlzeit und Hausaufgabenhilfe an. Drei Kitas kochen abwechselnd gegen einen kleinen Betrag für das Leckerhaus mit. Viele ehemalige Kinder treffen sich dort. Die Leckerhauskinder nutzen die Räume und das Außengelände der Kita nach Absprache. Das gibt den Kindergartenkindern die Möglichkeit, mit erweiterter Altersmischung zu spielen. Eine umfangreiche Leihbücherei mit Kinderbüchern haben wir seit 2006. Wir wollen damit Eltern und Kinder im vertrauten Haus an ein Büchereisystem gewöhnen. Besondere Mühe geben wir uns hier, auch Bücher in verschiedenen Sprachen anzubieten. Manche Eltern nutzen das Vorlesen auch, um besser Deutsch zu lernen. ( Zusammenarbeit mit Eltern Die meisten Eltern sprechen Deutsch, wenn auch nur im Zweiergespräch. Informationen an die Eltern werden fast ausschließlich persönlich gegeben. Aushänge werden kaum gelesen, deshalb gibt es nur wenige. Nur ständige Aushänge (z. B. Gedichte) werden von Eltern übersetzt. Ein Projekt "Familie" führte dazu, dass im Garderobenbereich von den Familien jeweils eine Selbstdarstellung mit Foto und schriftlicher Mitteilung aushängt, die keiner formalen Vorgabe folgt, sondern ganz individuell gestaltet ist. Ebenso ist das "Kindertagebuch" eine wichtige Verbindung zu den Eltern. Hier halten Kolleginnen mit dem Kind Erlebnisse fest, sammeln Fotos und gemalte Bilder. Viele Kinder bitten ihre Eltern, auch von ihrer Familie oder besonderen Dingen zu Hause Fotos einkleben zu dürfen. Dieses Ringbuch wird von den Kindern selbst verwaltet, daher heften sie manchmal auch Blätter, die uns Erwachsenen wichtig sind, wieder aus und verschenken sie. Deshalb machen wir zum Beispiel von den Lerngeschichten Kopien, um selbst darauf zurückgreifen zu können. Eine große Bedeutung hat die praktische Mitarbeit von Eltern. Wenn Eltern (mit unserer Hilfe) für die Kita kochen, können wir die Spezialitäten ihrer Heimat kennenlernen. Jede Mutter, jeder Vater ist stolz, wenn alle satt und zufrieden sind. Je mehr die Eltern sich einbringen, umso mehr fühlen sie sich mit der Kita verbunden. Sie genießen es, selbstwirksam und Teil des Ganzen zu sein. Auch handwerklich sind Eltern aktiv, sie bauen mit uns, pflegen den Garten an Gartenaktionstagen und streichen die Wände. Kunsthandwerkliche Workshops ergänzen das praktische Angebot. Wenn Eltern zusammen etwas Neues ausprobieren, spüren sie selbst, wie aufregend Lernen sein kann. Sie entdecken nicht geahnte oder verschüttete Fähigkeiten. Dabei entstehen oft gute Gespräche. Das gleichzeitige Arbeiten verlangsamt das Gesprächstempo, so haben auch die eine Chance, die länger an einem Satz überlegen. "Elternabende" sind selten abends. Manchmal sind sie am Vormittag, meistens aber am Nachmittag, direkt im Anschluss an die Betreuungszeit. Es gibt fast immer gleichzeitig Kinderbetreuung. So ist es für die Eltern am besten zu organisieren. Elterntreffen werden auch bei geringer Beteiligung durchgeführt; hier gilt das Prinzip Qualität vor Quantität. Wir unterstützen, dass Eltern sich begegnen, sich verbünden und sich gegenseitig stärken, z. B. auch durch offene Elternfrühstückstreffen zu Beginn der Kita-Zeit. Es gab auch schon ein Elternprojekt mit einer einzigen Mutter. "Wie finden wir im Kindergarten den Orientierungsplan?", war die Einstiegsfrage. Im Prozess entschieden wir uns für den mathematischen Bereich. Daraus ist ein kleines Plakat entstanden für alle Eltern: "Geometrie beim Frühstück". Feste und deren Vorbereitung schaffen auch Verbundenheit mit den Eltern, sie laden zu den Stadtteilfesten oft stolz auch Freunde und Verwandte ein. |
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